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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Schatzkammer

rnrntan finanzielle Bedürfnisse zu decken. Zu diesem IMittel pflegt gegriffen zu werden, wenn entwederdie bis zum Einlösnngstage mit Bestimmtheit znerwartenden ordentl. Einnahmen die hierzu nöthigcnMittel verheißen oder wenn die Aufnahme eines con-svlidirtcn Änlehens beabsichtigt ist, die augenblick-lichen Verhältnisse des Geldmarktes aber ungünstigersind, als man sie später zu finden hosst. Kolb.

Schatzkammer, Gebäude zur Aufbewahrungöffentlicher (Tempel-, Staats-, fürstlicher Haus- n.Kron-)Schätze; in England (Prsaourz-), das Finanz-ministerium.

Schatzlar, Marktflecken im böhm. Bez. Trante-nau (Österreich), am Fuße des Nehhorngebirges,un-fern üer preuß. Grenze; Bergschloß, Rathhans, Ar-menhospital, Bierbrauerei, Glashütte, Steinkohlen-bergwerke; 1869:1961 Ew.

Schatzschein, so v. w. Schatzauweisungeu.

Schätzung, Eintragung in die Steuerlisten, Ka-tastrirung; s. Oensus.

Schätzung, so v. w.Taxation. S-seid, s. EidI. L. üoo), wozu nachzutragen, daß die deutsche Ci-vilproceßordnung (Z 260) die bisherigen Vorschrif-ten über den S-seiü aufgehoben, aber dem Gerichtdie Befugniß ertheilt, dem Beweissührer die eidlicheS. des Schadens od. des Interesses nachzulassen, inwelchem Falle es dann selbst den Betrag bestimmt,welchen die eidliche S. nicht übersteigen darf.

Schananstalt, in manchen Städten die Einricht-ung, daß gewebte zur Ausfuhr bestimmte Zeuge aufihre Güte untersucht werden, theils um die Käufervor Nachtheil zu schützen, theils um dem eigenenLande den guten Nnf zu bewahren. Im nordwest-lichen Deutschland sind es die Leggeanstalten (s.d.); in Italien, Frankreich u. Süddentschland gibtes ähnliche Einrichtungen (Conditionirungsanstal-ten), welche das richtige Gewicht der auszuführendenMaaren (namentlich Seidenwaarcn) prüfen. Neuer-dings hat mau die Einrichtung auch auf das Fleischausgedehnt, s. Fleischschau. Schroot.

Schaub, Franz Ritter von, geb. 23. April1817 zu Groß-Schweinbart in Nieder-Österreich,gest. 28. April 1871 in Triest. Er stndirte in Wienhauptsächlich Mathematik u. Astronomie, war 1840bis 1850 an derWieuerSternwarte augestellt, gingdann als Professor der nautischen Astronomie nachTriest u. wurde 1857 Director der Marine-Stern-warte, rief 1860 eine hydrographische Anstalt insLeben, die er ebenfalls leitete, wurde dann Directorder neu organisirten Triester Akademie für Handeln. Nautik u. 1867 Schulrath für die nautischen Schu-len Österreichs. Von seinen Schriften rc. sind zuneunen: Leitfaden der nautischen Astronomie, 2. A.Wien 1860; Nautische Tafeln, Triest 1853; Mag-netische Beobachtungen im Mittelmeer, ebd. 1858.Auch war er au den Annalen derWieuerSternwartebetheiligt und gab Wien 186265 und Triest 1366bis 1867 den Almauach der Österr. Kriegsmarineheraus. «chroot.

Schaubrod (hebr. Iweiiom pauim), 12 Brod-kucheu aus seinem Mehl au jedem Vorsabbath ge-backen u. im Heiligen der Stistshütte ans Lein ver-goldeten Tische, im Tempel ans einem goldenenTische (S-tisch) in zwei gleichen Schichten nebst zweiSchalen Weihrauch ausgestellt. Dis jeden Sabvathdurch frische ersetzten S-e wurden dann von den

- Schaumbcrger.

Priestern an heiligem Orte verzehrt. In früherenZeiten durften auch Andere davon essen, wenn sienicht durch Todtenberührulig u. körperliche Functio-nen unrein waren, s. 1. Sam. 21, wo der PriesterAbimelech dem David und seinen Leuten unter dieserBedingung S-e gibt. Fürst.

Schauder, ein mit vorübergehendem Zittern ver-bundenes plötzliches Znsanliuenschrunipfen der Haut.Der geringere Grad heißt Schauer/ Bei diesem istKälte die gewöhnliche Veranlassung. Hierher gehörtauch der Len Fiebern eigenthümliche Zustand desFröstelns oder wirklichen Frostes; vgl. Gänsehaut.Psychisch können alle schnell wirkenden Gefühle, selbstsreudig überraschende, Schauer erregen, S.aber nurdie stärkeren, widrig afficirendeu, wie Schrecken undFurcht. Schauderhaft heißen Ereignisse u.Hand-lungen, welche dergleichen Gefühle Hervorrufen.

Schauenburg, Grafschaft, s. Schaumbnrg.

Schauenstein, Marktflecken im Bez.-Amt Nailades bayer. Regbez. Oberfrankeu; Schloß, Kirche mirschönen Monumenten; Banniwollenweberei, Eisen-hütte; 1875: 1343 Ew.

Schanerschlange, so v. w. Cascavella, s. Klap-perschlange.

Schauseiwerk, Paternosterwerk mit Schaufeln.

Schauffert, Hippolyt August, dramat.Dich-ter, geb. 5. März 1835 in Winnweiler (Rhein-bayeru); bezog 1852 die Universität München, umRechtswissenschaft zn studireu. Hier entstanden, er-muntert durch Rob. Prutz, seine ersten dramatischenVersuche u. Entwürfe (Der Schmetterling, Lustspiel,sowie die Tragödie Kaiser Otto III). Von 1856 bis1859 lebte S. als Rechtspraktikant in Zweibrücken,sodann als Polizeicommissär bis 1866 in Waldmohru. bis 1868 in Dürkheim. 1868 wurde er Landge-richtsassessor in Germersheim. In demselben Jahreerrang er Lurch sein Lustspiel Schach dem Könige denvon der Intendanz des Wiener Hofburgtheaters ans-gesetzten Preis. Nun fanden seine übrigen Dicht-ungen aller Orten Aufnahme. Er erbat Urlaub, Lener theils bei Wien, theils in den bayerischen Alpenverbrachte. Im Jan. 1871 vermählte er sich mitder Enkelin von Joseph Gorres in Wien. Kränkelndbegab er sich 1872 nach Speyer, wo er 18. Mai 1872starb. Er ließ außer den genannten Stücken erschei-nen: VaterBrahm, Trauerspiel, Mainz 1871; Erb-folgekrieg, Lustspiel, Lpz. 1872; Dorothea, Novelle,Regensb. 1873. Viele Dramen blieben nngedrnckt,z. B.: Verwechselte Annoncen, Ein seltsamer Prinz,Actnar Lachmanns Hochzeitreisc, Der Gaisbock vonLambrecht, Ein Kuß zur rechten Zeit, Prinz Ama-deus, Ein MnßestünLchen des Ministers, Die kaiser-liche Einquartierung, Schlaflose Erben rc. Bcher.

Schauiubergcr, Heinrich, Volksschriftsteller,geb. 15. Dec. 1843 zn Neustadt beiKoburg; besuchte186164 das Kobnrger Schullehrerjeminar undwurde sodann als Kobnrger Volksschnllehrer in Ein-berg, Ahlstädt,znletztinWeißcnbrunn angestellt. DerWunsch, die Universität Jena zu besuchen, blieb un-erfüllt. Dakäm Lerbildnugsdurstige, in der eigenenFortbildung unermüdliche Lehrer in Weißenbrnnnmit dem Psarrer Oskar Bagge, dem Verfasser desJosias Nordheim, in Berührung, der seine schrift-stellerische Richtung bestimmte. Er betrat das Gebietder Dorfnovelle, aus dem er in der Folge Großes lei-tete. S.schr. die erfrischenden, herzanregenden, ge-