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Schäffle -
Schaffte, Albert Eberhard Friedrich, Na-tionalökonom n. Staatsmann, geb. 24. Febr. 1831zu Nürtingen (Württemberg); besuchte 1844—48das niedere evangelische Seminar in Schönthal undbezog dann dicUniversitätTübingen. Von 1850 bis1860 redigirte er den Schwäbischen Merkur, ward
1860 Professor der politischen Ökonomie u. Staats-wirthschaft in Tübingen, gehörte 1862 — 65 demwürttembergischen Landtage, 1868 dem deutschenZollparlamente an; Herbst 1868 wurde er ordent-licher Professor in Wien. Am 7. Febr. 1871 alsHandels- und Ackerbauminister in das Cabinet Ho-henwart berufen, zog er sich nach dessen Sturze,Ende Oct. 1871, nach Stuttgart zurück. Er schr.:Handbuch der Nationalökonomie, 2. A. Lpz. 1861;Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirth-schaft, Lpz. 1861, 3.A. Tüb. 1873; Über die ethischeSeite der nationalökonomischen Lehre vom Werthe,ebd. 1862; DienatioualökonomischeTheorie der aus-schließendcnAbsatzverhÄltnisse,ebd. 1867; Capitalis-nius und Social-ismns mit besonderer Rücksicht ansGeschäfts- n. Vermögcnsformen, 2. A. ebd. 1878;DieQnintcssenz desSocialismns, 6.A.Gotha1878;Ban u. Leben des socialen Körpers, Tüb. 1875 bis1878, 4 Bde. Mit Fricker und Wagner gibt er seit
1861 Die Zeitschrift für die gesammte Staatswissen-schast heraus (34. Jahrg., Tüb. 1878). Schroot.
Schäfflertanz, s. Böttcher, S. 729, 2. SP.
Schaffner, 1) so v. w. Verwalter, Hofmeister,Haushofmeister; 2) in Obcrdeutschland Einer, wel-cher die ökonomischen Angelegenheiten eines landes-herrlichenAmtes besorgt; daher S-ei, das Amt,dieWohnung desselben od. der ihm zngewiesene District;3) bei Eisenbahnen: der Beamte, der die Billets re-vidirt rc.
Schaffner, Martin, namhafter Maler, lebte1508—1535 in Ulm. Vielleicht ein Schüler Zeit-bloms folgt er einer noch idealeren Richtung undscheint in späteren Jahren auch unter dem Einflüsseder italienischen Knust gestanden zu sein. SeineWerke zeichnen sich durch edle Anordnung, FeinheitderEmpfindungn.hohenSchönheitssinnans. Haupt-werke: Dis Verkündigung, Die Darstellung im Tem-pel, Die Ausgießung des heil. Geistes n. Der TodMariä in der Münchener Pinakothek. Auch der Ul-mer Münster besitzt schöne Arbeiten S-s, der 1541in Ulm gestorben sein dürfte. Regnet.
Schaffst (Schasot, v. franz. blolmkauä), die zurVollstreckung der Todesstrafe bestimmte Richtstätte.
Schafgarbe, die Pflanzengattung ^obillon; bes.die Gemeine S., licolMsa miUokolium L., inEuropa ans Wiesen, mit weißen, röthlichen, an gleich-hohen Doldentranben stehenden Blüthenköpfen, fei-nen, doppelt gefiederten Blättern. Officinell sind diegcwllrzhast riechenden n. schärslich bitter schmecken-den Blumen (Ploros inUiskolii) u. das gewürzhaftbittere, bei der Destillation dunkelbläuliches, kräftig,kampherartig riechendes, ätherisches Oel gebendeKraut (Herda, miUvkolü), als gelind stärkendes Mit-tel bei Krämpfen, hypochondrischen Beschwerden,Mutflllssen rc. in Gebrauch. S-nextract (Dxtrao-ium miUskolii), der braunschwarze, durch Eindickendes wässerigen heißen Aufgusses der S. bereiteteDicksaft. S°nöl, Lurch Destillation aus den Blü-then gewonnen; fett erwachsene Pflanzen liefern einblaues, solche von magerem Boden ein grünes, die
— Schaft.
Wurzeln ein fast farbloses Öl. Mit der Zeit verliertsich die Farbe. Eiigkr.
Schafhäutchen (Schafhant, Lmnion), die in-nerste, fast durchsichtige, gefäßlose, einen geschlossenenSack bildende Eihaut (s. Ei 2), welche die Frucht unddas Fruchtwasser enthält.
Schafhäutl, Karl Emil, Geologe, geb. 16.Febr. 1803 zu Ingolstadt, wurde nach mehrjähri-gem Aufenthalte in England 1842 Professor der Geo-gnosie, Berg- n. Hüttenkunde zu München. Anfangspseudonym alsK. E. Pelliso schr. er mehrere moralischeSchriften, Jngcndschriften und dramatische Werke.Außer seinen sehr zahlreichen Abhandlungen, theil-weise auch musikalischen Inhalts, sind zu erwähnen:Südbayerns Iwtchasa M0An., mit Atlas, Leipzig1863; Der Gregorianische Choral, Münch. 1869;Kirchenmusik der Byzantiner, das. 1871; Die Geo-logie im Verhältnisse zu den Naturwissenschaften,das. 1843; Geognostische Untersuchungen der süd-bayerischen Alpengebirge, das. 1851; Betrachtungenzur Kenntniß der Nnmmnliten, Stuttg. 1846. Be-sondere Verdienste erwarb er sich um das Pnddelndes Eisens und die Stahlfabrikation (Patent 1336,Nr. 7117), durch Constrnction verschiedener Instru-mente (aräomet. Heber, Vibrations - Photometer,Phonometer, Baroskop rc.) sowie durch das von ihmin München eingerichtete geognost. Cabinet. r.
Schafpockcn, ansteckende, seuchenartige, verhee-rende Krankheit der Schafe; das Pockencontagiumist sehr lebenszähe n. erzeugt durch Einimpfung in5—7 Tagen die S. Ziegen, Schweine und Hundesind empfänglich für das Contaginm. Nach Ablaufder Jncnbationszeit stellt sich hochgradiges Fieberein; 1—2 Tage später zeigen sich an den wenigerdicht behaarten Körpertheilen geröthete Stellen; csentstehen Knötchen, aus denen nach einigen TagenBläschen hervorgchen. Das Fieber läßt allmählichnach und die Pocke zeigt 6—7 Tage nach dem Aus-bruche einen eitrigen Inhalt. Dieser Inhalt wirdnun dicker u. dicker, u. die Pocke hat sich nach 5—6Tagen mit einem trockenen Schorfe bekleidet, dernach einiger Zeit absällt. Die Krankheit dauert etwa3 Wochen. Unter gewöhnlichen Umständen gehen 10bis 20°/o der Thiere zu Grunde; entwickeln sich aberunter ungünstigen Verhältnissen die sog. Brand- od.Aaspocken, so sind die Verluste viel erheblicher. Mansorge während der Krankheit vor allen Dingen fürkühle n. reine Luft n. weiches Futter. Schmidt.
Schafschwingel, ist §s8tnoa ovina.
Schafstedt, «tadt im preuß. Regbez. u. KreiseMerseburg; Zuckerfabrik, Ackerbau und Viehzucht;1875: 2367 Ew. S. ist Geburtsort des Philosophenu. Abgeordneten von Kirchmann.
Schaft (Loapns), 1) nnbeülätterter Stengeltheileiner nur am Grunde beblätterten Pflanze; 2) beiden Handfeuerwaffen derjenige Theil, in welchemLauf u. Schloß befestigt sind n. welcher Handhabungu. Gebrauch der Waffe erleichtern soll. Er ist vonHolz n. besteht aus dem vorderen langen Theil od.dem eigentlichen S., der zur Aufnahme des Laufesrinnenartig ausgehöhlt ist; dann folgt der dünne,etwas nach unten gebogene Kolbenhals, der in denbreiten, zum Einsetzen des Gewehres in die Schulterbestimmten Kolben übergeht (s. Handfeuerwaffen).Bei den Lanzen die hölzerne Stange, an deren obe-rem Ende die eiserne Spitze befestigt ist.