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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Schauspielkunst.

Verbindungmiteinem Jatyrdrama (Tetralogie) aufdie Buhne, und es traten gewöhnlich drei Dichtergegen einander in die Schranken. Zur Entscheidungdieses Wettkampfes waren vom Staate vereidigteKampfrichter (Agonotheten) bestellt, die am Schluffeder Aufführung über die Leistungen der Dichter,Choregeu u. Schauspieler zu urtheilcn u. die Kampf-Preise (für letztere in Geld bestehend) zuznertheilenhatten. Für schlechtes Spiel wurden die Schauspie-ler nicht selten durch Geiselhiebe bestraft. Das agi-rende Personal war der Chor (s. L.) u. die Schan-spieler(Hypokritai). Alle Rollen, auch Frauenrollen,wurden von Männern gegeben, da bei dem Diony-soscult, aus dem das Schauspiel hervorgcgangenwar, nur Männer thätig waren. Der Dichter hatteseine Schauspieler selbst zu stellen u. trat in ältererZeit oft selbst in einer Rolle auf. Die Zahl derSchauspieler war eine feststehende, zurZeit des Aschy-los hatte man zwei, durch Sophokles kam ein dritterhinzu. Sie mußten in Musik, Gesang und Decla-mation gut geschult sein, gutes Gedächtnis), starkeStimme, deutlichen u. richtigen Vortrag haben. AusLen von dem Dichter präsentirtcn Schauspielernwurden drei durch das Loos bestimmt, geprüft undvon dem Dichter zur Aufführung eingeübt. Wennein Schauspieler einmal gefallen hatte, brauchte er,wenn das Loos ihn wieder tras, keine zweite Prüf-ung zu bestehen. Der Stand der Schauspieler warin dem literarisch n. künstlerisch gebildeten Griechen-land geehrt, u. es gingen oft Redner zu ihnen in dieSchule, z. B. Demosthenes zu dem Neoptolemos.glicht selten ehrte man hervorragende SchauspielerLurch Inschriften u. Denkmäler. Sehr selten kames vor, daß die Ausführung noch eine vierte Personuöthig machte; diese Aushilfe hieß Parachoregema,nach Anderen Paraskeniou. Außerdem konnte derDichter als Gefolge von Königen, Königinnen undHelden ebenfalls vom Choreg zu stellende stummePersonen (-caiipcl u^äawu«, -cor-a Trxoawua) auf dieBühne bringen, die Therapontes oder, wenn sie be-waffnet austraten, Doryphoroi hießen; die weiblicheBedienung Therapaiuai. Die Tracht fürKönigs u.Helden in der Tragödie war ein bunter gewirkterLeibrock mit Ärmeln, ein Wams, welches die Brustbedeckte u. ein grüner Überwurf mit goldgesticktemPurpursanm. Andere hochstehende Personen trugeneinen kürzeren purpurnen goldgestickten Mantel, wel-cher von einem breiten reichgestickten Gürtel zusam-niengehalten wurde; die Kleidung einer Königin warein langes purpurnes Kleid, in Trauer ein schwar-zes Schleppkleid mit blauem od. dunkelgelbem Über-wurf; Flüchtlinge oder andere Unglückliche trugengraue od. schwarze Kleidung. Dazu kamen die Schuhemit ungewöhnlich hohen Absätzen (Kothurnoi) undder hohe Haaranfsatz (Onkos), sowie verschiedeneAusstopsnng von Brust u. Gliedern, was Alles dazudiente, die hohen Gestalten der Helden des Alter-thums auch aus der Bühne hervortreteu zu lassen.Zur vollständigen Garderobe gehörten dann nochWaffen aller Art, Scepter, Heroldsstäbe re. DenSatyren und Silenen dienten Felle von Ziegen,Böcken u. Hirschen als Kleidung. Das Kostüm derKomödie war im Allgemeinen das des gewöhnlichenLebens. An den Dionysossesten hatte man sich dasGesicht mit Weinhefeu, späterhin mit Mennige rothgefärbt, oder mit Blättern und Baumrinde bedeckt.

Daraus entstanden mitAschylos die leinenen bemal-ten, den ganzen Kopf bedeckenden Masken (Prosopa),welche die typischen Züge des betreffenden Charaktersdarstellten und deren weite Mundöffnung dazu be-stimmt mar, bei den unter freiem Himmel vor einersehr großen Menschenmenge stattfindenden Aufführ-ungen die Stimme zu verstärken. Dadurch wurdeihnen freilich die Möglichkeit entzogen, ihr Spieldurch die Mimik des Gesichtes zu individualisiren.Die Farbe des an den Masken angebrachten Haupt-haares hatte ihre bestimmten Unterschiede; die Göt-ter ».das reifere Alter trugen schwarzbrannes, jungePersonen u. Göttinnen blondes, die Götter der Un-terwelt schwarzes n. das Grcisenalter bleiches Haar.Die Choreuten trugen der gewöhnlichen Natur undSitte nachgebildete Masken, in Satyrspielen derChor Satyr- und Silenmasken. In der Komödiewar durch die Maske die ganze Erscheinung insLächerliche gezogen. Wenn ein Chor von Lhierenaufzntreten hatte, so wurde auch die menschliche Ge-stalt beibehalten, doch so, daß z. B. in den Fröschendes Aristophanes die Choreuten froschgrüue, anlie-gende Kleider und Masken mit wcitanfgesperrtemMaule trugen, in den Vögeln desselben die Maskenmit großen L-chnäbeln, Federbüschen und Kämmenversehen waren. Die neuere Komödie brachte einegroße Anzahl feststehender Charaktermasken ans.Ausgeschriebene Nachrichten über die Aufführung n.den Erfolg der einzelnen Vorstellungen enthielten diein dem Theater ausgestellten Didaskalien (s. d. 3) u.4). Vgl.Sommerbrodt, Las altgriechische Theater,Stnttg. 1865; Schönborn, Die Skene der Hellenen,Leipz. 1858; Schneider, Das attische Theaterwesen,Weimar1855; Geppert, Die alte griechische Bühne,Lpz. 1843; Witzschel, Die tragische Bühne in Athen,Jena 1847.

In R o m war die Aufführung der Schauspieleeiner Behörde übergeben. Dis Cnrnlischen Ädilenn. der Draotor nrbamis hatten für die Ausführungvon seenischen Spielen aus eigenen Mitteln zu sor-gen u. wetteiferten mit einander in Glanz u. Prachtder Ausstattung. Der Beamte (Dakar mnnsrio od.tncki) halte als solcher für den ganzen seenischen Ap-parat, Dichterhonorar, Schanspielersold, Proben u.Ankündigungen, Ausschmückung der Bühne zu sor-gen. Unter ihm standen als Unterbeamte der Draooo,der Ruhe gebot, wenn die Vorstellung begann, dieDssiZuatorss, die den Zuschauern die Plätze anwie-sen n. Unordnung u. Störung zu verhüten hatten,wobei die Victoren sie wol zuweilen unterstützten, u.die Oongnisitorsv, die das Publikum zum Applan-diren aufsordern sollten. Unter den Kaisern wuchsdie Zahl dieses Personals noch mehr. Die Schau-spieler (küstrionW, TraZosäi u. Oomooäi,^.etorss,^rtiüosv, weniger ehrenvoll Imckii, Imäionos ge-nannt) schaarten sich gewöhnlich als Truppe (6rox,^osrva) umdenHauptschanspieler (.potor primarumpartium), der als solcher Dominnv ArvAis, Director,sie selbst OrsAalss genannt wurden, und zwar nachihrem Director 6rox Rosvianns rc. Solche Schau-spielschulen scheinen bes. in Ciceros Zeit geblüht zuhaben, u. berühmte Schauspieler, wie Roscins undPylades, standen bei den vornehmsten Männern inAchtung u. genossen deren Gunst u. Umgang. DerDator innnsrio hatte sich mit dem Director überZeit u. Honorar des Spieles zu vereinigen. Ware»