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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Scheclbleierz

ganze dänische Monarchie. Zinn Geheimen Staats-rath ernannt, präsidirte er Jan. 1856 den Kopen-hagenerConserenzeuwegenAblösnng desSnndzolls.Infolge der Verwickelungen, welche die neuere dän.Verfassung den provinzialständischen Institutionender Herzogthümcr und Lanenbnrgs gegenüber zwi-schen Dänemark u. den deutschen Großmächten her-vvrbrachte n. dann seiner Circnlarnote voni 20.Febr.1857 über den Skandinavismus, wo er das dänischeCabinctdem schwedischen gegenüber compromittirte,gab er im April d. I. seine Entlassung und wurdewieder Landdrost von Pinncberg, 1861 auch Präsi-dent in Altona, welcher Stellen er durch die Bun-descommissäre 24. Decbr. 1863 enthoben wurde.Seitdem lebt er als Privatmann in Dänemark.

Scheelbleierz (Wolframbleierz, Stolzit), tetra-gonales Mineral, in spitz pyramidalen oder kurzsäulenförmigen, kleinen, isolirten od. knospenförmiggrnppirten Kryställchen auftretend. Härte 3; spec.Gew. 7,g-8,i; grau, braun, anch grün n. roth ge-färbt, settglänzend n. wenig pellncid. Chemische Zu-sammensetzung nach der Formel kblVO^. Fundorte:Zinnwald in Sachsen, Cognimbo in Chile, Sout-hampton in Massachusetts.

Scheele, Karl Wilhelm, berühmterChemiker,geb. 9. Dec. 1742 in Stralsund; lernte in Gothen-bnrg die Apothckcrknnst und conditionirte mehrereJahre in Stockholm u. Upsala, wo er durch chemischeVersuche und Untersuchungen bekannt wurde; er er-hielt durch Bergmann eine Pension, übernahm danneine Apotheke inKöping u. st. daselbst 21. Mai 1786.Er entdeckte unabhängig von Priestley und Lavoisierden Sauerstoff u. Stickstoff (Abhandlungen von derLuft n. dem Feuer, 1777, 2. A. 1782, engl. 1780,sranz. 1781). Auch sonst verdankt ihm dis neuereChemie die wichtigsten Fortschritte, indem er dasChlor, Mangan, Baryt n. Wolfram, die Flußsäure,Arsensänre, den Arsenwasserstoff, die Harnsäure,Milchsäure, Molybdänsäure rc. anffand. Auch dasnach ihm benannte S-schc Grün wurde zuerst vonihm dargestellt. Opnsonia, oiismioa sb pli^sioa, vonG. F. Schäffcr in 2 Bdn., Lpz.1788, u. S-s sämmt-liche physische und chemische Werke, herausgeg. vonHermbstädt, Berl. 1792. r.

Scheeleschcs Grün, grüne Malerfarbe, ist ar-senigsaures Knpferoxyd n. Kupserhydroxyd; entsteht,wenn man zu einer Lösung von Kupfervitriol eineLösung von arseniger Säure gibt und dann vorsich-tig mit Ammoniakflüssigkeit oder Pottajchcnlösungueutralisirt; ist höchst giftig, deckt wenig u. wird nurselten noch angewendet. Jungck.

Scheelisiren (desWeins), die Verbesserungresp.Verfälschung zu saurer Weine durch einen Zusatz von13 °/o Glycerin nach der Vergährung. Da Gly-cerin nicht gährnngsfähig ist, wird der Wein dadurchdauernd u. sicher versüßt. Auch ein Zusatz von völ-lig reinem Glycerin ist der Gesundheit nach denneuesten Untersuchungen (1878) bei andauerndemGenüsse schädlich. Das meiste Glycerin ist aber un-rein und direkt giftig. Man soll auch slaschenreiseWeine durch scheelisiren noch wesentlich verbessernkönnen. Jungck.

Scheclit (Tungstein, Schwerstem), Mineral, inkleinen, meist pyramidalen, selten tafelartigen, tetra-gonalen Krystallen, einzeln aufgewachsen oder injDrusen vereinigt; auch in körniri-krystallinischen. nie-!

, Schccrc.

renförmigen Massen, eingesprcngt; Bruch muscheligbis uneben; Härte 45, spec. Gew. 5,g6,2, farb-los, gewöhnlich grau, gelb, braun, grün oder rothgefärbt, settglänzend, oft diamantartiz; durchschei-nend bis kantendnrchscheinend, besteht ans wolfram-sanrem Kalk. Zinnwald aufZinnerzlagcrstätten, aufBleierzgängen in Nendorf n. Harzgerode am Harz,Schlaggenwald, Ehrenfriedersdors in Sachsen, Lost-withicl ui Cornwall, Connecticut.

Scheelinin, so v. w. Wolfram.

Scheelsiinre, so v. w. Wolframsäure.

Scheelsches Süß, so v. w. Glycerin.

Scheer, Stadt im Obcramte Saulgau des würt-temberg. Donankrcises, rechts an der Donau, Sta-tion der WUrttembergischen Staatsbahnen; schönesSchloß, alte Wunibaldskirche, Weißstickerei, Holz-stofsfabrikation, Bohnerzgrnben; 959 Einw. S. istHanptort der gefürsteten Grafschaft Friedberg-S.des Fürsten von Thurn u. Taxis.

Schcere, ein allgemein bekanntes Werkzeug zumZerschneiden, bei demzweischarfekeilförmigeSchnei-den dicht aneinander vorbei bewegt werden, wäh-rend der zu schneidende Gegenstand sich zwischen den-selben befindet. Man unterscheidet Bogen-S-n od.Hebel-S-n,Gnillotin-,Parallel- od.Nahmen-S-n n.rotirendeod.Cirknlar-S-n. 1) Hebel-S-n. Bcidie-sen bilden die Schneiden Theile von Hebeln, n. zwarzweiarmige (Drehpunkt in der Mitte) od. einarmige(Drehpunkt am Ende). Zn ersterer Art gehören diegewöhnlichen S-n, welche mit Griffen zum Anfassenversehen sind n. je nach Gebrauch verschiedene For-men n. Benennungen haben, wieStick-,Schneider-,Papier-,Rosen-,Hecken-S-nrc. AlsbemerkenswertheVerbesserung ist die Einrichtung für S-n zum Ab-schneiden von Zweigen zu erwähnen, wobei durchein Gelenkstück den Schneiden neben der Gegenein-anderbewegnng anch eine ziehende Bewegung in derRichtung der Schneiden ertheilt wird, weiche dasSchneiden sehr erleichtert und welche n. a. auch beiParallel-S-nzumBeschneidendesPapiersvorkornmt.Ist der Widerstand beim Schneiden groß, so wirbdem einen Griff der S. eine solche Gestalt gegeben,daß er im Schraubstock oder sonst befestigt werdenkann, Stock-S. oder Bock-S. Ähnlich ist dieBaum-S. zum Abschneiden der Raupennester aneiner langen Stange befestigt, während der zweiteGriff durch eine Schnur bewegt wird. Bei S-n, dienach dem einarmigen Hebel gebildet sind, Pflegt dieeine Schneide befestigt zu sein. Combinirte S -nsind solche, bei denen mehr als zwei Hebel unterein-ander verbunden sind, um mehr Kraft zu erzielen.DenÜbelstand,daßbeiHebel-S-nmitgeraben Schnei-den der Winkel, den diese bilden, je nach der Öff-nung der S. sehr verschieden ist, vermeidet man, in-dem man die eine Schneide nach einer logarithmischcnSpirale krümmt. 2) Parallel-S-n. Leidiesenstehteine Schneide gewöhnlich fest u. die zweite wird ingeradliniger Richtung, meist durch Rahmensührunggeleitet, dagegen bewegt. Namentlich ist diese Con-strnction bei den sogen. Maschinen-S-n, welche zumTrennen schwerer Metallstllcke dienen u. durch Na-tnrkräfte bewegt werden, im Gebrauch. 3) Kreis-S-n bestehen ans zwei über einander liegenden ro-tirenden kreisförmigen Stahlscheiben, die am Um-j fange scheerenartig geschärft sind n. an der Berühr-inngsstelle >0 liegen, wie die Schneiden einer S. Sie