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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Schcfflrr -

«onoolrckoi- und Lltrisktis römnusrator. Goethe ent-nahm er weiter: Der König von Thule; MignonsSehnsucht nach dem Vaterland; Mignons Sehnsuchtnach dem Himmel, 1838; Mignon u. der Harsuer;Gretchens Heimkehr aus der Kirche, 1839; Faustnnd Gleichen im Garten, 1846; Faust auf demBlocksberg beim Anblick von Gretchens Schatten.Dante entlehnte er Den heil. Augustin n. seine Mut-ter; Dante u. Beatrice im Paradies. In seinen letz-ten Jahren behandelte S. vorwiegend biblische undkirchliche Stoffe, so Jakobu.Rahel; Die Hirten, voneinem Engel znm Stalle in Bethlehem geleitet; DieAnbetung der Könige; Die Versuchung Christi; Na-bsr äolorcwa; Christus, das Kreuz schleppend; DieHeimkehr der drei Marien vom Grabe rc. Am we-nigsten gelangen ihm seine Schlacht bei Zülpich u.Die Unterwerfung der Sachsen zu Paderborn. Da-gegen war er trefflich im Porträt. Seine Zeichnung,Farbe n. Technik stehen nicht so hoch als sein dich-terisches Empfinden. Von ihm in der Rsvns kran-^aiss eine Geschichte der Malerei. 2 ) Henri, Bru-der des Bor., geb. 27. Sept. 1799 im Haag, bildetesich ebenfalls unter Gucrin znm Maler u. st. 15.März 1862 in Paris; seine Porträts sind berühmt;Hauptwerke: Charlotte Corday; Die protestantischePredigt zur Zeit der Dragonaden; Die Vorlesungdes Großvaters; Jeanne d'Arc ans dem Marktplatzzu Nonen; Md. Roland ans dem Wege zur Hinricht-ung. Er ist im Allgemeinen ein Nachahmer seinesBruders. 3 ) Arnold, frauz. Genremaler, geb. zuParis 1840, st. in Venedig im Juni 1873, Sohn u.Schüler Henri S-s. Regnet.

Scheffler, August ChristianWilhelm Her-mann, Ingenieur, geb. 10. Oct. 1820 zu Braun-schweig, studirte am dortigen Polytechnikum Mathe-matik n. das Jngenieurfach, trat darauf in den braun-schweigischen Staatsdienst sür Baufach, widmete sich1846 dem Eisenbahndienst, wurde 1853 znm Mit-glied der braunschweigischen Eisenbahndirection er-nannt u. 1871 znm Mitglied der Direktion der braun-schweigischen Eisenbahngesellschaft. Unter den zahl-reichen Schriften, die er veröffentliche, sind zu erwäh-nen: Die mechanischen Principien der Jngenieur-kunst und Architektur, Braunschw. 1845, 2 Bde.;Die Principien der Hydrostatik u. Hydraulik, ebend.1847; Die Theorie der Gewölbefnttermauern, ebd.1857; Über Gitter- u. Bogenträger u. über dieFestig-keit der Gefäßwände, ebd. 1862; Die physiologischeOptik, ebd. 1865, 2 Bde.; Die Gesetze des räum-lichen Sehens, ebd. 1866; Die Ursachen derDampf-kessclexplosionen, Berl. 1867; Die Theorie der Au-genfehler u. der Brille, Wien 1868; Die Theorieder Wärme, Braunschw. 1875; Die Naturgesetze, 2Bde., Lpz. 187677. «Matzel.

Scheffler, Johann, s. Angelus Silestus.

Scheibbs, Marktflecken n. Hauptort indem gleich,nam. Bez. des Erzhsrzogthums Österreich unter derEnns, an der Erlas; Schloß mit vielen mittelalter-lichen Denkmälern u. Inschriften, Eisenwerke, Kunst-mühle; 1869: 874 Ew.

Scheibe, eine vertical ausgestellte, tafelförmigeWand ans dünnem Holz, Pappe oder Leinwand,welche als Ziel bei den Schießübungen dient. DieGröße u. Einrichtung der S-n ist, je nachdem ansHandfeuerwaffen od. Geschützen geschossen wird u.je nach dem Ziele, welches man durch die S-n mar-

Scheibe.

kiren will, verschieden. Zur ersten Einübung derMannschaften im Schießen erhalten die S-n meisteinen scharf inarkirwn Zielpunkt n. mehrere concen-trische Ringe, deren innerster der Treffpunkt (Cen-trum) ist. Zur weiteren Ausbildung der Truppenim kriegsmäßigen Schießen müssen die S-n solcheAbmessungen erhalten, wie sie die im Kriege wirklichvorkommenden Ziele darbielen. Truppenzicle wer-den durch Infanterie-, Cavalerie- n. Artillerie-S-nmarkirt, die ersteren sind 1,g M hoch, 42 om breit,die Cavalerie-S-n 2,5 m hoch u. breit. Artillcrie-S-n werden gewöhnlich durch ans Holzstücken mar-kirte Geschütze, durch Jnfanterie-S-n, welche die Be-dienungsmannschaften, und durch Cavalerie-S-n,welche die Bespannung darstellen, zusammengesetzt;hältst g werden auch unbrauchbare Lasteten n. Protzenals Übungszicle verwendet. Sind diese Ziele vomAufstellungsort des Schützen od. vom Geschütz ansin ihrer ganzen Höhe sichtbar, so heißen sie frei-stehende, sonst je nach der Größe des sichtbaren Thei-les halb, größtenthcils u. ganz verdeckte. Schützen-linien werden durch eine Anzahl mit Zwischenräu-men neben einander ausgestellten Jnfanterie-I-n,Colonnen durch S-n von der Breite einer Sectionod. eines Zuges, welche in Abständen hinter einan-der ausgestellt werden, Largestellt. Um Truppen inder Bewegung zu beschießen, werden Jnfanterie-od. Cavalerie-S-n vermittelst besonderer Vorricht-ungen nach der Seite od. in der Schußrichtung selbstvor- u. rückwärts bewegt. Das überraschende Auf-treten feindlicher Cavalerie wird durch sogen. Kläpp-S-n, die, auf dem Boden liegend,'durch eine be-sondere Vorrichtung Plötzlich gehoben werden, mar-kirt. Alle diese Ziele werden auch Fcldziele genannt,im Gegensatz zu den Festungs- u. Belagernngszielen,die meist aus Erdwerken, Hohlbauten, Belagcrungs-batterien rc. bestehen, hinter welchen Geschütze undMannschaften durch entsprechende S-n dargestelltwerden. Mauern, Thore, Brücken rc. werden Lurchentsprechend große Holzwände markirt. Auch dasFeuer der durch die S-u supponirten feindlichenTruppen wird durch Gewehr- und Kanonenschläge,die durch Leitfeiler entzündet werden, dargestellt.S-nbilder stellen die zu beschießenden Ziele in ver-kleinertem Maßstabe meist aus quadrirtem Papierdar. Die Treffpunkte der einzelnen Schüsse werdendurch Punkte eingezeichnet, die S-nbilder dienen so-wol zur Beurtheilung der Leistungen im Schießen,wie anch zur Beurtheilung der Trefffähigkeit derSchußwaffen. z-

Scheibe, Theodor, einer der beliebtesten nndfruchtbarsten österreich. Romanschriftsteller, geb. 18.Aug. 1820 zu Znaim in Mähren, begann schon aufdem Gymnasium Theaterstücke u. Satiren zu schrei-ben, die Aufsehen erregten. Er studirte in WienRechtswissenschaft, dann Medicin und wandte sichschließlich der Novellistik u. Nomanschriftstcllerei zu.Als Mitarbeiter am Saphirschen Humoristen lieferteer für dieses Blatt die Aufsehen erregende Erzähl-ung: Der Dorfkomödiant. 1848 nahm er schrift-stellerischen Antheil an der Bewegung, namentlichdurch seine politischen Lieder, sowie durch Heraus-gabe der Zeitschrift: Der Mann des Volkes u. a.Volkszeituugen, in welchen er mit Ungestüm für diedeutsche Hegemonie in Österreich eintrat. Er wurdeMitarbeiter des Witzblattes: Punsch; seit 1852 ar-