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Schawli -
hat bes. die Gesellschaft des Meininger Hofiheatcrsdurch Treue der Ausstattung u. vollendetes Zusam-menspiel sich einen Namen gemacht, während imÜbrigen die Thcaterfreiheit u. das Übergewicht derOper die S. in heutigerZcit ungünstig beeinflussen.Bgl.Prutz, Vorlesungen über die Geschichte des deut-schen Theaters, Bert. 1849; Ed.Devrient, Geschichteder deutschen S., Lpz. 1848—74, 5 Bde.; Schiller,Die Schaubühne als moralische Anstalt rc.; Goetheim Wilhelm Meister; Lessing, Hamburger Drama-turgie ».einzelne kritische Aussätze; Einsiedel, Grund-linien einer Theorie der S., Lpz. 1797; Gustav vonSeckendorf, Vorlesungen über Deklamation u. Mi-mik, Braunschw. 1816 , 2 Bde.; Senme, Abhand-lungen über die S. (2 Bdchn. der Obolen), Leipz.1798; Jffland, Über Menschenvarslellung auf derBühne,Gotha 1785; Fragniente in seinem Theatcr-almanach, Berl.1807—12; Schink, DramaturgischeFragmente, Graz 1781, 4 Bde.; Dcrs., Dramatnr-gische Monate, Schwerin 1790,4 Bde.; Schröder,Der Schauspieler nach Niccoboni; Tieck, Dramatur-gische Blätter, Breslau 1826, 2Bde.; Rötscher, DieKunst der dramatischen Darstellung, Berl. 1841—46,3 Thle.; Neue dramaturgische Blätter von F. G.Zimmermann, Hamb. 1828, 1829; Hellbach, DieKunst, Schauspieler zu werden, Wien, Pest, Leipz.;Gnttmann, Grundsätze der ästhetischen Bildung desmenschlichen Körpers, Lpz. 1865; Engel, Ideen zueiner Mimik, Berl. 1785, 2 Bde.; Lewes, ÜberSchauspieler und Schauspielkunst, deutsch von Leh-mann, Lpz. 1878. Kürschner.*
Schawli, Kreisstadt im russ. Gouv. Kowno;13,343 Ew., an der Wilna-Libaner Eisenbahn; hateine adelige Kreisschule.
Schazk, Kreisstadt im russ. Gouv. Tambow, miteiniger Industrie; 7261 Ew.
Schebat, der elfte Monat des jüd. Jahres, imbürgerlichen Kalender der sünste.
Schcbecke, ein scharsgebautes hinten weit über-bautes Fahrzeug, welches von fast allen am Mittel-ländischen Meere wohnenden Nationen vorzüglichzum leichten Kriegsdienst n. Kreuzen gebraucht wird.Es führt Ruder u. hat drei Masten mit lateinischenSegeln.
Schobest, Agnese, Mezzosopranistin, geb. 13.Febr. 1813 in Wien, kam als Choristin an das Hof-theater nach Dresden, wo Mieksch u. HofschanspielerPauli ihre Ausbildung übernahmen, gastirte 1832in Pest als Primadonna, dann von 1836—41 inWien,Graz, Stuttgart.Karlsrnhe,Nürnberg, Bres-lau rc. erste Partien, bis sie 26. Ang. 1842 DavidStrauß heirathete u. sich von der Bühne znrückzog.Nachdem sie ihrem Galten zwei Kinder geschenkt,trennte sie sich wieder von ihm u. st. 22. Dec. 1870inStuttgart. Von bewunderungswürdiger Erschein-ung, im Besitze eines gntgeschultenMezzo-Soprans,war S. groß in heroischen Partien, wie BellinisRomeo u. Cherubinis Medea, die sie mit Energie u.Leidenschaft gab. Schr.: Aus dem Leben einer Künst-lerin (Selbstbiographie), Stuttg. 1856; Rebe undGeberde, Lpz. 1862. Kürschner.'
Schoch (türk.), so v. w. Schcrkh.
Lolisla Zat., v. Griech.), ein abgerissenes Stück,Zettel, besonders von der Papierstaude, um daraufzu schreiben; daher ein einzelnes Blatt, im Gegen-satz zu einem Buch. Das Deminutiv Lolisänia, ein.
— Schcol.
Blättchen, offener Zettel, Liste, Verzeichniß. Proseirsänla dispntiren heißt aus der Universität übereinzelne Themata dispntiren, welche auf einem Blattabgedruckc sind (im Gegensatz zur Disputation übereine Dissertation); dann ist 8. ein offenes Briefchen,ein Erlanbuißschein.
Schedewitz (Zwickan-S.), Dorf in der königlichsächs. Kreis- u. Amtshauptmannschaft Zwickau, ander Zwickaner Mulde; Kammgarnspinnerei, Fabri-kation von Halbwollenwaarcn nebst Färberei, Stein-kohlenbergbau, Cokesöfen; 1875: 5201 Ew.
Schediasina (gr.), das aus dem Stegreif nach-lässig Gesagte, Geschriebene, Gemachte; eine kurze,eilig verabfaßte Schrift.
Schedo Ferroti,PseudonymfürF- ircks,Theo-dor, Freiherr von, geb. 7. April 1812 zu Ha-senpot (Kurland), war russ. wirklicher Staatsrath,zog sich jedoch bald ans dem Staatsdienst zurück,um sich der schriftstellerischen Thätigkeit zu widmen.Er schr. u. A.: Ltnäss snr Uavonir cio 1a Rnssis(Berl. 1858), von denen die neunte über den russ.Nihilismus manche Enthüllungen über russische Ver-hältnisse, über die Deutschen in Rußland rc. machteu. vielfach besprochen wurde. Das gleiche Aufsehenerregte seine Schrift: Die internationale Arbeiter-bewegung (ebd. 1872), welche die Absicht verfolgte,die arbeitenden Klassen über die sociale Frage zubelehren. Von geringerer Bedeutung blieben: Iwt-tres snr los olromins äs kor snRnssis, Berl. 1858;Ustbros sur 1'instrnotion popnlairs en Rnssis, Lpz.1869; Do patrimoins än psupls, welche Schrift sichfür Aufhebung des Gemeindebesitzes ausspricht undandere in russischer, deutscher und französischerSprache erschienenen Publikationen. Beyer.
Schedo.no, auch Schidone, Bartolomeo,italien. Maler, geb. 1580 in Modena, starb 1616 inParma; wurde in der Schule der Caracci gebildet,gewann von diesen correcte Zeichnung, so wie vonCorreggios Werken den breiten, markigen Bortragn. die treffliche Behandlung des Lichtes. Er wurdeeinJahr vor seinem Tode Hofmaler desHerzogs vonParma. Werke: Fresken im Rathhans zu Modena;Oelbilder: Grablegung Christi (Dom in Parma);hl. Geminian (Dom in Modena); Christus mit denJüngern in Emmaus (Belvedere in Wien) rc. Regnet.
Scheel, Metall, so v. w. Wolfram.
Scheel (Scheele), Ludwig Nikolaus von,dän. Staatsmann, geb. 14. Oct. 1796 im Holstein-ischen, stand früher in naher Beziehung zum Herzogvon Augustenburg, trat aber nach 1841 auf die Seitedes Königs von Dänemark, wurde 1843 Amtmannzu Gottorf u. Hütten in Schleswig und 1846 Kam-merherr n. dänischer Commissär bei der schleswig-schen Ständeversammlnng, wo er in Differenzen mitdieser Versammlung kam. Er sührle 1847 in denHerzogrhümern die Verwaltung der politischen Po-lizei, n. wurde bald darauf Präsident der schleswig-holsteinischen Regierung, trat aber bei der Märzbe-wegung 1848 ab. Nach Unterdrückung derselbenward er 1852 Landdrost von Pinneberg in Holstein,sungirls 1853 wieder als königl. Commissär bei derholsteinischen Provinzialständeversammlnng zu Itze-hoe, ging im Oktober 1854 in außerordentlicherMission nach Berlin u. wurde im Dec. d. I. Ministerfür Holstein u. Lauenburg nnd Jan. 1855 zugleichMinister der Auswärtigen Angelegenheiten für die