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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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L>cheercn -

bieten besondere Vortheile, wenn es gilt z. B. ansBlechen rnnde Stücke auszuschneiden. Befestigt mannämlich das Blech um einen Mittelpunkt drehbaru. bringt es zwischen die S., so wird es mitgenom-men n. richtig zugeschnitten. 4) Man hat zum Ab-schneiden best gestalteter Eisenstllcke sogen. Fahon-S-n construirt, die z. B. für Nnndeisen oder Drahtaus zwei mit correjpondircnden Löchern versehenendrehbaren Scheiben bestehen. Durch ein passendesLoch wird der Eisenstab gesteckt, dann durch Hebel-krafi die eine Scheibe gegen die andere verdreht undso der Stab abgeschnitten. Kieseler.

Echteren (Schären), s. Skären.

Scheerer, K. Joh. Aug. Theodor, Hntten-chennker, geb. 28. Aug. 1813 in Berlin, studirte da-selbst n. in Freiberg, war 1833—39 Hüttenmeisterin Modum (Norwegen), 1841—47 Lector der Mi-neralogie in Christian!» u. 1848 Professor der Che-mie an der Bergakademie in Freiberg bis 1872, woer nach Dresden überzog und 18. Juli 1875 starb.Er schrieb: Lehrbuch der Metallurgie, Braunschweig1848 ff., 2 Bde.; Der Paramorphismus und seineBedeutung in der Chemie, Mineralogie u. Geologie,ebd. 1854; Löthrohrbuch, ebd. 1857; Theorie undPraxis -c., Frcib. 1867. r.

Scheercrit, fossiles Harz, bildet nadelförmigeKrystalle oder schuppige Partien; weis; bis gelblich-weiß, weich, settgläuzend n. fettig anznfnhlen, durch-sichtig bis durchscheinend; spec. Gew. 1,0—1,2; be-steht aus OH4, schmilzt bei 45°, löst sich in Äther u.in Säuren. In der Braunkohle bei Uznach unfernSt. Gallen in der Schweiz, bei Bach im Westerwald.

Scheerhorn, ein 3296 m hoher, begletscherterGebirgsstock im Schweizerkanton Uri, der westlichstehöchste Ausläufer der Clariden zwischen dem Schli-chen- n. Maderanerthal; seine abgerissenen Spitzensind einer offenen Scheere ähnlich; das von ihm ab-fließende Gletscherwasser bildet einen der schönstenWasserfälle (Stäubi).

Schcfer, Leopold, deutscher Dichter, geb. 30.Juli 1784 zu Muskau in der Niedcrlausitz, besuchtedas Gymnasium in Bautzen, studirte zu Hanse pri-vatim Mathematik, Philosophie, griechische u. orien-talische Dichter, wurde Generalbevollmächtigter desFürsten Pllckler in Muskan, reiste nach England,nach Wien, wo er Heilkunde u. Musik studirte, nachItalien, Sicilien, Griechenland, den Jonischen In-seln, Constantinopel u. der asiatischen Küste. 1820kehrte er nach Mnskau zurück, wo er in künstlerischerMuße u. in reger Verbindung mit seinen! fürstlichenBeschützer lebte u. 18. Febr. 1862 starb. S. ist einorientalischer Pantheist. Dis unterschiedslose Ein-heit Gottes u. der Natur ist nach seiner Weltanschau-ung der Boden, aus dem alles hervorgeht, in denalles znrückkehrt. Am Lichte dieser Gott-Natur, dieer in einem unerschöpflichen Reichthnme von eigen-thümlichen, sinnigen u. großartigen, aber auch son-derbaren und verschrobenen Bildern, mit der vollenMacht eines liebedurchdrungeneu Herzens, im feuri-gen Schwünge des Dithyrambendichters preist, siehter die Mängel u. Leiden der Welt nur als flüchtigeSchatten vorllberziehen. Die schreiendsten Mißlanteverschweltenu. verschwinden vorseiuem Optimismusin der milden Harmonie des Ganzen. Seine Moralist zarte Weltempfindung; jedes Geschöpf sagt zu ihmnach der Vedalehre: „Das bist Du"; seine Poesie

— Scheffel.

durchbebt der Vollklang reiner Menschenliebe; aberdas Mitgefühl mit dem fremden Schmerze geht, wieder eigene Schmerz unter in dem Goltesfricden derNatur. Für einen solchen Dichter ist die Entwicke-lung, die Handlung, die Geschichte ein fremdartigesElement; die Gegensätze der Wirklichkeit ziehen anihm wie in einer magischen Laterne vorüber. Vorseinen trunkenen Blicken ist alles im Wesentlichenfertig, alles nur Ofsenbarnngsfülle des Einen, Ewig-keit ohne zeitliche Gliederung. Sein eigentlichstesGebiet ist die Sprache des Gefühles u. der Gedankcn-inspiration. Er ist ein großer philosophischer Dichter,sofern diese Bezeichnung auf eine stets von dem Ge-mllth ausgehende Production Anwendung leidet.Zur vollen Liebespoesie stimmte er die Saiten erst imGreisenalter, und er entlockte ihnen Gesänge voll ju-gendlichen Feuers, aber in künstlerischer Maßhaltung,namentlich Lieder, die den Anakreon überflügeln.S-s Novellen, die mit gründlicher Kenntniß Bege-benheiten ans allen Zonen darstellen, sind lyrisch-epische Dichtungen in Prosa. Sie enthalten Natur-schildernngen von glühender u. zugleich treuer Far-benpracht, ausgestattet mit verschwenderischem Reich-thnm einzelner, weltgeistdnrchathmcter Züge. DieCharaktere behandelt S. mit feiner psychologischerAnatomie; er liebt das psychologische Problem; derGeist, in dem er es behandelt, ist fatalistisch. DerGang seiner Erzählungen ist abenteuerlich, ohne be-stimmte Spannung. Sie sind verrauschende Träumeder Weltseele. (Vgl. Rudolf Gottschall, Die DeutscheNationalliteratur des 19. Jahrh., III., S. 34 f.,50—69). L-chriften: Gedichts mit Compositionen,2 Sammlungen, Berl. 1811—13 (heransgeg. vonPückler-Muskau, der lange für den Verfasser gehal-ten wurde); Novellen, Lpz. 1825—29,5 Bde.; Kleinelyrische Werke, Franks. a.M. 1828; Nene Novellen,Lpz. 1831—35, 4Bde.; Lavabechcr, Stnttg. 1833,2 Bde.; Die Gräfin lllfeld, Berlin 1834, 2 Bde.;Laienbrevier, ebd. 1834 f., 17.A. Lpz. 1877; KleineRomane, Bunzlan 1836—39, 6 Bde.; Viel Sinne,viel Köpfe, Stnttg. 1840; Mahomeds türk. Him-melsbricfe, Berlin 1840; Graf Promnitz, Kottbns1842; Vigilien, Gnb. 1843; Die göttliche Comödiein Rom, 2 A., Kottbns 1843; Genevion von Tou-louse, Lpz. 1846; Gedichte,Berl. 1846, 3. A. 1847;DcrWeltpriestcr.Lpz. 1846; Achtzehn Töchter, Bresl.1847; Hafiz in Hellas, Hamb. 1853; Die Sibyllevon Mantua, Hamb. 1853; Hausreden, Dess. 1854,4. A. Leipz. 1869; Koran der Liebe, Hamb. 1855;Der Hirtenknabe, Lpz. 1856; Schneekönigs Kinder,komisches Epos, Düsseld. 1857; Homers Apotheose,Lahr 1858, 2 Bde.; FürHans n. Herz, letzte Klänge,heransgeg. von Gottschall, Lpz. 1867; Buch des Le-bens u.dcrLiebe, Lpz. 1877; Die Trauerspiele Mn-hammedll., Enphrosine u. MadonnaLaura;Ausge-wählte Werke, Berl. 1846, 12 Bde.; S. componirteauch die Oper Sakontala n. vieleQuartette. G. Z.

Scheffel, deutsches Getreidemaß von sehr abwei-chender Grüße. Nach Litern betrug der S. in

Preußen 51,« Württemberg 777 ,»

Bayern lSchasfty 222 , 3 s Sachscn-Koburg 87,.,-

Köugreich Sachsen I05,>r Sachsen-Weimar 75,»

Mecklenburg-Schwerin NS,«

Der seit der Einführung des metrischen Systems an-genommene Nen-S. ist H Irl. In mancher Gegendheißt S. auch ein Stück Land von der Größe, daßein S. Getreide damit beiäct werden kann.