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obst), vorzüglicher Wein, Holz (kaum für den eigenenBedarf ausreichend); die gewöhnlichen Hausthiere,Fische (Hechte, Lachse), Federwild; Gips, Thon, Kalk-u. Sandsteine. Über Viehstand n. Vertheilnng desBodens s. n. Schweiz. Die Bewohner bekennen sichmit Ausnahme von 3051 Katholiken und 24 Indenzur protestantischen Confessio». Die Katholiken ge-hören znr DiöceseBasel. Die Hauptbeschäftigung derBewohner ist Laudbau u. Viehzucht; der BergbauaufBohnerz wird nicht mehr betrieben, dieJndnstricist im Aufschwung. Es gibt im Kanton Baumwollen-spinnereien, Kattnndrnckereicn, Fabriken für Gnß-stahl, Feilen, Schmelztiegel, Waggons und Wagen,Thonwaaren, Seiden- n. Bauniwollenstoffe, wissen-schaftliche Instrumente, ferner Gerbereien, Gips-mühlen, Bierbrauereien, Kirschwasserfabriken rc.Für den Lolksunterricht ist ausreichend gesorgt, s.u. Schweiz. Außerdem hat der Kantou ein Taub-stnmmeninstitut und eine Nettungsanstalt für ver-wahrloste Kinder. Der Kanton ist in die 6 Bezirke:Ober- und Nnterklcttgau, Reyat, Schaffhaussn,Schleitheim u. Stein eingetheilt. Die Regierungdes Kantons ist völlig demokratisch. Nach der neuenrevidirten Verfassung vom 14. Mai 1876 wirdder Große Rath, welcher die Gesetzgebende Gewaltu. die Oberaufsicht über alle Behörden ansübt, di-rect vom Volke nach dem Verhältnisse von einemMitglieds auf 500 Seelen gewählt, u. zwar ans 4Jahre. Der Große Rath kann jederzeit auf den An-trag von 1000 stimmfähigen Bürgern durch dieWahlversammlungen abbernfen werden, ebenso auchder Negierungsrath. Wenn 1000 stimmsähige Bür-ger es verlangen, müssen die Gesetze einer Volksab-stimmung unterworfen werden, welche auch übergrößere außergewöhnliche Abgaben entscheidet. DasRecht der Gesetzesinitiative ist ferner den Burgerneingeränmt, insofern sich wenigstens 1000 zu einemAnträge vereinigen. Die oberste vollziehende undVerwaltungsbehörde ist der Negierungsrath, aus 5Mitgliedern bestehend, welche auf je 4 Jahre durchdas Volk gewählt werden. Ein Obergericht von 5Mitgliedern wird ebenfalls ans je 4 Jahre von demGroßen Nathe gewählt. In jedem der 6 Bezirke be-steht ein Bezirksgericht, in jeder Gemeinde ein Ge-meinderath n. ein Friedensrichter. 1876 betrugendieEinnah m en 1,072,793Frcs.u.die Ausgaben930,538 Frcs. Das Wappen ist ein schwarzerspringender Widder in grünem Felde. Vgl. Wanner,Der Kant. S. in antiquarischer Bedeutung, Schaffh.1851; Jmthurn, Der Kant. S., historisch, geogra-phisch, statistisch, St. Gallen 1840. 2) Hauptstadtdarin, rechts am Rhein, über den eine Brücke führt,Station der Schweiz. Nordost- u. der Bad. Staats-bahn, alterthllmlich gebaut; 3 Kirchen (darunter diezu St.Johann, dasMllnster u. die alte Klosterkirchemit Kreuzgang), Rathhaus, Gymnasium, Jmthur-nenm (Anstalt zur Förderung wissenschaftlicher undästhetischer Bildung, von einem Engländer Jmthurn1864 gestiftet), Museum; Baumwollen- u. Wollen-spinnereien, Fabrikation von Gußstahl, Feilen, Guß-waaren,Stabeisen,Eisenbahnwagen,landwirthschaft-lichenMaschinen, Waffen, Seife, Kerzen, Bindfaden,Schaumwein, Oel; ferner Mahlmühlcn, Bierbraue-reien und Brennereien; große Kamm- und Strick-wollcnfabriken; 10,303 Ew. Von der Rheinbrückeund dem alten Bollwerk lknoth (Munot) genießt man
herrliche Aussichten; anmuthige Umgebungen. Inder Nähe der Rheinfall von S., s. n. Rhein. S. istder Geburtsort des Bildhauers Trippel, des Ge-schichtschreibers Johannes v. Müller (Bildsäule ausder Promenade) u. dessen Bruders Johann GeorgMüller. — S. kommt urkundlich zuerst 1045 vor.Die Gegend um S. gehörte früher den Grasen vonNellenburg; das Kloster Allerheiligen, welches GrafEberhard bei S. 1052 gründete n. welchem er seineRechte auf die Gegend abtrat, trug sehr zur Vergrö-ßerung S>s bei. S. wurde in der Folge eine Reichs-stadt, aber Kaiser Ludwig derBayer beschränkte ihreRechte, indem er sie 1330 an die Herzoge vonÖster-reich verpfändete. Diese blieben Herren der Stadtbis 1415, wo Kaiser Sigismund sie in ihre altenRechte einsetzte, u. sie behielt diese bis 1501 , wo sielO.Aug. mit Basel zur Schweizer. Eidgenossenschafttrat. 1803 war S. einer der Kantone, aus welchenunter franz. Einfluß die neue Schweizer.Eidgenossen»schaft gebildet wurde. Vgl. Egli, Taschenbuch schweiz.Geographie, Volkswirthschaft u. Cultnrgesch., 2. A.Zür. 1878; Kaden, Das Schweizerland, Stuttg.1876 f.; Harder, Histor. Beschreibung des Mnnotszu S., 5. A. Schaffh. 1877. i) H- Berns. 2 ) Schroot.
Schltfsirow (eigenst. Schaffer), P e ter, geb. alsSohn eines armen Übersetzers bei der Gesandt-schaftskanzlei, Jude, erlernte deutsch, französisch u.polnisch. Als Ladendiener in Moskau zog er 1697Peters I. Auge auf sich n. durfte ihn auf seiner gro-ßen Europa-Reise begleiten. Er ließ sich taufen u.hieß nun Peter S. 1703 wurde er geheimer Secre-tär der Gesandtschaftskanzlei, bald Hauptdireclor imDep. der auswärtigen Angelegenheiten, 1710 Ba-ron u. 1711 Reichsvicekanzler. Als solcher zog derscharssinnige, treue n. civilisatorisch gesinnte Staats-mann mit an den Prnth, hier bestach er im Auf-trags Katharinas I. den Großvezier, der Peter I.umzingelt hatte, n. schloß mit ihm den Frieden vonHusch 23. Juli 1711. Er blieb als Geisel für dessenErfüllung in türkischen Händen, erlernte in Eon-stantinopel italienisch, stndirte den Handel n. dieZustände des Orientes n. wurde Gesandter am Di-van. 24. Juni 1713 schlossen er u. Graf Scheremc-tew (s. d.) den Frieden von Adrianopel mit demSultan ab. 1714 nach Petersburg zurückgekehrt,wurde S. wirklicher Geheimrath und Reichsgeneral-postmeister unter Beibehaltung des Neichsvicekanz-lcramtes. Menschikow war sein Todfeind u. setzte1722 seinen Sturz durch; ein Scheingericht unterdessen Vorsitz überwies ihn einer langen Reihe vonVerbrechen. Er wurde gekantet u. 6. März 1723für übersllhrt erklärt, zum Verluste der Ehre, derGüter, Würden n. des Kopfes verurtheilt, ihm aberaus dem Schaffst das Leben geschenkt. KatharinaI.,die dasselbe für ihn erbeten, rief ihn 1725 zurück,der Senat mußte ihm seine Güter restitniren, 12.Febr. 1726 wurde er abermals baronisirt, aberMenschikow litt nicht, daß er Mitglied des GeheimenNathes oder gar Reichskanzler wurde. Zum Prä-sidenten des Commcrzcollegs befördert, hob er denWalfischhandel in Archangel. 1737 war S. Bevoll-mächtigter auf dem resnltatlosen FrieLmscongresscvon Nemirow. Er st. in Petersburg l i.März 1739.Vergl. Kleinschmidt, Rußlands Geschichte n. Politik,dargestellt in der Geschichte des russischen hohenAdels, Kassel 1877. KlMchmid!.