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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Schaurvth-

arabicum zur Schönung und Klärung desselben inkleinen Dosen zngesetzt werden, meist als sorgfältiggehütetes Fabrikgeheimniß betrachtet. Die S - Pro-duction betrug nach Wagner 1875 in Deutschland in50 Fabriken 44,zs Mill. Flaschen, in Frankreich(incl. Champagner) 22 Mill. Vgl. Robinet, §abri-cation ciss vms mvusssux, Par. 1878. Jmrgck.

Schaurvth, Friedrich Eduard Karl, Frei-herr von, Geolog, geb. bei Schweinfnrt 26. Oct.1818, wurde Beamter an den wissenschaftlichenSammlungen zu Kvbnrg, um welcheersich großeVer-dienste erwarb. Er schr. u.a. über die geognostischenVerhältnisse des Herzogthums Koburg, Berlin 1853,u. der Gegend von Recoaro im Vicentinischen, Wien1855; über Schalthierreste der Lettenkohlensorma-tiou, Berl. 1857. r.

Schauspiel, zunächst die Darstellung u. Aufführ-ung eines dramatischen Gedichts auf der Bühne, s.Drama u. S-kunst; dann so v. w. dramatisches Ge-dicht überhaupt; im engeren u. eigentlichen Sinneaber diejenige Art dramatischer Gedichte, welche zwi-schen Tragödie n. Komödie in der Mitte stehen, in-dem sie Len Verlauf einer ernsten n. einen tragischenAusgang drohenden Handlung doch zu einem glück-lichen und versöhnenden Ansgang führen. Insoferndas S. in diesem Sinne seine Stoffe häufig ans derLebenssphäre der mittleren Stände entlehnt, nenntman es ein Bürgerliches S. Eine besondere Artdes S-s bildeten früher die sog. H aup t- u. S ta ats-actionen, die extcmporirten, nach Skizzen ansge-führten u.mit einer gewissen Abgemessenheit darge-stcllten Theaterstücke, welche Züge ans dem Lebenberühmter Fürsten und Helden, selbst Zeitgenossen,enthielten. Kürschner.*

Schauspieler, derjenige,welcher eine Rolle einesdramatischen Gedichtes durch Darstellung auf derBühne zur äußeren Anschauung bringt. S. Schau-spielkunst.

Schauspielkunst ist die Kunst der sinnlichen Dar-stellung Dramatischer Gedichte durch lebendige Men-schen, welche die in dem Drama vorkommendenPersonen sprechend u. handelnd darsiellen. Die S.bezeichnet daher zuvörderst die Kunst des Schauspie-lers selbst; doch rechnet inan zu ihr auch dieHerbei-schaffung der äußerenBedingnngendertheatralischenDarstellung, also die gesammten Erfordernisse derScene. Es fehlt ihr die Selbständigkeit, indem sievorher Geschaffenes reprodncirt, aber dennoch istdem, der sie übt, durch seine Erscheinung die Mög-lichkeit eigenen Hervorbringens gegeben. Die einsei-tigeBetonung dieses, des mimischen Elements,sprichtsich ans in derPantomime, wie im Ballet, währendgegentheilig die namentlich von Tieck mit Meister-schaft geübte Kunst des dramatischen Vorlesens, alseinseitige Betonung des declamatorischenTheiles derS. angesehen werden kann. Die Kunst des Schau-spielers besteht aber nicht nur inderdeclamatorischenu. mimischen Darstellung seiner Rolle, sondern zu-gleich in der richtigen Auffassung derselben. Dazugehört ein Studium menschlicher Individualitäten u.Gemllthszustände, sammt der Fähigkeit, ihren ver-schiedenen Erscheinungsformen den entsprechendenAusdruck zu geben, gleichzeitig aber auch Verständ-niß u. Vertiefung in Len Charakter des dramatischenGedichtes und der einzelnen Rolle. Ein Spiel, beidem die Individualität des Schauspielers hinter dem

Schauspielkunst.

Charakter seiner Nolle znrücktritt, nennt man einobjectives; ein solches, bei dem jede Rolle dochimmer vorherrschend andie Jndividualität des Schau-spielers erinnert, ein subjecliv es; und wenn ge-wisse feststehende, auf den Effect berechnete Ange-wohnheiten u. Arbeiten des Vortrages auch am un-passenden Orte zum Vorschein kommen, ein manie-rirtes. Dagegen sind Vertreter des Naturalis-mus in der S. solche Schauspieler, die lediglich dieNatur nachahmen n. sich ihr hingeben, Vertreter desFormalismus solche, die sich streng, ohne Selb-ständigkeit u. Beobachtung der Natur, an einen über-lieferten Stilbinden. Selten ist ein Schauspieler fürdie verschiedenartigsten Rollen gleich befähigt; dierelative Vielseitigkeit desselben gehört daher mit zudessen wesentlichen Vorzügen. Von großen Schau-spielern, die eine Charakterrolle erst zum rechten Ver-ständnis; des Zuschauers bringen, sagt man mit Recht,daß sie eine Rolle schaffen u. der Schauspieler, ob-wol abhängig vom Dichter, kann in dieserBeziehungeine echte und großartige poetische Kraft entfalten.Zn den Erfordernissen der S. gehört endlich auchnoch ein richtiges u. wirksames Znsammenspiel(Lussmbis), welches allein das dem künstlerischenund dramatischen Totaleffect nothwendige richtigeVerhältuiß der an sich gut ansgeführten Rollen un-tereinander u. dadurch zu dem Ganzen der drama-tischen Dichtung hervorbringt. Schauspieler, die nurauf den persönlichen Erfolg bedacht, dieses Znsam-menspiel stören, sind Vertreter des der S. so schäd-lichen Virtuosenthnms, das, schon im vorigenJahrh. sich zeigend, in der jüngsten Vergangenheit(z.B. EmilDevrient) u.Gegenwart (z.B. F.Haase)zahlreiche Vertreter zählt. DieS.dnrch die sinnlicheDarstellung einer dramatischen Handlung unterstützt,bietet ein Mittel der geistigen Unterhaltung dar undist fähig, die stärksten u. großartigsten Eindrücke vonecht künstlerischem und sittlichem Gehalt zu machen.Über den sittlichen Werth und namentlich über denGrad bürgerlicher Achtung, welche dem Schauspielergebühren, haben lange Jahrhunderte hindurch viel-fache Borurtheile geherrscht, welche allmählich vorder Einsicht in den idealen Werth der dramatischenKunst verschwunden sind. Nicht nur die künstlerischenLeistungen großer Schauspieler, sondern auch diebürgerliche Ehrenhaftigkeit einer sehr großen Anzahlderselben haben ihrem Stande zu derselben Achtungverhelfen, welche jede andere Gattung von Künstlernin Anspruch zu nehmen berechtigt ist. Vgl. K. Fr.Stäudlin, Geschichte der Vorstellungen von der Sitt-lichkeit des Schauspiels, Gött. 1823; Rötscher, DasSchauspielwesen vom Standpunkt der Wissenschaftu. Civilisation aus benrtheilt, Berl. 1843.

Die S. entwickelte sich in Europa zuerst in Grie-chenland, namentlich in Athen. Das Schauspiel,sowol Tragödie wie Komödie, ging dort aus derFeier der Dionysosfeste hervor, und wie diese nichtPrivatsache, sondern Angelegenheit des Staates wa-ren, so stand bis in der späteren Zeit herab die S.in Athen, wo an den großen oder städtischen, denkleinen od. ländlichen Dionysien, den Lenäen u. denAnthesterien scenische Stücke ansgefllhrt wurden, un-ter Aufsicht des Staates, nämlich des Archon Basi-lens für die Lenäen, des Archon Eponymos für diegroßen Dionysien und die übrigen. Der tragischeDichter brachte gewöhnlich drei Stücke (Trilogie) in