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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Scarl-Thal

Messen und andere Kirchenmusikwerke, Oratorien,Madrigale, Duette, Klavierstücke u. v. a. Er warder Begründer der neapolitanischen Schule,welche darauf hinausging, die strengen Formen desContrapunkts zu durchbrechen u. die durch sinnlicheSchönheit wirkende Melodie zur Herrschaft zu brin-gen; doch nahm S. zwischen dem großen u. erhabe-neu Stil Palestrinas u. der römischen Schule unddem, von seinen Schülern zur eigentlichen Ausbild-ung gebrachten sogen, schönen Stil eine vermittelndeStellung ein, indem er die Melodie noch eng mitder Contrapunktik verknüpfte. Seine Verdienste sindnamentlich ans dem Gebiete der Oper sehr groß; ergab dem Recitativ einen bedeutsameren Ausdruck,schied Recitativ und Arioso genau von einander, er-weiterte die Arie u. das Duett und sührte eine vonder in Frankreich gebräuchlichen Form abweichendeOpernouvertnre ein, wie er auch die instrumentaleBegleitung zu größerer Bedeutung erhob. 2 ) Do-menico, Sohn des Vor., der größte Klavierspielerseiner Zeit, gcb. 1683 in Neapel, stndirte bei seinemVater u. Gasparini in Nom, wurde 1715 Kapell-meister am Vatican, ging 1719 nach London, 1720nach Lissabon, 1725 zurück nach Italien, 1729 dau-ernd nach Madrid, wo er die Königin im Klavier-spiel unterrichtete u. hoch geschätzt war, dagegen mitLeidenschaft spielte und alles Erworbene vergeudete;er starb 1757 in Madrid oder Neapel. S. schriebauch viele Compositionen: Opern, Kirchenmnsikwerkeund bes. viele Klavierstücke. Seine Compositions-weise wurde für den Klavierstil von bestimmendemEinfluß; so hat namentlich die Sonate durch ihneine formelle Grundlage erhalten. Siebenrock.

Scarl-Thal (Val da Scarl), 15 Icm langesThal im Unterengadin u. im Bez. Inn des Schwei-zerkantons Granbünden, mündet bei Vulpera (1275m) n zieht sich zwischen dem Piz Cornet u. Schar-joch östlich u. dem Piz Pisoc und Piz Furaz westlichin die Berninaalpen hinauf, verzweigt sich zu denwald- n. erzreichen Thälern Minger, Tavrll, de Bochu. Seesvenna und hatte ehemals Bergbau auf Sil-ber, Blei n. Eisen; mit dem gleichnam. Dorse.

Scarpa, Antonio, einer der tüchtigsten neuernAnatomen und Chirurgen, geb. 13. Juni 1747 zuMotta in der Mark Treviso, stndirte Medici» inPadua, wo er Gehilfe und Secretär des erblindetenMorgagni war, u. dann in Bologna, wurde 1772Professor der Anatomie in Modena, wo er ein ana-tomisches Theater n. eine chirurgische Klinik errich-tete, verließ aber in der Folge diesen Posten undmachte Reisen in Frankreich, Holland u. England,mit Volta in Deutschland, darauf wurde er 1783Professor der Anatomie u. operativen Chirurgie inPavia, errichtete hier eine chirurgische Klinik u. einanatomisches Cabinet, wurde 1796, Weiler den re-publikanischen Eid nicht leistete, entlassen, aber durchNapoleons Machtwort 1805 wieder eingesetzt u. zudessen erstem Wundarzt ernannt, 1814 mit demDircctorinm der medicinischen Angelegenheiten ver-traut, legte aber dieses Amt nieder, weil der vonihm befürwortete Studienplan nicht genehmigt wurdeu. st.31.Oct.1832. Er hat unzweifelhaft amMeistendazu beigetragen, der Chirurgie zu ihrer jetzigenglänzenden Stellung zu verhelfen u. aus die Noth-wendigkeit des Studiums der topographischen n. pa-thologischen Anatomie bezüglich des Erkennens der

Scarron.

Krankheiten nachdrücklich hingewiesen; dabei ist ermusterhaft zuverlässig. Seine berühmtesten Werkezeichnen sich gleichzeitig durch prächtige, meisterhafteAbbildungen aus. Erschr.: Obssrratüonss cko skrne-tnra ksnsstras rotunckas, Mod. 1772; ^natomieasciisgnisitionos äs auckitn et olkaotn, Pavia 1789,2. A. 1792 (deutsch Nürnb. 1800); ^.natomisasaimobatnonss ckg ^auZfiüs st plsxnbus nsrvornmst cks or^ano olkaotns praseipno, Pavia 177985,2. A. 1792, 2 Bde.; Oabulas usuroloAwas all ik-Instrauckam Iiistoriam oarckiaoornm nsrvornm, ebd.1794; Os psnitiori ossinm strnetnra, Piaccnza1800 (deutsch von P. A. Noose, Lpz. 1800); Lull'ansvrisma, Pavia 1800, Fol. (deutsch von Harles,Zür. 1808), 8n1? ornis. Mail. 1800 f., 2. A. 1820(deutsch von Seiler, Halle 1813, 2. A. Leipz. 1823mit Nachtrag); ülomoria snila lsZatura cksiis prin-oipali artsrio äogli arti, Pavia 1817 (deutsch vonParrot, Bsrl. 1821); Nom. antl' srnia cks! porinso,Pavia 1822 (deutsch Weimar 1822); 8niio soirrossuloanoro, Mail. 1821 u. 1825; SultaAiio-rotta-vosioals, ebd. 1825; Opnsoccki cki oliirnrgia, ebd.182532, 3 Bde. (deutsch von Thieme, Lpz. 1828bis 1831, 2 Bde.); Opers von Vannoni, Flor. 1836bis 1839, 2 Bde. Vgl. 8nIIa vita s snlls operocksl 8., Pavia 1832. Thomhahii.

Scurpe.FliißimnördlichenFrankreich, entspringtbei Berles im Dep. Pas-de-Calais, fließt durch die-ses Dep., sowie durch das Dep. Nord, wird bei Ar-ras schiffbar n. mündet nördl. von St. Amand un-weit der belg. Grenze in die Schelde; 112 Icm lang,davon 67 Icm schiffbar.

Scarpe, so v. w. Escarpe, s. d.

Scarron, 1) Paul, franz. Dichter und Schrift-steller, geb. Ende 1610 oder Anfang 1611 in Paris,wurde Abt und führte ein lustiges Leben in Italien(1634) und in Paris, bis er infolge einer schmerz-haften Krankheit zum Krüppel wurde (1638), unddurch seine Stiefmutter um sein väterliches Erbekam. Er lebte nun von Schriftstellerei, von einemBenefiz in Le Maus, wo er 164346 verweilte,und von Pensionen, die er durch frondirende Gedichteauf Mazarin und satirische Einfälle verscherzte,aber sich durch geschickt und humoristisch erbeteneGratificatioiien ersetzen ließ. Sein Haus war einSammelpunkt damaliger Berühmtheiten, besondersseitdem er 1652 Frani;oise d'Aubigne (später Mar-quise von Maintenon) geheirathet hatte. Er starb14. Oct. 1660 zu Paris. S. ist der Schöpfer undeinzige Classiker der burlesken Literatur in Frank-reich: ll^plicm, 1644 u. besonders VirAils travestn,164853; auch die Llararinacks, 1649, soll vonihm sein. Sein Hauptwerk ist aber der Roman oo-migns, 1651 (am besten herausgeg. von V. Four-nel, 1857), der beste komische Roman des 17. Jahr-hunderts. Seine Lustspiele sind den spanischen nach-geahmt: O'soolisr cks 8akamangus, 1654, woriner den Thpns des Crispinus zuerst auf die Bühnebrachte; Oon ckapüst ck'^rmsuis (das beste), 1653;O'iisritisr riäionls, 1649 rc.; dsonvsilss tra§1-oc>-mignss, von denen I-ss Rz-poorikss MolRre eineScene zum Partntks geliefert haben; Rossiss cki-vsrsss, 164351. Osnvrss cks 8., 1645 von Brn-zcn de la Martiniere, Amsterdam 1737, 10 Bde. u.1752, von Banniet, 1877, 2 Bde. Die Burleskenerschienen unter dem Titel Oss osnvrss bnrlssgnss