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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Lormäsus Sccirlatti.

8esnüous (Bot.), klimmend, kletternd.

Scandia, s. Skandinavien.

Scandiäno, Flecken in der italien. Pro. Reggionell'Emilia, am Tresiuaro; Gymnasialschule; 7742Ew. (Gem.). Geburtsort des Dichters Bojardo u.der Naturforscher Vallisneri u. Spallanzani.

Scandiren (v. Lat.), 1) steigen, aufsteigen;8) taktmäßig, nach dem Rythmus lesen; des. Versescandiren, sie so lesen, daß man sie, ohne Rücksichtauf den Inhalt zu nehmen, in die einzelnen Füße,welche das Metrum verlangt, auflöst.

8canüix D., Pflanzeugattung aus der Familie derHwdvIUkoras (V. 2); Frucht von der Seite zusam-mengedrückt, sehr lang geschnäbelt, Theilfrllchtchenmit fünf stumpfen, gleichen Riefen; Thälchen strie-mcnlos od. schwachstriemig; Rand des Kelches ver-wischt; fünf verkehrt eirunde Blumenblätter mit ein-wärts gebogener Spitze, von weißer Farbe; Arten:L.xsotsn'Vonorw L., Nadelkerbel weiß blühend, mitsehr lang geschnabelten Samen, anfFelderu,zwischendem Getreide; das junge, süßlich schmeckende Krautkann zu Suppen u. Salat benutzt werden; 8. australisL., in SUdeuropa, von angenehm gewllrzhaftemGeruch, wie Gartenkerbel benutzt. Engler.

8csnsoros, so v. w. Klettervögel.

Scanzoni von Lichtenfeis, Friedrich Wil-helm, berühmter Frauenarzt u. Geburtshelfer, geb.21. Dec. 1821 in Prag, studirte hier, wurde Assistentam geburtshilflichen Institute, übernahm dann dieFrauenabtheilung im allgemeinen Kraukeuhause u.ging 1850 als Professor der Geburtshilfe nach Wllrz-burg, wo er noch wirkt. Ohne wissenschaftlich geradeHervorragendes geleistet zu haben, hat er sich bes.als Praktiker rühmlich hervorgethan und ist, übereine reiche Erfahrung gebietend, als tüchtiger Leh-rer u. Kliniker der Anziehungspunkt für eine großeAnzahl Schüler aus den entferntesten Gegenden ge-worden. Er schr.: Handbuch der Geburtshilfe, 4. A.Wien 1876; Lehrbuch der Krankheiten der weiblichenGeschlechtstheile, 5. A. ebd. 1875. ThamMn.

Scapulicr (Scapulare), der Theil der Mönchs-kleidung, welcher aus zwei Stücken Tuch besteht,von denen das eine die Brust, das andere den Rückenbedeckt, bei den Religiösen bis auf die Füße, bei denLaienbrüdern nur bis an die Knie reichend. DasS-sest des Karmeliterordeus wird gefeiert16. Juli zum Andenken der Einführung des S-sdurch Simon «Stock, u. zwar (wie die Legende sagt)auf Veranlassung einer Erscheinung der hl. Jung-frau, weshalb es auch das Fe st Mariä vomBergeKarmel heißt. Sixtus V. hat dieses Fest mit einemOficium u. einer Messe dem Karmeliterorden u. Be-nedict XIII. der ganzen Kirche zu feiern erlaubt.

8capus (lat.), Schaft,Stamm; bes. der Schaft derSäule; an der Treppe die Säule, um welche sich dieTreppe windet; Schaft, blattloser, unmittelbar ausder Wurzel kommender Blütheustengel; (Stämm-chcn), der zwischen dem Federchen n. Würzelcheu be-findliche, oft aber fehlende Theil des Embryo.

8carsbseus L., ältere Gatt, der Blatthorukäfer.L. Iloreulos, so v. w. Herculeskäfer; 8. blololontlruL., so v. w. Maikäfer; 8. »toraorarius so v. w.lavotruxos s. Mistkäfer.

8oarumurris (ital., franz. 8oarawouoiio, deutschScaramuz), feiger Prahler, komische Charakterrolleauf dem Italienischen Theater.

Scarba, Insel in der südlichen Gruppe der He-briden, an der Westküste Schottlands, zur GrafschaftArgyle gehörig; bis 454 m hoch, mit nur einigenwenigen Bewohnern. Zwischen S. u. Jura der ge-fährliche Strudel von Coirebhreacain.

Scarborough, 1) Hafenstadt im North Ridingder engl. Grafschaft Jork, au einer halbkreisförmigenBai der Nordsee, welche im N. n. NO. von steilen,mit einem alten, 1136 erbauten Schlosse (jetzt Ka-serne) gekröntenFelseuhöhengeschütztist; ausgezeich-netdurch seine malerische u. gesunde Lage, Eisenbahn-station; sehr besuchtes Seebad; Lateinische Schule,Haudwerkerinstitut, Theater, 2 Bibliotheken, Philoso-phische Gesellschaft mit Naturhistor. Museum, Geolog.Museum, Versorguugshaus, Seebad-Krankenhaus,Hospital für Seeleute, Kasernen, Markthalle, Mi-neralquellen (zu denselben führt von S. aus übereine tiefe Kluft eine 127m lange u. 23 in hohe Brücke),Hafen (durch zwei 366 m lange Dämme gebildet unddurch mehrere Batterien vertheidigt), Schiffbau, Fa-briken in Segeltuch, Seilerbahnen, Schifffahrt, Fi-scherei, Handel; 1871: 24,259 Ew. Zum Hasen ge-hören 187 Schiffe von 20,859 T. Gehalt. 2 ) s. u,Tabago. H- Berns.

Scardöittl (slav. Skradin), Stadt im Bez. Se-benico des österr. Königreichs Dalmatien, rechts ander Kerka, welche in der Nähe Wasserfälle bildet n. sichdann zumSeeProkliau erweitert; Hafen-u.Seesani-tätsagentie.kathol.Decanat.griech.-nichtunirtesPro-topresbyteriat, Hafen, Thunsischerei,Handel; 1200C.

Scaria, Emil, hervorragender Baßsättger derGegenwart, geb. 1838 in Steiermark, besuchte 1856die Universität Wien, machte alsdann Gesangsstn-dien bei Gentilhuomo, trat in Pest, Frankfurt undBrünn ohne sonderlichen Erfolg auf, bildete sich von1860 weiter bei Garcia in London, fand hierauf inDessau, Leipzig den größten Beifall, wurde an dasDresdener Hoftheater, dann an die Wiener Hosoperberufen, wo er noch jetzt wirkt.

Scarisicator (Messerpflug, Messeregge), Acker-geräts) welches mit Messern nach Art der Pflugmejserden Boden durchschneidet. Derselbe besteht aus eineinRahmen (Gestell) von Holz oder Eisen, welcher ans14 Rädern ruht u. in welchem sich 712 Messerbefinden, die den Boden senkrecht durchschneiden. Ander Spitze ist dis Zugvorrichtung, an dem HinterenEnde eine oder zwei Sterzen zur Führung ange-bracht. Erhärtete Böden werden durch den S. zer-krümelt, Schollen zerkleinert, Unkräuter vertilgt, bes.aber ist derselbe zum Durcheggen von Wiesen, Klee«u. Luzernefeldern mit Vortheil zu verwenden.Rhodr.

Scarlatti, 1) Alessandro, einer der bedeutend-sten ital. Komponisten, geb. 1649 in Trapani aufSicilien, Schüler Carissimis, war ein ausgezeichneterSänger,Harfcn-u. Klavierspieler, wurde Kapellmei-ster der Königin Christine von Schweden, 1688 Hof-kapellmeister in Neapel, 1703 an San Maria Mag-giore in Rom zweiter, 1707 erster Kapellmeister, er-hielt den Orden des Goldenen Sporn, nahm 1709seine Entlassung n. lebte von da an, componirend n.abwechselnd an den Conservatorien 8an Onokriocisi kovsri cii 6esn Oirristo und I-orsto Unterrichtgebend, in Neapel, wo er 24. Oct. 1725 starb. S.besaß eine ungewöhnliche Erfindungsgabe u. Leich-tigkeit des Schaffens; er schrieb etwa 115 Opern,über 400 ein- n. zweistimmige Cantaten, gegen 200