723
Lllttla iruovkt -
Z) M a st in o II.n.6)A lb e rt o II., bemächtigten sichder Herrschaft, die nach dem Tode des ersten 1351 anMastinosSohn 7) Ca neII. Grande kam, welchereine Tochter Ludwigs des Bayern zur Gemahlinhatte. Er schloß seine beiden Brüder Cane Signoreu. Paul Alboin von der Regierung ans, n. wurdedeshalb von dem ersten 1359 ans offener Straßegetödtet. 8) Cane Signore räumte später auchden zweiten Bruder Paul Alboin ans dem Wege.Seine beiden nalürlichen.Söhne Antonio n. Barto-lomeo übernahmen nach seinem Tode 1376 gemein-schaftlich die Regierung, 1381 aber wurde Barto-lomeo bereits vom Antonio getödtet. Als Franz vonCarrara, der Beherrscher von Padua, dem Antonioden Brudermord öffentlich vorwars, gerieth er mitdiesem in tödiliche Feindschaft, welche die Visconti inMailand zum Verderben beider Häuser benutzten.Antonio wurde 1387 durch Johann Galeazzo Vis-conti verdrängt, seine zwei Söhne, als sie nach derAbtretung Veronas an Venedig 1406 die RückgabeVeronas vom Senate erbaten, geächtet. Sie starbenin der Verbannung. Der letzte Sprosse der Familiestarb 1598 in bayer. Diensten zu Nenfrankenhof in.Bayern. In weiblicher Linie stammen die FamilienDietrichstcin n. Lamberg von S. ab n. die Familiedes Echelles in Frankreich führt ihren Ursprung ansdie della S. zurück. Vgl. Litta, soaliAsri cki Vsrsna(in den OamiAÜs Ital.) und Leßmann, Mastino II.Delle S., Berl. 1829. Schmitz.
8esls miovn, so v. w. Kusch-Adasi.
Soulckis, der latent. Name der heutigen Schelde.
Scaletta (S.-Paß), ein 2619 m hoher, rauherBergübergangin einemZweigederAlbulakette,westl.vom Piz Vadred, verbindet Davos u. das Dischma-thal im Bezirk Oberlandquart mit dem Ober-En-gadin im Schweizerkanton Granbünden; im Winteru. Frühjahr der Schneelawinen wegensehr gefährlich.
Scaliger, 1) Julius Cäsar, Sohn des Ma-lers Benedetto Bordone, geb. April 1485, verbandeinen lächerlichen Adelsstolz (er behauptete in seinerSchrift: Vs splsnckors eb vobusbabs Zsnbis 8cali-Zoras et vita llulii 8o., Leyd. 1594, von dem Vc-ronesischen Fürstenhause della Scala abzustammen)mit prahlender Gelehrten-Eitelkeit. Doch ist dieUniversalitätseiner Kenntnisse unleugbar; er ist einerder vorzüglichsten Gründer eines soliden klassischenStudiums in Frankreich. Auf der Universität inBologna gebildet, nahm er unter Franz I. 1513Kriegsdienst, den er erst in seinem vierzigstenLebens-jahre (1525) verließ, um sich ganz der Wissenschaftzu widmen. Seit 1528 war er in Frankreich natn-ralisirt, als Arzt ».Naturforscher erlangte er znAgengroßes Ansehen. Er starb 1558. Sein Ruf begrün-dete sich in einer den Charakter der Studien jenerZeit sehr bezeichnenden Weise. Sein ZeitgenosseCardanus hatte nämlich Do subtilitats lidri XXI.geschrieben. Dieses Buch erregte dadurch großesAussehen, daß es eine Philosophie und vollständigeBeschreibung der Natur zu enthalten schien. Ueberdenselben Gegenstand schrieb nun S. ein an Carda-nus gerichtetes Buch: Oxotiearum Oxsrsitabionumlidsr ckseimus guintus cks sudtllibats all Oarckarmm.Er nannte dieses Buch also das fünfzehnte, ohne daßjedoch andere vorausgegangen wären. Ueber natur-historische Gegenstände finden sich recht gute Bemerk-ungen in dieser Schrift; das Wichtigste jedoch für die
— Scainmoiiiiiul.
^ nencre Naturgeschichte that S. durch seine Anmerk«s ungen und Erläuterungen zu des Aristoteles Buchüber die Thiergeschichte. Er selbst veröffentlichte 1554nur das 10. Buch als Probe; das ganze Werk istvon Maussac 1619 zu Toulouse edirt. In Bezieh-ung auf lateinische» Stil n. lateinische Sprache ist8. cks eauÄs linAuas latinas, Leyd. 1540 u. ö. undbesonders durch den Streit mit Erasmus von Rot-terdam bekannt. S. schrieb gegen ihn 1529 zweientsetzlich grobe Reden: ck. 0. 8. orabionos ckuas ack-vsrsrw Ossicksrmm Orasmnm elogusntias Roma-nasvinckioss. Das größte Verdienstdes S. sind ohneZweifel seine 7 Bücher Os arts posbiea, zuerst Lyon1561 erschienen, später unzählige Male abgedruckt.2) Ioseph Justus, berühmter Philolog, Sohn desVor.,geb.4. Aug.1540, stndirtein Paris unterTurne-bus (latinisirt aus Tourneboeuf) Griechisch. Epoche-machend ist sein Werk Os vinsirckabions bsmporum,Par. 1583. Durch diese Schrift ist S. der eigentlicheSchöpfer der wissenschafllichcn Chronologie gewor-den, die vollendet wurde von dem Jesuiten DenisPerau (Petavins), gest. 1652. Wegen seines Über-tritts zur Protestantischen Kirche mußte S. Frank-reich verlassen, doch kehrte er 1574 wieder dorthinzurück, bis er 1592 Professor zu Leyden wurde. Dortstarb er 1609 in den Armen seines Lieblingsschü-lers Daniel Heinsius. In seinen Bearbeitungen deralten Schriftsteller ging S. weniger auf die Ver-besserung der Texte und auf das Sprachliche aus,als auf die Erklärung der sogen. Alterthümer, alsodes Staatswesens, der Chronologie, der Münzkunde,des Gottesdienstes, Hauswesens, der Trachten, derSchifffahrt, des Kriegswesens rc. In dieser Hinsichthat er den Catull, Tibull, Properz, den Manilius,den Festus, Vergil, Barro, die Tragödien des Se-neca bearbeitet. Außerdem schrieb er: Mrssaurusbsmporum, Leyd. 1606. Os rs rmmmaria, heraus-geg. von W. Snell, Leyd. 1616. Vgl. Jacob Ber-nays, Jos. Inst. S„ Berl. 1855. Schmitz.
Scalpa, 2 Inseln, zur schott. Grafschaft Jnverneßgehörig, 1) zwischen der JnsclSkye u.dem Festlande,mit etwa 80 Ew., welche Fischfang treiben. 2)(Älas-insel), eine der nördlichen Hebriden, an der SOKllsteder Insel Lewis, mit Leuchtthurm.
Sralpiren, die Sitte der nordamerikan. Wil-den die Kopfhäute der todten od. verwundeten Feindedurch einen Zirkelschnitt vom Kopfe zu trennen unddann abzuzieyen. Scalpe dienen als Siegeszeichen.
Scainmonttlm (8. Iralopsnss, 8. ckiaArznIium),eine harzähnliche Masse, welche aus dem ausfließen-den Safte der am oberen Theile von Erde entblößten,schief eingeschnittenenWurzelvonOcmvolvuIusssam-monia Lurch Eintrocknung bereitet wird; es sindleichte, löcherige, aschgraue, undurchsichtige, auf demBruche wenig glänzende, nicht fettige,sondern trockene,befeuchtet grünlich werdende Stücke von widrigem,bitterem scharfem Geschmack; mit Wasser eine trübe,grünliche, mit Weingeist eine klare, doch nicht voll-ständige Auflösung gebend, auch in Kalilauge löslich.Es bildet ein heftig wirkendes, drastisches Purgirmit-tel. AmbestenistdasS.vonAleppo,wenigergutdasdunklere, festere, fast geruchlose von Smyrna, welchesdurch Auskochen der Pflanze bereitet werden soll.Beide Sorten werden sehr häufig verfälscht u. erhal-ten dann andere Namen (Zanghery mit etwa 50 "/»,Skilip mit 80 °/o u. weniger S.) Jmizck.
46 *