Lnvoir-Iniro — Savouarola.
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Heuser 1851), zu dem noch daS Obligatiousrecht,Berl. 1851—53, 2 Bde., gehört. Außerdem siud zuueuuen: Sammlung von Beweisstellen ausdemLor-xnsjnris, Berl. 1822; Vermischte Schriften, Berl.1850, 5 Bde.; mit Eichhorn u. Anderen gab er seit1815 in Berlin die Zeitschrift für die geschichtlicheRechtswissenschaft heraus. Vergl. Nekrologe vonArndts,Wien 1861; Rndorff,Wcim.1862;Stintzing,Berl. 1862; Bethmann-Hollweg, Wien 1867. 2 )Karl Friedrich v., prcnß. Diplomat, Sohn desVor. u. der Schwester des Dichters Brentano, geb.19. Sept. 1814 zu Berlin; wurde von seiner Mut-ter streng katholisch erzogen, war Schüler des 6ol-Is^io Romano in Nom n. des OollsAio Lau Lsbas-biano in Neapel, stndirte 1831 — 35 die Rechte inParis, Berlin n. München, diente 1836—38 in derJustiz, trat aber dann zur Diplomatie über, wurde,nachdem er in Paris u. London den Gesandtschaftenattachirt gewesen, 1842 Legationssecrctär in Dres-den, darauf in Lissabon, 1844 Geschäftsträger inKassel. 1845 war er in außerordentlicher Missionin Portugal und kam 1849 als Legationsrath nachdem Haag, von wo ihn Manteuffel in das AuswärtigeAmt als Vortragenden Rath berief. Nachdem er 1849als Commissar bei den preußischen Truppen in Sach-sen u. in Baden fungirt, kam er als außerordentlicherGesandter nach Karlsruhe mit der Nebenbcstimm-ung eines diplomatischen Beirathes des zum mili-tärischen Gouverneur der Rheinprovinz ernanntenPrinzen von Preußen. 1859 erhielt er den Gesandt-schastsposteu in Dresden, 1863 den in Brüssel und14. April 1864 ward er Bundestagsgesandler inFranksnrt. Als solcher gab er 14. Juni 1866 denbekannten preußischen Protest n. die Austrittserklär-ung Preußens ans dem Bunde ab, war dann beidenFriedensuiiterhandlungenmitdendeutschenStaa-ten thätig u. hierauf Bevollmächtigter bei den Ver-handlungen über den Entwurf der Verfassung fürden NorddeutjchenBnnd, zugleich auch leitender Ver-treter des durch Unwohlsein verhinderten GrafenBismarck bei denselben. 1867 im Frühjahr nahm er,sich znrückgesetzt fühlend, seine Entlassung aus demStaatsdienste, trat dann in den Reichstag u. in dieprenß. Zweite Kammer als Abgeordneter und schloßsich hier, seiner streng katholischen Gesinnung treu,dem Centrnm an; ohne als Redner hervorzntreten,war er eines der rührigsten Mitglieder desselben. Erst. 11. Febr. 1875 in Frankfurt a. M. Lagai.
8avoir-kairo (sranz.), d. h. zu machen wissen, Ge-schicklichkeit, das dnrchzusühren, was man unter-nimmt, Gcschäftsklngheit, Gewandtheit; Lavoir-vivrs, d. h. zu leben wissen, Lebensart, Fertigkeit u.Geschicklichkeit im Betragen gegen Andere.
8avon (sranz.), die Seife.
Savöna, Bezirkshauptort in der Italien. Prov.Genna, am Meerbusen von Genua, Station derOberital. Bahn, befestigter Hafen; Bischofsitz, Ka-thedrale von 1604 mit guten Gemälden, Palast dervon hier stammenden Familie della Novere, Lyceum,2 Gymnasien, technische Schule, Marineschule, Bi-bliothek; Fabrikation von Eisen-, Töpfer-, Seiler-,Wollen- und Teigwaaren, Seife (soll hier erfundensein), Weinstein, Leder, starker Schiffbau u. Segel-macherei; Gemüse-, Wein- n. Obstbau; Fischerei n.lebhafter Handel; 16,030 Ew. (Gem. 24,851). Ge-burtsort der Päpste Sixtus IV u. Julius II. n. des
Dichters Chiabrera, demdas hiesigeTheater gewidme-ist. Pius VII. wurde 1809—12 hier durch die Franczosen gefangen gehalten. Hier werden auch die sog.Passionsmaschinen fabricirt, Automaten, welche daSLeiden Christi darstcllen. In der Umgegend vieleschöne Villen u. das Dorf n. Thal S. Bernardo mitder berühmten Wallfahrtskirche idlostra. LiFnora äiLlwsrieorckia (1536 gegründet), welche nächst derMadonna von Lorcto am zahlreichsten besucht wirdn. Gemälde von Domenichino, Bernini u. A. enthält.Der ursprüngliche Hafen von S. wurde 1525 vonden Genuesen aus Neid über den blühenden Handelder Stadt zerstört. Schwor.
Savouarola, Girolamo, ital. Reformator,geb. 21. Sept. 1452 aus einer hochangesehenen Fa-milie in Ferrara; sollte Arzt werden,' wurde aber,nachdem er dem elterlichen Hause entflohen, 25. April1475 in Bologna Dominicaner. 1482 von Loreuzodi Medici in Las Kloster S. Marco in Florenz ge-rufen, entfaltete er hier ein eminentes Predigttalent.Hierdurch n. durch den Schein der Heiligkeit erlangteer solches Ansehen, daß er als Prophet und Heroldeiner Reformation der Kirche mit vielseitigem Bei-fall anftreten konnte, zumal da er außer der Reformder Kirche auch die bevorstehende politische Wieder-geburt Italiens verkündete. Seitdem predigte er,zur Buße mahnend, mit glühender Begeisterung ge-gen die Sünde, gegen Las Papstthum u. gegen Lenheidnischen Humanismus der Zeit, jedoch ohne sicheigentlich gegen das katholische Dogma zu erklären.Nach Nom zur Verantwortung gefordert, ging ernicht dahin, worauf ihm der Papst im Herbst 1496das Predigen bei Strafe der Excommunication ver-bot; dessen ungeachtet begann er seine Predigten baldwieder. Indessen gestalteten sich dis politischen Ver-hältnisse zuUngnnstenS-s, u. das Volk wurde gleich-giltiger gegen ihn, da er keine Mittel gegen die Pestu. dieHnngersnoth schaffen konnte; vorzugsweise abererweckten ihm die Reformen, welche er seit 1491 alsPrior in S. Marco n. anderen Klöstern dnrchzusührensuchte, zumal unter den Franciscanern der strengerenObservanz, Feinde, die ihn nun von den-Kanzeln alseinen Ketzer verdammten. Diese Stimmung gegen S.benutzend, excommunicirtc ihn der Papst Mai 1497.Aber ermuntert durch die Signoria bestieg S. An-fang 1498 die Kanzel wieder, und endlich erbot sichFra Domenico Bnonvicini zur Bekräftigung derLehren S-s durchs Feuer zu gehen, wenn einer sei-ner Gegner für deren Meinung das Gleiche thunwolle. Wider Erwarten nahm ein Franciscaner dieHerausforderung an. Am 7. April 1498 sollte dasGottesnrtheil vor sich gehen, aber über dem Streite,ob die beiden Mönche ein Kreuz, od., wie S. wollte,eine geweihte Hostie mit in den Kamps nehmen soll-ten , wurde es Abend und ein Platzregen löschte dieschon brennenden Scheiterhaufen aus. Dies galt alsein Gericht Gottes gegen L>., u. das Volk schalt ihneinen Betrüger und falschen Propheten. S. wurdemit Domenico u. Anderen verhaftet, das Gericht un-ter dem Vorsitz des Dominicanergenerals Turrianound des Spaniers Romolino zwang ihn durch dieTortur zu dem Bekenntniß, daß er ein Betrüger ge-wesen sei, u. er wurde 23. Mai 1498 verbrannt u.seine Asche in den Arno geworfen. Außer zahlreichenBriefen u. Predigten (herausgeg. Flor. 1496) schr.er Gedichte, politische und religiöse Tractale. Eine