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Schcibcl — Schein.
beitet er auch für das Feuilleton der Morgenpost.,1862—67 gab er das illnstririe Witzblatt Der Kuckuck!heraus. Von S-s zahlreichen, die Zahl 100 über-stcigeudcu Romanen, die nur theilweise in Buchformerschienen, nennen wir nur: Kossnths Braut, Wien1851; Die Söhne der Pnßta, ebd. 1852; Die bei-denOctoberfltichtlinge, cbd. 1853; Der Klosterknecht,ebd. 1854; Satan in Wien, ebd. 1855; Die schöneBäckerstochter vom Himmelpfortgrund, ebd. 1859u. 1870; Die Grenadiere der Kaiserin, ebd. 1862;Die Schwindler in Wien, ebd. 1863; Die Leiden desVolkes, ebd. 1864—65; Jesuit u. Rothhemd, Brünn1868; Die Prinzessin im Kloster, ebend. 1870 rc.Seine Romane haben sich durch ihre Originalitätnicht nur im deutschen Buchhandel Eingang verschafft,sondern coursiren in zahlreichen Übersetzungen inEngland, NAmerika u. a. Ländern. Eine ausführ-liche Biographie von S. findet sich in Wnrzbachsösterreichischer Encyklopädie. Beyer.
Scheibe!, Johann Gottfried, lutherischerTheolog, geb. 16. Sept. 1783 in Breslau, studirteseit 1801 in Halle, wurde Prediger u. 1811 Pro-fessor der Kirchengeschichte in Breslau u. 1814 Dia-konus an der Elisabethkirche daselbst; seit 1817 be-kämpfte er die UnionderLutherischen u. NeformirtenKirche u. trat an die Spitze der Altlntherischen Par-tei, wurde aber wegen seiner aufregenden Predigten1830 snspendirt n. 1832 seiner sämmtlichen Ämterentsetzt, lebte darauf in Dresden n. in Hermsdorf beiDresden, seit 1837—1839 in Glauchau, später inNürnberg u. st. daselbst 21. Marz 1843. Er schr.:Beiträge zur Kcnntniß der alten Welt, Brest. 1806bis 1809, 2 Bde.; Übersicht der Kirchengeschichte,ebd. 1812,2. A. 1820; Das Abendmahl, ebd. 1823;Abriß des Abendmahlsritns, ebd. 1824; Commn-nionbuch, ebd. 1827; Geschichte der lutherischen Ge-meinde in Breslau, Nürnb. 1832; Actenmäßige Ge-schichte der neuesten Unternehmungen einer Unionzwischen der Resormirten u. Lutherischen Kirche imPreußischen Staate, Lpz. 1834, 2 Bde., viele meisteinzeln gedruckte Predigten; u. gab heraus: Archivfür Historische Entwickelung der Lutherischen Kirche,Nürnb. 1841. Löffler.«
Scheibenberg, Stadt in der königl. sächs. Kreis-hauptmannschaft Zwickau, am Abhange des gleich-nam., 805 m hohen Basaltberges; Bandweberei,Spitzenklöppelei, Fabrikation von Posamentierwaa-ren, Spitzen, Nägeln, Cigarren, Zündhölzchen, Cor-setten; 2275 Ew. — Ans der Nordscite der Pfeilerod. Orgelberg mit hohen Basaltsäulcn. H- Berns.
Scheibcnpilze, so v. w. vlseomxestss.
Scheich, s. Scheikh.
Scheide, 1) (Bot.), a) Blatt-S. (VaZina), s.Blatt, S. 500. d) Blnthen-S. (Lpatlla), eine anseinem od. mehreren Hochblättern gebildete, scheidigeHülle, welche bald eine einzelne Bluthe, wie bei Uar-eissus, Iris rc., bald einen ganzen Blüthenstand um-schließt, wie bei 6aUa. 2) (Vagina), s. Geschlechts-organe.
Scheideck, 1) Große od. Hasli-S., Eselsrücken,Bergübergang mit einem Wirthshaus zwischen demHasli- und Grindelwaldthale im schweizer. KantonBern, welcher großartige Aussichten aus das Grin-delthal u. die nahen Felsenhöhen des Wetterhorns,Schreckhorns, Mettenbergs, Eigers, Mönchs rc. dar-bietet; Paßhöhe 1936 in. 2 ) Kleine S., Lauter-
chrunnen-S., Wengern-S., Bergpaß in demselben! Kanton, zwischen Grindelwald und Lanterbrunncn,führt über die Wengeralp; auf der Paßhöhe (2041in) überraschend großartige Aussicht in das ganzeGrindelwaldthal bis zur Großen S., auf das Faul-horn, den Mönch, den Eiger, das Schreckhorn, dieJungfrau rc. 3) Rigi-S., s. u. Rigi. H> Berns.
Schcideerz, Haufwerk, ans welchem durch Be-seitigung des Tauben das Erz rein herznstellen ist.
Scheidekunst, so v. w. Chemie.
Scheidemünze, s. n. Münze, S. 258, 1. Sp.
Schcidetrichter, Glastrichter, in dessen Rohrein Hahn sich befindet; dient zur Trennung einerspecifisch schwereren Flüssigkeit von einer nicht da-mit mischbaren leichteren; man gießt bei verschlosse-nem Hahn die Flüssigkeiten in den Trichter u. öffnetden Hahn, so bald sich dieselben geschieden haben,so daß man die schwerere abfließen lassen kann.
Scheidewasser (^gnakortis), sov.iv. verdünnteSalpetersäure.
Scheidung, 1) das Gewinnen der Metalls ausden Erzen, bes. die Absonderung des Goldes vondem Silber, mit welchem es beim Schmelzen gewon-nenwurde, od. von dem beim Verarbeiten zugesetztenKupfer. Diese S. geschieht auf trockenem od. nassemWege. Erstere findet jedoch kaum noch Anwendung.Die S. auf nassem Wege geschieht, indem man dassilberhaltige Gold mit Salpetersäure digerirt; dabeimuß aber das Silber in der Mischung ^ ausmachen.Ist dies nicht der Fall, so schmilzt man noch so vielSilber zur Masse hinzu; daher dieses Verfahren dieS. durch die Quart (Quartircn) heißt. Das amallgemeinsten gebräuchliche Verfahren geschieht durchKochen der (nöthigenfalls noch mit Silber versetzten)grannlirten Legirung mit concentrirter Schwefel-säure, welche das Silber u. Kupfer, wenn sie nichtin zu geringer Menge vorhanden sind, auflöst u. dasGold znrückläßt (Affination). 2) S., s. Ehescheidung.
Scheikh (arab.), der Alte, Senior, Stammes-oberhaupt; der durch Frömmigkeit, Wissen, guteSitten od. Alter Angesehene; geistlicher Vorsteherod. Würdenträger, Vorsteher einer religiösen Brü-derschaft od. eines Derwischklosters; Lehrer, Religi-onslehrer, Prediger an einer Moschee. Daher S.nl-Jslam, Titel des höchsten geistlichen Würdenträ-gers, auch Groß-Mufti genannt.
Schein. Im gewöhnlichen Leben ist S. biswei-len gleichbedeutend mit Bescheinigung, u. bezeichneteine Beglaubigung, ein Document über eine Ver-handlung, die Bezahlung einer Geldsumme, die Ab-lieferung einer Sache rc.
Schein, unter Alexander Newski ans Deutschlandnach Rußland eingewanderte, 1699 erloschene Fa-milie. 1) MichaNBorissowitsch, Wojwode, einrussischer Nationalheld ersten Ranges, vertheidigteSmolensk gegen die Polen unter den schwerstenEntbehrungen Sept. 1609 bis 13. Juni 1611, wurdenach dem Fall der Stadt gefangen u. kam erst imWaffenstillstände (Decbr. 1618) frei. Unaufhörlichreizte er 1632 den Zaren Michail zum Polenkriege,wurde 23. April 1632 Oberbefehlshaber, drang vor,begann 4. Nov. desselben Jahres die Belagerungvon Smolensk, mußte aber im Oct. 1633 Geschütz u.Munition im Stiche lassen, zog sich in sein Lager zu-rück, wurde mit seinen 40,000 Mann hier von denPolen eingeschlossen, 14. Febr. 1634 zur Capitnla-