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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Scheitel -

ein solches bringen wird. Die Zeichen, welche man ^zur Unterscheidung des wirklich erfolgten Todes und!des S-cs hat, sind ihrem Werthe nach geordnet etwafolgende: 1) der Leichengeruch. Er bildet dasabsolut sichere Zeichen des Todes selbst bei deinVorhandensein der geringsten Lebens-Äußerungen ent-wickelt er sich nicht. Er tritt am schnellsten ein beihöherer Temperatur, bei an acuten Krankheiten Ge-storbenen, bei Wöchnerinnen, am langsamsten beistark abgemagerten Personen, bei gewissen Vergift-ungen, z.B. Arsenikvergiftungen. 2) Die Todten-starre (ri§»r mortis). Sie ist ein schon wenigersicheres Todeszeichen, wie der,Leichengeruch. IhrEintritt findet in der Regel mehrere Stunden, bis-weilen erst 12 bis 24 Stunden nach ersolgtem Todestatt; zuerst werden die Hals- u. Untcrkiefermnskelnu. das Genick steif, dann verbreitet sich die Starreauf den ganzen Körper; nach 2 mal 24 Stundenpflegt sie wieder zu verschwinden. Die durch dieTodtenstarre contrahirten Muskeln unterscheidensich dadurch von im Leben contrahirten, daß ihnenalle Elasticität abgcht, daß sic reißen und weichbleiben bei gewaltsamer Dehnung und nicht wiederin die contrahirle Stellung zurückkehren, währenddie im Leben contrahirten elastisch sind rc. 3) DerVerlust der galvanischen Erregbarkeit derMuskeln u. Nerven. Der Eintritt desselben istunter den verschiedenen Verhältnisse verschieden undschwankt zwischen 1H bis 3 Stunden nach erfolgten!Tode. Am längsten ist die Erregbarkeit am Kreis-mnskeldesAngessm. orbioularis) erhalten. Ist nach3 Stunden die elektromuskuläre Erregbarkeit ver-schwunden, so ist mit Sicherheit der Tod anzuneh-men. 4) Stillstand der Herz-und Athembe-wegung. Zur Constatirnng des Herzstillstandesmuß das Ohr minutenlang auf die Herzgegend ge-legt werden, da Unterbrechungen der Herzbewegun-gen u. äußerst leichte Herztöne auch bei tiefen Ohn-mächten und krampfhaften Zuständen Vorkommen;zur Feststellung des Stillstandes der Athembewegnn-gen, hält man einen abgekühlten Spiegel VördenMund und sieht, ob er beschlägt, oder man hält eineFlaumfeder oder eine Lichtflamme vor die Rase rc.Wir brauchen kaum hinzu zu fügen, daß im S.noch geringe Athem- u. Herzbewcgungen bestehen;sie sind jedoch durch die angegebencnMethodenschweru. nur unsicher nachzuweisen n. deshalb hat diesesZeichen nicht allzu hohen Werth. 5) Unsichere Zei-chen sind die ausgehobene Reaction der Haut,die Leichenkälte, die Todtenflecke, die Trüb-ung der Hornhaut des Auges rc. Das letztereZeichen kommt öfters schon während des Sterbensvor; andererseits bleiben selbst bei wirklich TodtendieHornhäute längere Zeit klar und glänzend. Todten-slecke sah man bei durch Kohlcndunst Vergifteten wäh-rend des Lebens u. fehlen andererseits oft bei Leichen.In letzter Zeit hat Magnus ein vielleicht brauchba-res Zeichen angegeben,'obwohl dasselbe allein kaumals genügend entscheidend betrachtet werden kann;man soll einen Finger fest mit einem Faden um-schnüren; bei S-ien erkenne man nach einiger Zeitbei dahinter gehaltenem Lichte eine rosige Röthe desabgelchnürten Stücks, bei wirklichem Tode sei dieseRöthe nicht vorhanden. Behandlung. VorÄllemist die Wegräumung der Ursachen, die Len S. herbei-gesuhrt haben, zu bewirken; ein mit Kohlendnnst

- Schclsna.

^ Vergifteter in eine reine Atmosphäre zu bringen, einIdem Ertrinkungstode entrissener S-ter muß schnellvorsichtig entkleidet und horizontal und auf die rechteSeite gelagert werden, damitdie verschluckten u. in dieAthemwcge gelangten Wassermassen abfließenkönnen,bei S. durch Verblutung ist das blutende Gefäß zuverstopfen. Demnächst sind die Wiederbelebungs-versuche so schnell wie möglich zu beginnen und mitAusdauer anznstelleu. Die Erfahrung, daß nochnach 24 Stunden die Wiederbelebung gelang, mußdazu auffordern mit den Belebungsversuchen nicht zufrühzeitig aufzuhören und selbst dann, wenn manglaubt, alle Hoffnungen aufgeben zu müssen, lasseman den Körper noch längere Zeit genau beobachtenu. bringe ihn in Verhältnisse, die der vorhandenenTodesart entsprechen. Die Mittel zur Wiederbeleb-ung laufen sämmtlich dahin hinaus, die Athem-undHerzbewcgungen wieder in Gang zu bringen; diesgeschieht durch Erregung der der Athmung u. Herz-bewegung vorstehenden Nerven. Diese Erregungwird am besten durch den elektrischen Strom herbei-geführt, dessen einen Pol man zur Seite des Halses,dessen anderen Pol in der Magengrube aufsetzt. Nurin seltenen Fällen ist jedoch ein elektrischer Apparatzur Hand; wir sind dann theils ans die Mittel ange-wiesen, welche durch Erregung der Hautnerven dieThätigkeit der Gesammtnerven namentlich und alsoauch der Herz-u.Athemnerven anregen, wie Reibenund Bürsten der Haut, namentlich der Fußsohlen,Scnsteige auf die Waden, kalte Übergießungen desRückens, womöglich im warmen Bade rc.; theils dieAnwendung des Luftcinblasens und der künstlichenAthmung. Die letztere wird so ausgcführt, daß manabwechselnd den Körper aus der Rückenlage in eineSeitenlage bringt, die beiden Arme des S-ten schnellnach oben u. hinten in die Höhe hebt u. sie dann anden Rumpf zurücksallen läßt. Unterstützt wird diesedie natürlichen Athembewegungen des Brustkastensuachahmende Methode durch ein abwechselndes Zu-sammendrücken des Brustkastens von den beiden Sei-ten u. von der Magengrube aus. Ärztlicherseits istbei einigen Arten von S., z. B. bei Verblutung, beiVergiftung durch schädliche Gase die Transfusiondes Blutes eines gesunden Menschen mit Erfolg an-gewendet. Kunze.

Scheitel (Vertex), 1) der mittlere obere Theildes menschlichen Kopses, von wo ans die Haare sichnach verschiedenen Seiten legen, sich scheiden; danndie von La ausgehende künstliche Haarscheide; dannüberhaupt die höchste Stelle eines Gegenstandes. S.(S-punkt)der Parabel, der Durchschnittspunkt derAchse mit der Parabel; S. der Ellipse u. Hyper-bel, die beiden Durchschnittspnnkte der großen Achsemit den Curven; S. eines Winkels, der Durch-schnittspunkt seiner beiden Schenkel.

Scheitelbein, s. Schädel.

Schcitelkreis, so v w. Verticalkreis.

Scheitelpunkt (Astrou.), so v. w. Zenith.

Scheitelwinkel, zwei Winkel, heidenendieSchen-keldes eiuendie Rückverläugerungender Schenkel desandern sind; S. sind gleich.

Scheitclzelle, s. Gewebe.

Scheitern, s. Schiffbruch.

Scheksna (Szexna), schiffbarer Fluß inRnßland,entfließt dem Bjelo Osero-See, im Gouv. Nowgorod,nimmt die Suda, die Sogosha und andere auf und