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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Schachowskoi

Schachowskoi, eine der rnss. Knjäseufamilien,welche ihre Abstammung direct von Nurik herleiten.Vorzüglich bekannt sind aus derselben: 1) FürstJakow Feodorowitsch, geb. 1705, trat unterPeter d. Gr. in die Armee, nahm unter Mlluuicham Türkenkriege 173639 Theil, wurde daun Po-lizeidirector, unter der Regentin Anna Senator, un-ter Elisabeth Oberprocurenr des Heiligen Spnod,Generalkriegscommissär u. Conferenzminister n. ge-hörte zu den wenigen nicht käuflichen Beamten. Ertrat 1766 in Ruhestand u. st. 1777; er schr.: Memoi-ren (Hrsg, von Katschenowskji), Mosk. 1822,2 Bde.2 ) Fürst Alexander Alexandrowitsch, geb.1777 im Gonv. Smolensk, wurde, nachdem er 8Jahre in der Armee gedient, 1801 Hofrath u. Mit-glied derTheaterdircction n. 1810GeheimerStaats-rath, u. nachdem er 1813 u. 1814 wieder activ alsMilitär gewesen, übernahm er 1815 die Intendanzdes Petersburger Hoftheaters, wurde jedoch schontrotzsciner Verdienste um die Buhne, 1818 pensionirtu. st. 3. Febr. 1846 in Moskau; er schr. vorzüglicheTheaterstücke, auch gelungene komische Gedichte undSatiren. 3 ) Fürst JwanLeontjewitsch, geb.1775, nahm an den Feldzügen unter Suworow Theil,wurde 1805 Oberst eines Jägerregiments, machtej damit die Tolstoische Expedition nach Norddeutsch-land mit, kämpfte 1806 bei Pultusk und 1807 beiFriedland, commandirte 1812 eine Infanteriedivi-sion, stritt Mai 1813 bei Bantzen, wurde bei LeipzigGenerallieutenant u.Generaladjntant, ging dann mitnachFrankreich u. erhielt nach dem Frieden das Com-mando eines Grenadiercorps mit dem HauptquartierNowgorod. 3. Sept. 1826 wurde er General der In-fanterie u. 11. Nov. d. I. Commandaut der Mili-tärcolonien im Gouvernement Nowgorod, focht mitseiner Division unterDiebitsch 1831 inPolen, nahmPultusk n. Bialolenka, zeichnete sich bei Ostrolenkaaus, commandirte beim Sturm von Praga (War-schau) 6. Sept. das Centrum und erstieg unter denErsten 7.Sept.denWallvonWarschan. 1832 wurdeer Mitglied des Reichsraths, später Präsident desMilitär-Generalanditoriats,1848 Präsident des Mi-litärdepartements im Reichsrath, 1855 zugleich Chefder Petersburger Miliz, trat 1858 in Ruhestand u.st. 1 . April 1860 in Petersburg. 4 ) Michail Va-lentinowitsch, geb. in Moskau 22. Sept. 1836,wurde Generalmajor u. 1870 Gouverneur von Ehst-land u. dann Jan. 1876 Gouverneur von Tambow.Er ist ein Liebling Alexanders II. Febr. 1862 hei-rathete er die Baronesse Engenie von Brewern, de-ren Mutter aus dem alten Geschlechts Glebow-Streeschuew war, n. nahm nach dem Tode des letz-ten männlichen Sprossen dieser Familie (7. Ang.1864) mit kaiserlicher Erlaubnis; für sich u. den je-weilig Ältesten seiner Desceudenz den Namen FürstSchachowskoi-Glebow-Streeschnew au. 5 )Gewöhnlich wird mit dem Vor. verwechselt FürstAlexei Jwanowitsch, geb. 1812, trat er 1837in das Heer u. wurde bei der leichten reitenden Garde-Artillerie eiugereiht. l.Mai 1842 wurde erOffizier,kämpfte mit Auszeichnung im Kaukasus, bes. 1850,wurde 1854 Oberst u. Flllgeladjutaut des Kaisers,war 185557 Commaudeur des alt-ingcrmanland-schen Infanterieregiments, ging aber nicht in denKrimkrieg. 1857 erhielt er die Führung des erstenLeibgarde-Schützeubataillons, 29. April 1860 wurde

Schachspiel.

er Generalmajor s. In 8uits des Kaisers n. 1. Juni1868Generallieutenant. Am 13.Nov.1876 erfolgteseine Ernennung zum Commandanten des 11. Ar-meecorps, welches er nach Bulgarien führte. Am30. Juli 1877 befehligte er in der zweiten Schlachtvor Plewna den linken Flügel, aber nur an den klei-nen Krieg im Kaukasus gewöhnt, entbehrte er allenFeldherrntalents, ließ sich durch sein Ungestüm hin-reißeu und scheiterte kläglich. Sein ganz zerrissenesArmeecorps wurde dann divisionsweise verwendetu.mitseinemCommando war es thatsächlich zuEnde.(Unsere Zeit, Neue Folge, Bd. 13, 2. Hälfte.) Vgl.deSUnterzcichn., Rußlands Geschichte u.Politik, dar-gestellt in der Geschichte des rnss. hohen Adels, Kaff.1877. Kleinschmidt.

Schachspiel (Schach, v.pers.sokLIi, derKönig),das geistvollste u. verbreitetste Brettspiel. Dasselbestellt eine Schlacht dar. Es wird von zwei Gegnernauf einem Brett gespielt, welches in 64 abwechselndschwarze und weiße Felder getheilt ist. Das Brettwird so gestellt, daß jeder Spieler ein weißes Eckseldzur Rechten hat. Die Spieler sitzen einander gegen-über u. jeder derselben hat einHeer von 16Figurenzu seiner Verfügung; die beiden Heere werden Lurchdie Farbe (gewöhnlich schwarz und weiß, wie dieBrettfelder) unterschieden. Dis 16 Figuren sind fol-gende: 1) der König, 2) dieDame(Köuigin,engl.tzussn), 3) zwei Thür me (Rochen, engl. Hook od.Ilastlo), 4) zwei Läufer (frauz.I'ou, engl. Lisdop,holl.Ls.ck»1issr), 5)zweiSpringer (altd. Rössel, frz.Lavalisr, engl. IIniZIrb), 6) acht Bauernod. gemeineSoldaten, Fußsoldaten (Fänt, sranz. ?ions, engl.

Die acht Offiziere (so im Gegensatz zu denacht Bauern od. gemeinen Soldaten genannt) stehenans der dem Spielerzunächst liegenden Felderreihe u.zwar so, daß die Thürine die Eckplätze einnehmeu,die Springer neben diesen, die Läufer neben denSpringern u. König u. Dame auf denMittelfeldernpostirt sind. Die weiße Dame steht auf dein weißen,die schwarze ans dem schwarzen Feld (UsAina ssrvateolorom). Die acht Bauern werden auf die zweiteFelderreihe unmittelbar vor die Offiziere gestellt.Jede Figurenart hat eine besondere Gangweise. DerKönig zieht nach allen Richtungen, aber stets nureinen Schritt. Die Thllrme bewegen sich gerade ausnach vorwärts, rückwärts und nach beiden Seiten.Die Läufer dürfen nur schräg gehen, aber gleichfallsvorwärts und rückwärts beliebig weit. Sie bleibenalso stets ausFeldern vouderFarbe ihres ursprüng-lichen Standseldes. Die Dame vereinigt die Beweg-ungen der Thürme u. Läufer. Die Springer sprin-gen schräg ins dritte Feld, von weiß auf schwarz u.von schwarz ans weiß. Die Bauern dürfen nur ge-radeaus Vorgehen, vomStaudfeldaus einen od. zweiSchritte, nachher nur einen Schritt; sie schlagen aberseitwärts ».zwar gleichfalls einenSchritt weit. Ge-langt ein Bauer auf die letzte Felderreihe, so wird ersofort Offizier nach beliebiger Wahl des Spielers,dem der Bauer gehört. Es gibt dabei keine Rück-sicht auf die bereits geschlagenen u. die noch auf demBrette vorhandenen Figuren. Der Spieler darf sicheine zweite Dame, einen dritten Springer rc. gebenlassen, nur keinen zweiten König. Allgemeines Ge-setz für den Gang der Figuren ist, daß 1) die zu be-wegende Figur sich nur auf ein leeres Feld stellendarf, oder auf demselben einen Stein des Gegners