Druckschrift 
Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
716
Einzelbild herunterladen
 

716

Savoruienc-Teppichc Savoyen.

Sammlung seiner Werke erschien in Lyon 163340,

6 Bde.; 1846, 4 Bde.; seine erwecklichen Schriften

übersetzte Rapp, Stnttg. 1839; vgl. Paris. Burla-macchi, Vita cislK. 8., herausgcg. von Mansi, Lncca1761; Nndelbach, G.S.u. seine Zeit, Hamb. 1835;Meier, G. S., Berl. 1836; Hase, Neue Propheten,Lpz. 1851, u. A. 1861; F. I. Perrens, loroms 8.,Par. 1853, 2 Bde., deutsch vou I. F. Schröder,Branuschw. 1858; Maddeu, I'ks liks gnci nurrt/r-<iom oI8., 2. A. Loud. 1854, 2 Bde.; Villari, I-gsborjg cklüirolamo 8.stclo' suoi tvmpi, Flor. 1859,deutsch Lpz. 1868; Lrolstis polibioks äl 8., Flor.1863; Ziegler,S.,Berl. 1872; Schuster, S., Hamb.1878. In Ferrara wurde ihm 1875 eine Marmor-statue errichtet, u. Nikolaus Lenau hat, seine Schick-sale poetisch darstellend, ihm und sich ein dauerndesDenkmal gesetzt. Heppe-

Slivonncrie« Teppiche, s. Teppich.

Savoyen (frauz. 8avois, ital. 8avojg), ein vor-mals zur sardinischcn Monarchie gehöriges Herzog-thum, welches von Sardinien durch Vertrag vom24. März 1860 an Frankreich abgetreten wurde n.seitdem die beiden frauz. Dep. Savoie und Hante-Savoie bildet; 1)Ober-S. (Limits 8gvolo), einaus dem nördl. Theil des Hcrzogthnms S. gebilde-tes französ. Departement, grenzt im N. an denschweizer. Kanton Genf n. den Genfersee, im O. anLen schweizer. Kanton Wallis u. an Piemont, im S.an das Dep. S.,im W. an das Dep. Ain, von wel-chem es durch die Rhone getrennt ist; 3417,4g s^skm(78,4 dW) mit (1876) 273,801 Ew. (aus 1 j^jkm63, in ganz Frankreich 69,1. Das Dep. ist durchausGebirgsland n. enthält die höchste Spitze der Mont-blanc-Grnppe. Flüsse: Rhone, Drance.Hermance,Arve, Gisste, Fier, Cheran rc. Seen: Genfersee,die Seen von Annecy, Montriond n. Franchat. Un-ter Len zahlreichen reizenden Thälern ist das vonChamonix das berühmteste. Mineralquellen gibt eszu Saint-Gervais, La Caille, Le Petit-Bornand,Chamonip,St.Andre,La Golaise,St.Jean-dÄnlps,Evian, Honches, Amphion u. Sixt. Eisenbahnen:zusammen nur 39 km. Von der Gesammtoberflächesind 80,488 lag Ackerland, 43,331 im natürliche n.29,505 Im künstliche Wiesen, 49,642 da Weiden,7346 im Weinberge. 1874 wurden 123,639 Irl Weingewonnen. Die Hanpterwerbsqnellcn der Bevölker-ung bilden Viehzucht n. Ackerbau. Die Industrieist unbedeutend; es gibtim Dep. mehrere Eisenwerke,Fabriken sür Papier, Chemikalien, Glas, Porzellan,Uhren, Bijouteriewaarenrc., Spinnereien ».Webe-reien in Baumwolle, Wolle, Leinen u. Hanf, Seiden-manufacturen, Gerbereien, Töpfereien rc. DerGe-fammtwcrlh der industriellen Products beträgt etwa

7 Mill. Frs. jährlich. Volksbildung: 1872 gabes im Dep. unter 100 Bewohnern über 6 Jahre 22,4Unnnterrichtete, in ganz Frankreich 33,4. Ei n theil-ung in 4 Arrond., zusammen mit 28 Cant. u. 314Gern. Hanptort ist Annecy; 2 ) ein ans dem südl.Theil des Herzogthums S. gebildetes frauz. Dep.,grenzt im N. an das Dep. Ober-S., im O. anPiemont, im S. au Piemont n. das Dep. Hautes-Alpes, im W. an dieDep.Jsere u.Ain; 5759,2 Hjkm

(104,nsI>M)mit(1876)268,361 Ew. (ans 1 jlsicm

47, in ganz Frankreich 69,g). Das Dep. ist sehrgebirgig durch die Montblanc-Gruppe, welche nochseine NOGrenzc berührt, u. durch die Grafischen u.

Lettischen Alpen. Flüsse: Rhone, Fier, Cheian,Guiers, Jsere (Hanptflnß des Dep.), Doron, Arly,Arc rc. Schiffbar sind nur Rhone u. Jsere, sowieder Canal von Savieres. Unter den zahlreichen klei-nen Seen sind die nennenswerthesten die Seen vonLe Bourget u. Aignebelctte. Mineralquellen gibt eszu Aix-les-Bains, Marlioz, Challes, St. Simon,Coise, Echaillon, Beides und Salins. Eisenbahnen:zusammen 176 km. Von der Gesammtoberflächesind 76,703im Ackerland, 64,021 Im natürliche und13,671 len künstliche Wiesen, 132,933 Im Weiden,11,209 Im Weinberge. Schransgedehnt sinddie Wald-ungen; an Wein wurden 1874 gewonnen264,504kl.Die Haupterwerbsqnelle der Bewohner ist die Vieh-zucht (1873: 142,824 Stück Rindvieh, 107,145Schafe); ansehnlich ist die Seidenzncht; von geringerBedeutung sind Ackerbau n. Industrie. Es gibt imDep. mehrere Eisenwerke, Fabriken für Handschuhe,Knöpfe, Fayence, Papier, Schlösser, Eisenwaaren,Uhren, Ltqnenr, Wollen-, Flachs-, Hanf- u. Banm-wollenspinncreicn,Seidcnmannfactnren, Gerbereien,Töpfereien, Ziegelbrcnnereien, Marmorbrüche, Sa-linen rc. Der Gesammtwcrth der industriellen Pro»dncte beträgt etwa 9 Mill. Frs. jährlich. Volks-bildung: 1872 gab cs im Dep. unter 100 Bewoh-nern über 6 Jahre 23,2 Unnnterrichtete, in ganzFrankreich 33,4. Eintheilnng in 4 Arrondisse-ments, zusammen mit 29 Cantoneu u. 327 Geniein-den. Hanptort ist Chambery. H- Berns.

Savoyen (Gesch.). S. (im Alterthum Zgpgnciig,ein Gebiet der Allobroger, östl. dcrRhone, zuerst im4.Jahrh.n.Chr.beiAmmiannsMarcellinusvorkom-mend), ward 122 v.Chr. von Len Römern erobert u.zu 6a.IIm Manspa.ilg.ng. geschlagen. 435 kam es andie aus Obergermanien an dicAlpen versetzten Bur-gunder, nach dem Sturze der bnrgnndischen Könige534 wurde cs fränk. Provinz, 879 ein Theil desArelatischcn Reichs, mit dem es endlich um 1033 anDentschl-md kam. Das Land wurde dnrch'Statthal-ter regiert, welche Würde im 11. Jahrh. die Mark-grafen von Susa, GrasenvonMaurienne, von Turinn.vonChablais bekleideten, sämmtlich Reichsvasallen.Beim ErlöschenderMarkgrafenvonSusa, der mäch-tigsten, 1036, erlangten die Grasen von Manriennedas Übergewicht, welche als die Stammväter derGrafen u. Herzöge von S. gelten n. deren Nachkom-men durch Heirathen u. Lehnserwerbungen nach u.nach ganz S. unter ihre Herrschaft vereinigten. Alserster Graf von Manrienne ist bekannt B eroald,ein Sachse, vom König Rudolf III. von Arelat zumStatthalter u. von Kaiser Heinrich III. zum Reichs-vicar ernannt. NachAnderenist einGrafHumbert,gest. 1048, der Stammhalter des Hauses S., der einSohn des Grafen Manasse u. der Irmengarde, vonseinem Stiesvater König Rudolf III. die GrafschaftManrienne n. vom König Konrad dem Salier, nach-dem Arelat an denselben gefallen war, 1034 dieHerr-schaft Chablais, das Walliserland, Pingre u. Guiche-non zu Lehn erhielt. Sein Sohn, Amadeus I.(bis 1072), brachte durch seine Vermählung Susa,Aosta u. Turin an sein Haus. Humbert II., derStarke, des Vor. Sohn, bis 1108, unterwarf sich1097 die Herrschaft Tarantaise. Unter seinem SohneAmadeus II. wurden 1111 die Besitzungen desHauses durch Kaiser Heinrich V. zur Neichsgrafschaft^erhoben, ».seitdem kam der Name GrafenvonS.