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Schachtruthe
oder Bodenstein) gebildet, welcherznm Schutze gegendie ausfressende Wirkung der geschmolzenen Massenoft mit einer Schlacken-, Lehm- oder Gestülbe-sohle bedeckt ist. Dieser unterste Ofentheil — jenach seiner Gestalt Herd, Sumpf oder Tiegel ge-nannt — hat.,zum Abfluß resp. zum Ausziehen einod. mehrere Öffnungen, welche entweder stetig offenstehen («pur, Auge) od. für gewöhnlich durch einenThonpfropf geschlossen sind u. nur von Zeit zu Zeitdurch Zerstoßen desselben (Abstechen) geöffnet wer-den (Stichloch). In dem darauf folgenden Ofentheile(Gestell) befinden sich die Öffnungen (Formen) fürden Gebläsewind). Die Erze, Brennmaterialien u.Zuschläge werden von oben (an der Gicht) in denOfen meist lagenweise geschüttet. Seltener finden sich(bei den Zugschachtösen) seitliche oder Gasfeuer-ungen. Unter dem Sohlstein befinden sich bei allenhöheren Schachtöfen meist krenzsörmige Kanäle zumAbfluß der Feuchtigkeit (Andreaskreuz), über.derGicht i. d. Neg. Flugstaubkammern od. Apparate zumAuffangcn der Gichtgase, welche zuweilen noch be-deutenden Breunwerth haben. UberdieverschiedenenArten der Schachtöfen vgl. Ofen u. Hohofen. Jungs.
Schachtrnthe, s. Ruthe 2).
Schack, Adolf Friedrich Graf v., berühmtals Literarhistoriker u. Übersetzer, geb. 2. Ang. 1815in Brüsewitz bei Schwerin in Mecklenburg; stndirteseit 1834 in Bonn, Heidelberg n. Berlin die Rechten. widmete sich daneben dem Studium der verschie-denen europäischen n. orientalischen Sprachen; 1838unternahm er eine wissenschaftliche Reise nach Ita-lien, Sicilien, Ägypten, der Türkei, Griechenlandu. Spanien, begleitete dann als Kammerherr u.Legationsrath den Großherzog von Mecklenburgnach Italien n. der Türkei, fnngirte hierauf bei derBundestagsgesandtschaft, nahm1848zneinsm neuenBesuche Italiens, Ägyptens, Syriens u. PalästinasUrlaub u. lebte seit 1849 in Berlin, erst als mecklen-burgischer Bevollmächtigter bei dem Collegium derUnion, dann als Geschäftsträger, zog sich aber 1852auf seine Güter im Mecklenburgischen zurück u. un-ternahm 1854 eine zweite Reise nach Spanien be-hufs Forschungen über Geschichte u. Cnltur der spa-nischen Araber. In Folge einer Einladung des Kö-nigs Maximilian H. zog er 1855 nach Bayern, be-gleitete von da ans 1865 den Großherzog von Meck-lenburg nach Spanien n. 1873 in den Örient. 1875erhielt er vom deutschen Kaiser die Grafenkrone.Von seinen Werken seien erwähnt: Die Geschichteder dramatischen Literatur u. Kunst in Spanien,Berl. 1845 s., 3 BLe., 2. A. Franks. 1854; Nach-träge, Franks. 1855; Gedichte, Berl. 1867, 3. A.Stuttg. 1874; Poesie u. Kunst der Araber in Spa-nien u. Sicilien, ebd. 1865, 2 Bde, 2. A. 1878;Episoden, Berl. 1869, 3. A. Stuttg. 1875; Durchalle Wetter (Roman in Versen), Stuttg. 1870, 3. A.1875; Lothar, Gedicht in 10 Gesängen, Berl. 1872,2. A. Stuttg. 1874; Der Kaiserbote, Cancan, zweipolitische Lustspiele, Lpz. 1873, 2. A. Stuttg. 1876;Die Pisaner, Trauerspiel, Berl.1872, 2.A. Stuttg.1876; Nächte des Orients, ebd. 1874, 2. A. 1877;Ebenbürtig, Roman in Versen, ebd. 1876. Von sei-nen ausgezeichneten Uebersetznngen erwähnen wir:Spanisches Theater, Franks. 1845, 2 Bde; Stim-men vom Ganges (indische Sagen), Berl. 1856/2. A. 1877; Heldensagen von Firdusi, ebd. 1851/
! — Schädcl.
u.EpischeDichtungendesFirdnsi, ebd. 1853, 2Bde.,beide in 2. vermehrter A. u. d. T. Firdusi, Helden-sagen in deutscher Nachbildung, Berl. 1851; u. mitGeibcl: Romanzero der Spanier u. Portugiesen,Stuttg. 1860. Lagai.
Schädel, derjenige Theil des Kopfes, der dasGehirn enthält; im engeren Sinne die das Gehirneinschließende Knochenkapsel. Dieselbe wird durchacht, und zwar zwei paarige u. vier einfache, sämmt-lich durch Nähte fest mit einander verbundene, größ-tentheils platte Knochen gebildet. Man unterscheidetan den einzelnen Knochen eine äußere compacte La-melle, darunter spongiöse Knochensubstanz (viploö)u. eine innere compacte Lamelle (Tabula vitrsa).Letztere zeigt von den Erhöhungen u. Vertiefungendes Gehirns herrührende erhabene Linien (lluAaoersbralia) u. Eindrücke (Improssiouss ckiAitalss),auch baumartig verzweigteRinnen (Suloiartwriosi),in denen die Arterien der harten Hirnhaut verlau-fen. Auch finden sich noch hier u. da kleine, die Kno-chen durchbohrende Löcher, in welche Veuenästchenverlaufen (Kmissoria sautorini). Die einzelnenKnochen des S-s sind: L) Das Stirnbein (Oskrontns), die knöcherne Grundlage der Stirn, liegtam vorderen Theile der Hirnschale, bildet den vor-derenThcil derSchläfe n. die obereDecke der Augen-höhle. Es ist flach, fast muschelförmig, innen ans-gehöhlt u. außen convex. An der Gegend der Augen-brauen treten die beiden compacten Lamellen desStirnbeinknochens weiter aus einander u. schließenzwischen sich 2 symmetrische Höhlen (Linus brcmtalss)ein, die mit einander u. mit der Nasenhöhle durch.Kanäle communiciren. Das Stirnbein wird im ju-gendlichen Merans 2 symmetrischen Knochenschuppengebildet, die durch eine Längsnaht verbunden sind;zuweilen bleibt diese in Folge nicht eingetretenerVerwachsung für das Leben sichtbar.
L) Das Scheitelbein (Os brsAmatis s. pa-rlsbals), ein großer paariger Knochen, welcher mitdem der andern Seite den oberen u. die seitlichenTheile des Hinterhauptes, den mittleren n. HinterenTheil des Scheitels u. den oberen der Schläfe bildet,ist flach, glatt, viereckig, oben schmäler als unten u.zeigt eine äußere convexen, eine innere concave Fläche.
6) Das Hinterhauptsbein (Os oooipitis),der hauptsächlichste der zur Bildung des Schädelsn.der Schädelhöhle sich zusammenfügenden Knochen,welche letztere von ihm hinterwärts u. unterwärtsgeschlossen wird; es verwächst regelmäßig nach denKinderjahren mit dem Keilbein zum sog. Grund-bein. Im Fötalzustande zerfällt das Hinterhaupts-bein in vier Stücke: a) den Hinterhanptstheil(Lars oooipltaiis), welcher platt u. mnschelförmiz,den Hinteren unteren Theil der Wölbung des S -sbildet; b) zwei abwärts gebogene Seitentheile, Ge-lenktheile (Lartos oonäzToicloas), deren Hanpt-theil die länglich runden, von vorn nach hintenschräg gestellten Äelenkfortsätze (krooossus ooncip-loiäsi) ausmachen, mit welchen der ganze Kopf aufdem ersten Halswirbel ruht, o) Den Grnndtheil(Lars tmsilaris), der im Grunde der Hirnschaleetwas vorwärts in die Höhe steigt. An der äußeren,etwas convexen Fläche setzt sich der Hintere Theildes Schlundes nebst kleineren Kopfmuskeln an. Die'glatte Innenseite bietet eine Aushöhlung für dasf verlängerte Mark (Tossa mscinllas oblcmZatao)