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Schäfereigerechtigkeit — Schasfhausen.
1855; Goethes Leben, 3.A. ebd. 1877, 2Bde.; Ge-schichte der deutschen Literatur des 18. Jahrh., Lpz.1855 — 60, 3 Bde.; Schiller, eine biograph. Schil-derung, ebd. 1853; Zur deutschen Literaturgeschichte,Brem. 1860, 2. A. Hamb. 1873; Litcraturbilder,Lpz. 1861, 2 Bde.; Tabellen zur Gcsch. der deut-schen Literatur, Lpz. 1853, 2.A. Altona 1869; Liebeu. Leben, Liedercyclns, 2. A. Bremen 1859, rc. 3)Arnold, Historiker, Bruder des Vor., geb. 16.Oct.1819 iuSeehausen; wurde nach absolvirteuStudienan der Universität Leipzig 1842 Lehrer am Bloch-mannschcn Institut in Dresden, 1850 Professor ander Fllrstenschule zu Grimma, 1858 als Professorder Geschichte nach Greifswald u. 1865 nach Bonnberufen. Bon seinen Werken seien erwähnt: Demo-sthenes u. seine Zeit, Lpz. 1856—58, 3 Bde.; Abrißder Quellenkunde der griech. Gesch. bis ans Poly-bios, 2.A- ebd. 1873; DieHansa u. die nordd.Ma-rine, Bonn 1869; Gesch. des Sicbenjähr. Krieges,Berl.1867—74, 2 Bde.; Historische Aussätze n. Fest-reden, ebd. 1873. 2ag->i.
Schäfereigerechtigkeit, die Berechtigung,Schafe auf der ganzen Flur und bes. auf fremdenGrundstücken mit einem eigenen Schäfer zu halten,u. zwar auf Grund von Belehnung, Verträgen, Her-kommen od. anderenRechtstiteln. Verschieden davonist das Schäsereirccht, d.h.das Recht, auf Grundeines gewissen Grundbesitzes ans seinen eigenenGrundstücken Schafe halten zu dürfen. Beides durchAblösung meist beseitigt.
Schäferpoesie, Schäferroman, Schäferge-dicht, s. u. Bukolisch.
Schafenter ist kol^porns ovinns 70'., ein Pilzvon eiförmiger Gestalt, der in Steiermark, Salzburgu. Österreich verspeist wird.
Schäffer, August, Landschaftsmaler, geb. 30.April 1833 in Wien; wendete sich seit dem 18. Jahreder Kunst zu u. bildete sich 1852—56 an der WienerAkademie unter Steinfeld aus, worauf er Deutsch-land bereiste. Seine Stoffe entnimmt S. meist denösterreichischen n. deutschen Alpen n. dem deutschenMeeresstrande. Hauptwerke: Strand an der Nord-see; Einsamer See; Ungarischer Eichenwald; Alleevon Kufstein; Der Lauter-See; Weiher bei Salz-burg; Meeresstrand (im Belvedere zu Wien); Bu-chenwald imHerbst; Im Moor; Eichenwald (Abend-stimmung); Waldesansgang (Motiv bei Salzburg);Winterabend (Motiv aus Steiermark); Herbstland-schast (Staatseigenthum); Mondaufgang. S. fuhrtauch die Radirnadel mit Glück. S. ist Mitglied derWiener Akademie. Regnet.
Schaffgotsch (Schaaffgotsche), ein uraltes, ausdem südlichen Deutschland stammendes Geschlecht,welches ursprünglich Schaf (Scaf,Scof,Schoff) hießu. seit dem 13. Jahrh. in Thüringen, Meißen, denLausitzen und Schlesien vorkommt. Den erblichenTaufnamen Gotsche (Gotz, Götz, d. i. Gotthard)nahm das Geschlecht seit einem angesehenen Vorfah-ren, Gotsche II. Schoss (st. 1420), als Zunamen anu. bediente sich im 15. u. 16. Jahrh. fast ausschließ-lich desselben (die Götschen). Das älteste Stamm-schloß des Geschlechts in Schlesien war Kemnitz ander Lausitzer Grenze, die Burg Kynast besaß es nach-weislich seit 1360, die Beste Greifenstein seit 1418.1592 bestätigte ihnen Kaiser Rudolf II. ihren Frei-herrnstiinL und verlieh ihnen den gemeinschaftlichen
Titel S. genannt von Kynast u. Greifenstein, Frei-herren zu Trachenberg; 1627 ertheilte Kaiser Fer-dinand II. dem General Hans Ulrich das Prädicateines Semperfreien des heil. Römischen Reiches;1622 erhielten sie die ungarische Magnatenwnrdeu.1708 den Reichsgrafenstand. GrafHans Ulrich,geb. 1595 auf Kynast, erwarb sich durch Studien u.Reisen eine bedeutende Bildung u. bekannte sich zndem evangelischen Glauben; dennoch trat er 1619in kaiserliche Dienste, wurde sehr bald General derCavalerie, dann Commandirender in Schlesien undfocht unter Wallenstein, welcher ihn sehr schätzte n.begünstigte, aber dadurch auch in seinen Fall ver-wickelte; S. wurde zu Ohlau gefangen u. in Regens-burg 23. Juli 1635 enthauptet; seinen Kindernwurde die Herrschaft Trachenberg genommen u. sieselbst im katholischen Glauben erzogen. Das Ge-schlecht theilt sich in 2 Hanptlinien: 4.) schlesischeLinie (Schaffgotsch), gestiftet von Christoph Leo-pold (gest. 1703), Erbhofmeister in Schlesien. GrafPhilipp Gotthard, war 1744 Coadjutor und1747 — 57 Bischof von Breslau, 1748 Fürstbischofdaselbst, fiel aber wegen seinerHaltung bei der Ein-nahme Breslaus durch die Österreicher bei Fried-rich II. 1757 in Ungnade n. st. als Verbannter 1795.Diese Linie zerfällt in diePrimogeniturlinie znWarmbrnnn, welche die aus 14 Rittergütern be-stehende u. 1825 zn einer freien Standesherrschafterhobene Herrschaft Kynast besitzt, deren jedesmali-ger Besitzer, gegenwärtig Graf Ludwig, geb. 4.Sept.1842, seit 1786 das Erblandhofmeisteramt imHerzogthum Schlesien u. seit 1827 eineCuriatstimmeim Stande der Fürsten u. Herren auf dem schlesischenProvinziallandtage hat u. seit 1854 erbliches Mit-glied des preußischenHerrenhauses ist, u. in dieSe-cnndogeniturlinie zn Wildschütz; Chef: GrafRudolf v., genanntSemperfreivonu.zuKynastrc.,zweiter MajoratsherraufKynast, geb.21.Oct.1830.L) Böhmische Linie (Schaaffgotsche); Chef: GrafJohann Franz de Paula, geb. 22. Juni 1829,genannt von n. zu Kynast u.Greifenstein, Majorats-herr der Herrschaften Kuntschlltz, Sadowa, Weiß-Trzemeschnitz inBöhmen, Besitzer desAllodialgutesZaroschitz in Mähren. Lagai.»
Schaffhausen, 1) der zwölfte u. nördlichste Kan-ton der Schweiz, besteht aus 3 von einander getrenn-ten Stücken, dem Hauptgebiet u. 2 kleineren Land-strichen, auf dem rechten Rheinnfer; ist im W., N.u.O. von Baden umschlossen u. im S. durch den Rheinvon den Kant. Zürich u. Thurgau geschieden; 294,^sHüm (5,gjsDM mit(1870) 37,721 Ew. (auf 1 Hsüor126, in der ganzen Schweiz 64). Die Oberflächebildet meist ein fruchtbares Hügelland. Im N. istder Haupttheil des Kantons von dem plateauartigenBergrücken des Randen mit dem Hohen Randen(928 in) n. der Randenburg (902 m) erfüllt, u. imO. wird er von dem zerklüfteten Kalkgebirge desReyat durchzogen. Flüsse sind der Rhein, der un-terhalb der Stadt S. den weltberühmten, 24 m hohenRheinfall bildet, die Wutach, Bibern, Durach. Ei-se nb a h n e n 51 üw. Vier-Haupt- u. 30Nebenthäler,unter ihnen der fruchtbare, weinreicheKlettgau, durch-ziehen Las Land. Das Klima ist im Rheinthale mild,rauh auf dem Plateau des Randen u. Reyat. Pro-ducts: Getreide (über den eigenen Bedarf), Kartof-feln, Hülsenfrüchte, Hanf, Obst (hauptsächlich Kern-