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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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SaMspicmmlt.

die Schauspieler Sklaven, sv erhielt ihr Herr dasGeld, waren sie Freie, so bekamen sie es selbst. Aus-gezeichnete Schauspieler erhielten gewöhnlich für eineBoxstellung 5 bis 7 Denare, wozu oft noch Ehren-geschenke (Ooroilaria, Oonationss) kamen. UnterLiberins war dieser Sold so hoch gestiegen, daß sichdie Sumptnargesetze auch ans die Minderung diesesAufwandes erstreckten; M. Antonius setzte 5 Lnrsifest und befahl, daß sich diese Summe nicht über 10vermehrte. Der Dircctor od. der Dichter vertheiltedie Rollen. Lange wurden auch in Rom die weib-lichen Rollen von Männern gespielt, und erst unterden Kaisern kamen Frauen ans die Bühne. Die Zahlder Schauspieler für ein einzelnes Stück war in Romnicht so beschränkt wie bei den Griechen, sondern rich-tete sich nach LemJnhaltedesStückes. Die Kostümewaren der Sitte des Volkes nachgebildet, dem diebetreffeudenPersoncn angehörtcn. Ans die römischeBühne kam die Maske (kersorm) zur Zeit des Te-rcntins, doch wurden die Schauspieler zuweilen ge-nöthigt, dieselbe abznlegen, damit die Zuschauer dasMienenspiel beobachten konnten. Obgleich in de»ältesten Zeiten die Dichter bisweilen selbst mit ansder Bühne auftratcn und einzelne berühmte Schau-spieler ihrer Bildung wegen Achtung genossen (s.oben), war doch im Allgemeinen der Stand der Hi-strionen ein verachteter. Nur in den Atellanen auf-zntreten galt nicht für schimpflich und gefährdete diebürgerlichen Rechte in keiner Weise, weil die Melta-uen gleichsam eine Fortsetzung der Exodien n. Zutu-ras war, welche angesehen waren, ja die Söhnerömischer Bürger hatten diese Aufführung sich selbstVorbehalten. Am meisten Gewicht ward in Rom ansprachtvolle Ansschmllcknng dcr Bühne, auf rauschendeMusik und leidenschaftliche Action gelegt, weshalbdie Pantomimen bis in die späteste Kaiserzeit beliebtwaren.

Der Bekanntschast mit den Römern hatten dieJuden die Einführung dramatischer Schauspielezu danken; das erste Theater in Jerusalem wurdeunter Herodes gebaut. Als die heidnischen Schau-spiele allmählich verfielen n. ihr Besuch den Chri-sten verboten wurde, konnte von einer Theilnahmederselben nicht mehr die Rede sein, wenn auch nochunter den Karolingern Spuren eines possenhaftenVolksspiels in christlicher Zeit Vorkommen. DasTheater wurde erst für Christen wieder zugänglich,als ihnen christliche Stoffe aus der Bibel u. Heili-gengcschichte vorgeführt wurden. Dies geschah anLen Kirchenfesten, zu deren Feier diese Schauspielemitwirkten (vgl. Geistliche Schauspiele, Mysterien,Passionsspiele). Sie waren lateinisch geschrieben u.behandelten die Festmaterien, so Oküoinm rssnr-rootionis, Olüoium psrsgrinorum, Oküoium pasto-rnm, Mysterium der Geburt Christi, der Erschein-ung des Herrn zn Emmaus, der Auferweckung desLazarus, des Mordes der unschuldigen Kinder, ansdie Feste des St. Stephanus, des St. Thomas, dieBekehrung Pauli, Daniel rc. Noch im 17. Jahrh.wurden solche geistliche Spiele für Charfreitag undFronleichnam geschrieben; vgl. Dn Meril, OrlZinsslat. än tllsatro moclorns, Par. 1849. Den Gang,welchen die Ausbildung der S. in den einzelnenLändern Europas genommen hat, s. in den Artikelnder betressenden Nationalliteraturen. In Deutsch-land führten seit dem 15. Jahrh. Schüler der Mei-

stersänger, ües. in Augsburg, Komödien des Teren-tius n. Trauerspiele mit biblischen Sujets auf. Seitdem 16. Jahrh. wurden dergleichen auch von Schü-lern der gelehrten Schulen an öffentlichen n. Privat-orten anfgefllhrt; aber im 17. Jahrh. hörten sie inden protestantischen auf, während sie in den Jesniten-schulen noch bis ins 18. Jahrh. fortdanerten. Andie Stelle jener Schulschauspiele bildeten sich einzelne,für längere od. kürzere Zeit bestehende Schauspieler-gescllschaften (Komödianten), welche von Ort zu Ortzogen (wandernde, ambulante Schauspielergesellschas'-ten), sich auch wol für einzelne Länder Privilegienerwarben. Die in Deutschland zuerst bekannter ge-wordene Schauspielergesellschaft zn Ende des 17.Jahrh. war die Velthensche, welche ein MagisterWelchen oder Veltheim, der sich durch eine Moliere-Ubersetznng u. sonst Verdienste um die Entwickelungdes Theaters erwarb, errichtete; er erhielt auch dasPrivilegium in Sachsen, woher die Gesellschaft den Ti-telkönigl. polnische u. knrfürstl. sächsischeHofkomödian-ten führte. Zn gleicherZcit n. in derFolge entstandenmehrere solcher Vereine. Die Schauspieler sonder-ten sich streng nach den Fächern; so gab es Königs-agent, Tyraunenagcnt (später Heldenspieler), Pan-talon, Courtisan (die lustige Person, früher der Hans-wurst) u. andere scharf markirte Rollenfächer, welchesWesen sich aus den Nachbildungen spanischer Trauer-spiele u. den extcmporirten, nur nach Skizzen auf-gefllhrten Stücken, den sogen. Haupt- uind Staats-actionen, entwickelte. Der Umstand, daß die Schau-spielertrnppen ans Leutenbestanden, welche bei allemTalent doch keinen Sinn für ernstere Lebensbeschäf-tigungen hatten, sowie das unstete, wandernde Leben,welches eine ungeordnete Lebensweise begünstigte,machte, daß der Stand der Schauspieler ein wenigehrenvoller war. Hierin trat bereits durch dieReu-ber (i. d.), welche mit Gottsched das regelmäßigeDrama ans der deutschen Bühne einführte, eine gün-stige Wendung ein, die sich seit der Mitte des 18.Jahrh. Lurch die rasch vorwärts schreitendeBildnngder ästhetischen Literatur, sowie dadurch, daß reineNeigung zur Kunst Männer wie Schröder, Ekhof,Jfsland u. A. zur Bühne berief, mehr u. mehr er-starkte. Fürsten n. größere Städte errichteten unterbesonderer Aufsicht und Leitung stehende Theater,sicherten die Existenz des Schauspielers durch lebens-längliches Engagement od. durch Pensionsanstaltcn.Ausgezeichneten Ruf erhielt u. a. Las Wiener Bnrg-theater, Mannheim, Gotha, Weimar, Hamburg,Berlin, München, Stuttgart, Dresden und Leipzig,während unter der Leitung eines Ackermann, Ekhof,Schröder, Jfsland, Goethe n. A. Schauspieler fürihren Berns wirklich gebildet wurden u. scharf aus-geprägte schulen in der S. schufen, von denen dieEkhos-Schrödcrsche als die realistische, die Goethescheals ideale, aber allmählich in Formalismus über-gehend zn bezeichnen ist. Bedeutende Summen wur-den selbst von Privatunternehmern auf den Bau u.die sccnischs Ausschmückung der Theater verwendet,die gebildetsten Cirkel öffneten sich dem Schauspie-ler u. nicht nur hierdurch, sondern auch durch Titelu.Decorationen, Grab- u. Denkmäler wurde n. wirder ausgezeichnet. Die höchste Stufe der S. war im18.Jahrh., wo noch weniger der äußereGlanz, son-dern hauptsächlich die gediegenen Kunstlcistungen derSchauspieler in Betracht kamen. In jüngster Zeit