Print 
Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Place and Date of Creation
Page
718
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

Scivvycn

gebracht. Bern n. Frcibnrg 1471.vermittelten zwi-lgegen Österreich und Spanien, erst ans Seite derscheu dem Herzog u. seinen Brüdern u. die Herzogin! letzteren, dann schloß er 1629 mit Frankreich einenbehielt die Regentschaft, aber mit Znziehnng eines; Vertrag, worin er die StadtTrino n. ein Stück vonSlaatsrathes, an welchem ihre Schwager Theil! Montserrat erhielt, wofür erdem franz. Heere Durch-hauen. Linrz darauf starb aber der Herzog 1472 n.!zng und Verpflegung bewilligte; als er aber später

ihm folgten seine Söhne Philibert 1. (gest. 1482)n. Karl I. (gest. 1489), den die Königin Charlottevon Cypcrn zum Erben cinsetzte u. führt seit dieserZeit das Hans S. den Königstitcl von Cypern, so-wie es wegen der Ansprüche des Hauses Lnsignanauf das Königreich Jerusalem den königl. Titel vondiesem sich beilegte. Karl I. behauptete sich in seinenRechten gegen Papst Sixtus V. n. nahm endlich demMarkgrafen vonSalnzzo, der S-s Lehnshohcit nichtanerkennen wollte, alle seine Lande. Sein SohnKarl II. war erst 9 Monate alt n. st. schon 1496;ihm folgte Philipp II. ohne Land, der fünfte SohnLudwigs u. Großohcim des Vor., welcher aber schon1497 starb. Seinem Sohn und Nachfolger Phili-bert II., gest. 1504, folgte sein Bruder Karl III.der Gütige, welcher indem Kriege zwischen KaiserKarl V. n. Franz I. von Frankreich auf des erster»Seite stand. 1533 stellten sich Walliserland u. Genfunter den Schutz der Eidgenossenschaft und gingensomit verloren, ebenso 1536 das Waadtland, welchesBern in Besitz nahm zugleich mit Chablais u. Gex.Im Wafsenstillstande von Nizza theilten Frankreichund der Kaiser 1538 das znm Kriegsschauplatz ge-machtcPicmont, so daß Frankreich diebcsetztenPlatzebehielt, der Kaiser nahm Asti, Vcrcelli und Fossano.So kam der Herzog nm alle seine Länder, welche erauch nach dem 1544 geendigten Kriege nicht wiedererhielt; er starb 1553. Erst sein Sohn EmannelPhilibert der Eisenkopf, welcher in kaiserlichenDiensten gegen Frankreich focht, erhielt im Friedenvon Chateau-Cambresis 1559 den von dem Kaiserbesetzten Thcil seiner Lande zurück n. 1560 trat ihmauch Frankreich das Entrissene, außer Pignerol, Sa-vigliano und Salnzzo, wieder ab. Sogleich richteteer die Landesverfassung anfs Neue ein und brachtedas Kriegswesen, die Verwaltung u. die Finanzenin Ordnung, befestigte mchrereStädte, wie Borgo n.Moutmelian, u. baute die Citadcllc in Turin, legteauch durch Anpflanzung von Maulbeerbäumen denGrund znm Seidenbau in S. Durch den Friedenzu Lausanne 1564 erhielt er alles wieder, was dieSchweizer ihm entrissen hatten, außer Romont,Waadtland n. Genf, 1574 gab ihm auch der Königvon Frankreich Pignerol n. Savigliano zurück. DasFürstenthnm Onezlia tauschte er 1576 von dem HanseDoria gegen die Markgrafschaft Cirie ein; gleich-zeitig kaufte er von der Markgräfin von Villars dieGrafschaft Tcnda n. die Herrschaften Maro u.Brela,Susa, Mondovi, Turin, Vercelli. Er starb 1580.Unter Emannel Philibert breitete sich der Prote-stantismus in S. ans, u. nachdem dein Herzog dieVersuche zur gewaltsamen Zurückführnng der Ab-trünnigen zur Katholischen Kirche nicht gelungenwaren, gestattete er ihnen Religionsfreiheit. KarlEmannel I. der Große, sein Sohn (15801630),mußte 1601 an Frankreich die Landschaften Dresse,Bngcy, Vatromey, also alle Besitzungen ans demrechten Rhoneufer, gegen die Markgrafschaft Salnzzoabtreten. Nachdem 1627 das Hans Mantua ansge

den Vertrag nicht erfüllen wollte, nahm ihm Lud-wig XIII. Pignerol u. andere feste Plätze n. schlugihn 10. Juli 1630 in einer Schlacht. Ans Gramdarüber starb er.

Von seinen beiden Söhnen erhielt der jüngereThomas Franz Carignan u. stiftete die NebenlinieS.-Carignan; der ältere Victor Amadeus I.der in der Negierung folgte, erhielt in dem Friedenzu Chierasco 1631 seine Länder wieder, auch Trinon. einen Theil von Montserrat, mußte aber franz.Besatzung in Pignerol einnehmcn. Er starb 1637,n. ihm folgten nach einander die unmündigen SöhneFranz Hyacinth, der mir 1 Jahr lebte u. Ema-nnel II. Während der Vormundschaft wurde Pig-nerol 1648 an Frankreich förmlich abgetreten. S. bliebnun immer ans der Seite Frankreichs, welches- sichalsLehnshcrr geriete, dieSpanier dagegen behieltenmehrere feste Plätze im Besitz, welche der Herzog erst1659, im Pyrenäischen Frieden zurück erhielt. Als1659 die savoyische Nebenlinie der Grafen von Ge-nevois ansstarb, fiel diese Provinz an S. Emannel,welcher die Waldenser grausam verfolgte, st. 1675,n. ihm folgte sein 9jähriger Sohn Victor Ama-deus II. Anfangs unter der Vormundschaft seinerMutter Maria Johanna. Erließ sich bewegen 1690dem großen 1686 geschlossenen Augsburger Bllnd-niß gegen Frankreich beizntreten, das hierauf bei-nahe ganz S. besetzte. Erst im Frieden zu Vigevano7. Oct. 1695 erhielt S. alle seine Gebiete zurück.Im Spanischen Erbfolgekriege stand Victor Ama-deus erst auf Frankreichs, dann auf Österreichs Seiteseit 1703, sah sich jedoch 1706 nur mehr auf Turinn. Coni als seinen Besitz beschränkt und wurde nunselbst in seiner Hauptstadt belagert. Da gewann aberPrinz Engen 7. Sept. 1706 die Schlacht bei Turinu. durch den Vertrag in Turin vom 16.März 1707mußten die Franzosen ganz Italien räumen. Durchseine Staatsklnghcit n. umsichtigen Unterhandlungenerlangte Victor Amadeus in demFrieden vonlltrecht1713 wichtige Vortheile: er erhielt den Königstitcl,die Zusicherung der Erbfolge in Spanien nach demAnssterben der bonrbonischen männlichen Linie, so-gleich aber Sicilien, dann von Frankreich die Fest-ungen Exiles u. Fcnestrelles, n. die Thäler Ouly u.Bragelas, wogegen er Barcelonette an Frankreichzurückgab; von Österreich bekam er die mailändi-schen Gebiete Alessandrino, Balenza, Lnmellino undVal de Scssta, sowie die Lchnsrechte über die Langhizwischen Montferrat n. Piemont. Des Besitzes vonSicilien wurde Victor Amadeus aber nicht froh,denn Spanien wollte diese Insel zurück erobern n.besetzte sie 17l8. Zwar wurde es durch Frankreich,England u. Österreich genöthigt davon abznstehen,doch früher schon hatte Österreich dem König VictorAmadeus einen Tausch Siciliens gegen Sardinienangebotcn, das durch Tanschvertrag vom 24. Ang.1720 übernommen wurde, u. seitdem bilden Sardi-nien n. S. die Sardinische Monarchie, wovon aberPiemont das Hanptland und Turin die Hauptstadt

storben war, stand der Herzog von S. in Lem,über war. Die fernere Geschichte s. n. Sardinische Modie Succcssion ausgebrochenen Kriege Frankreichs Anarchie. Dafür, daß Napoleon III. dem König Vic