Schaumkalk —
besitzen:, 1 von den Predigern, 1 von den eine amt»!liche Stellung einnehmenden Juristen, Mcdicinernund studirten Schulmännern, 3 von den Städten, 1vondenLandgemeinden auf 6 Jahre direct gewählt).Oberste Staatsbehörde für die gesammte innere Lan-desvcrwaltnng ist die fürstliche Regierung zu Bückc-burg; Obere Landes - Kollegien: Direktorium derRegierung, der Domänen n. Rentcnkammer, derJnstizkanzlei, des Consistorinms. Für die Rechts-pflege wird nach der neuen Gerichtsorganisation einmit mehreren Staaten gemeinschaftliches Obcrgericht,einLandgericht inBückebnrg, zwciAmrsgerichte initdem Sitze in Bückebnrg u. Stadthagcn errichtet; iildie beiden letzteren Orte soll auch je ein Berwalt-nngsamt kommen. GeistlicheOberbehördeistfürdieLutheraner das Consistorinm, für die Reformierendie Regierung; die Katholiken sind der Diöcese Os-nabrück zngetheilt. Die Gemeinden üben unterStaatsaufsicht ihreVcrwaltung selbst. Die Finan-zen fignriren auf dem Etat mit je 558,885 LI Ein-nahmen. Ausgabe. Staatsschuld 360,000 LI, außer-dem 1,116,000 LI Quote des Papiergeldes. DasS.-L-sche Contingent bildet das Westfälische Jäger-bataillon Nr. 7. Wappen: quadrirt, mit den Zei-chen vonLippe, Schwalenberg u. im Mittelschild vonSchaumburg, d. i. ein silbernes Nesselblatt in Noth,in drei Theile zerschnitten, an den Seiten eines drei-eckigen, von Silber über Roth quer getheilten kleinenSchildes, auf welchem drei silberne Nägel in Formeines Schächerkrcuzes sich befinden; den Schild hal-ten zwei weiß gekleidete Engel. Landesfarben:blau roth weiß. Residenz: Buckeburg.
Geschichte. Die Linie Schanmbnrg od. auchBückeburg des Hauses Lippe (s. d.) wurde vomGrasen Philipp, dem fünften Sohne des GrafenSimon VI. von der Lippe gestiftet. Philipp erhielt1616 als Apanage die Aemter Lippcrode u. Alver-dissen, wozu nach dem Tode seines Schwcstersohnes,des letzten Grasen von Holstein und Schaumburg,noch die halbe Grafschaft Schanmbnrg kam, bestehendin den Herrschaften Bückeburg, Stadthagcn, Hagen-burg u. Steinhude n. dem Schlosse bei Bückebnrg;vergebens prätendirte er auch Pinneberg; er starb1681. Sein ältester Sohn, Friedrich Christian,pflanzte die Bllckeburgische Hauptlinie fort, der jün-gere, Philipp I. Ernst, stiftete die Alverdissen-s che Nebenlinie. Jene aber erlosch 1777 mit dembekannten Feldmarschall von Portugal, Wilhelm,Enkel des Grafen Friedrich Christian, worauf GrafPhilipp II. Ernst von der Linie Alverdissen, einEnkel Philipp Ernsts, auch hier die Regierung über-nahm. Er st. 1787. Im folgte sein minderjährigerSohn Georg Wilhelm (geb. I784)nntcrder Vor-innndschaft seiner Mutter Juliane und des Grafenvon Wallmodcn-Gimborn, wurde 1866 souverän,trat als Fürst dem Rheinbünde bei und übernahm18. Oct. 1807die Regierung selbst. 1813traterzumDeutschen Bunde. Unter seiner liberalen Regierungerfreute sich das Land eines fröhlichen Gedeihens.Bis zum Jahre 1848 zeigte das Staatslcben desLandes nur eine geringe Bewegung; dann freilicheine um so heftigere. Auf die im März 1848 vomVolke an den Fürsten gebrachten Bitten und Be-schwerden, welche die gewöhnlichen Zeitideen betra-fen, wurde durch Proklamation vom 13. März einefast durchaus befriedigende Entscheidung ertheilt;
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nur die Verschmelzung des Staats- n. Domanial-vermögens und die Einsetzung einer Civillistc wur-den abgeschlagen. Namentlich über den letzterenPunkt erhoben sich heftige Streitigkeiten zwischenRegierung u. Ständen, welche soweit führten, daßder Fürst 10. Novbr. den: Landtag erklärte, daß erentschlossen sei, auf die Regierung des Landes zu ver-zichten, wenn ihn der Landtag auf eine Civillistc be-schränken wolle. Schaumburg trat wol den: Drei-königsbündnisse bei, war aber einer der ersten Staa-ten. die auf Oesterreichs Einladung die Bundesple-narversammlnng in Frankfurt beschickten, wogegenes wiederum der letzte der deutschen Staaten war,der sich mit seinen zwei Postämtern dem deutsch -österr. Postvereine anschloß, l.Jan. 1854. 1860folgte den: greisen Fürsten sein noch regierenderSohn Adolf Georg (geb. 1. August 1817). Er-schloß sich 1866 alsbald an Preußen an u. stritt aufdessen Seite, dann trat er in den Norddeutschen Bund;durch die Militärconvention von: 1. Octbr. 1867übernahm Preußen die militärische Leistung desFürstenthums für den Bund gegen Ableistung derDienstpflicht der Schaumburger in: preuß. Heere.Nach langen u. oft heftig geführten Verhandlungenward endlich 17. Novbr. 1868 mit der Landesver-sammlungeine neue ständischeVerfassnng vereinbart.Vgl. Falkmann, Beiträge zur Geschichte des Fllr-stenthnms S-L., Lemgo n. Detmold, 1847—69, 3Hefte. (Gcogr.) Schroot. (Gösch.) Kleurschmidt.
Schaumkalk, so v. w. Aphrit.
Schaumünzen, eine kleinere Art Denkmünzen
Schaumwein, im Allgemeinen jeder monssi-rcnde Wein, speciell die nicht in der Champagne ausden: dortigen Weine fabricirten, so daß also S. undChampagner in einem gewissen Gegensätze stehen,doch wird auch heute noch fast aller S. als (sogen,unächter) Champagner verkauft. Da der S. von:gewöhnlichen Weine sich nur durch einen bedeuten-den Gehalt an Kohlensäure — meist auch an Zucker
— unterscheidet, so kann jeder Wein in S. verwan-delt werden, wenn man ihm nach der ersten Gähr-lnng Znckerlösung zusetzt u. durch passende Behand-lung dafür sorgt, daß die ans den: Zucker sich durchGährnng entwickelnde Kohlensäure nicht entweicht.In: Allgemeinen verdienen aber süße, ans blauenTrauben gepreßte Weine den Vorzug. In Deutsch-land werden bcs.die Weine aus derMosel-, Main- u.Nahegegend,d:eWeinevonHeilbronn,Eßlingen,Frei-burg i. Br. n. dem Kaiserstnhl, ja selbst die ziemlichsauren Weine von der llnstrnt, Saale n. Elbe (beiMeißen) n. von Grüneberg in Schlesien benutzt. Einerder besten deutschen S-e ist der in Hochheim fabricirle;die ältesten Fabriken sind die Eßlinger (seit den: 2.Fünftel dieses Jahrhunderts). In Oesterreich dieWeine von Niederösterreich, Steiermark u. Ungarn;letztere liefern Len schwersten, Italien in seinem Vinoä Xsti opumarcko den leichtestenS. Auch in Rußlandu. NAmerika hat die Fabrikation Eingang gefunden.Die Art der Bereitung des S-s ist fast überall genaudie in der Champagne (s. Champagner) angeweudete.Nur der Zucker-, resp. Liqneurzusatz ist nach den ein-zelnen Weinen und Fabriken sehr verschieden undwird wie die Zusätze, welche, wie Porto, Madeira,Muscatelleressenz, Kirschwasser, Himbeergeist, den:Weine zur Erzeugung eines besonderen Geschmacksod. aber, wie Hansenblase, Alaun, Tannin, (Lumm: