Säiilenordmingen. 709
15 Partes hoch, besteht aus den Triglyphen u. Me-topen; die erstcren sind genau über Len Säuleuach-sen n. mitten zwischen denselben ansgerichtete, mitscharfkantigen Furchen versehene Steinblöcke von28—30 Partes Breite, welche die Last des Gebälkesaufzunehmen haben u. oben mit einer glatten Flächeversehen sind. Sie sind mit der vortrelenden Archi-travplatte durch kleine Plättchen, unter denen 6 kurzecylindrische Steintropfen (^uttas) hängen, symbolischverknüpft. Die Achsen der Triglyphen fallen, mitAusnahme der Ecktriglyphen, mit den Sänlenachsenzusammen, woraus hervorgeht, daß bei gleicher Tri-glyphentheilung die Ecksänlcn der Tempel näher aneinander rücken müssen als die übrigen S. (s. Bau-knnst, Taf. V„ Thesenstempel). Znm Verschluß derÖffnungen zwischendeuTriglypheudieueu dieMeto-pen, dünne, meist mit Reliefs versehene Steinplat-ten. Ans den Triglyphen u. Metopen ruht das Ge-bälk, bestehend ans der Hängeplatte (Geison) n. derSima, zusammen etwa 1 Modul hoch. Die etwa 20- Partes über den Architrav vortretende Hängeplatte,welche wegen ihrer kräftigen Schattenwirknng inästhetischer Hinsicht für Len Tempel von der größtenBedeutung ist, har hanptsächlich denZweck,das Rcgeu-wasser von den Wänden des Gebäudes fern zu haltenund die Sculptnren des Mctopenfrieses zu schützen.Zn diesem Zwecke ist sie etwas nach vorne geneigt u.mit einer Unterschncidung (seobia) versehen. Sieträgt außerdem eine Anzahl vortretender, den Tri>glyphen au Breite entsprechender Platten (Mu-tulen), welche mit je 18 Steintropfen in 3 Reihenversehen sind. Den Abschluß des Gebälks nach obenbildet die Sima oder Wasserrinne (25—30 Partesvor dem Architrav ausladend), in welcher das vomDache kommende Regenwasser gesammelt u. mittelsder au ihrer Außenfläche angebrachten Löwenköpsenach unten abgeleitet wird. An der Schmalseite desTempels schließen Geison und Sima das Giebelfeld(Tympanon) ein, bekrönt durch die Mroterien (s. d.).Das Profil der dorischen Sima entspricht etwa demEchinns des dor. Säulencapitäls, ist indessen etwasgewölbter (s. Bank., Taf. IV.). Hauptbanwerke desdor.Stils s. Baukunstll. k) Jonische Ordnungentwickelte sich neben der dorischen in Griechenlandund Klein-Asien; Verhältnisse weit schlanker als imdorischen. Die Basis im Mittel 1 Modul hoch, ist> nach dem attischen (atheniensischen) oder jonischenSchema gegliedert; elfteres, aus 2 Wülsten u. einerzwischeuliegendenHohlkehle bestehend, ist diegewöhn-liche Gliederung, welche auch der Hauptsache nach inder korinthischen, römischen ».mittelalterlichen Kunstfast ausschließlich angewandt wurde. Die S., mitBasis und Capitäl etwa 17—20 Modul hoch, zeigtviel schwächere Verjüngung u. Entasis als die do-rische; die 24 Kanäle der Rhabdosis stoßen nicht scharfan einander, sondern lassen schmale Stege von etwa4 Cannelllrbreite zwischen sich, endigen unten imAblauf, oben unter dem Capitälhalse in kreisförmi-gen Bogen. Das 30—45 Partes hohe Capitäl (s.Bank., Taf.IV.) gliedertsichhöchsteigenthllmlich; derSaulenschaft trägt zunächst einen, dem Echinns derL dorischen S. ähnlichen scnlptirten Wulst (Eierstab),H durch einen glatten, oder als Perlschuur (Astragal)sz ausgcdildeteu Halsring mit der Säule verknüpft.
Hierauf lagert sich ein Polster (pnivinar), welches in! der Vorderansicht nach 2 Seiten hin in spiralförmi-
gen Windungen (Schnecken) aufgerollt erscheint, imMittelpunkte oder dem Auge der Schnecke endigend.Hinsichtlich der mehr oder weniger reichen Glieder-ung unterscheidet man die einfache u. die doppelrin-nige Schnecke. — In der Seitenansicht sieht mandas aufgerollte wulstförmige Polster mehrfach durchBänder oder auch durch Perlschnüre umwunden.Den Abschluß des Capitäls nach oben bildet einequadratische mit einer Blattwelle gesäumte Abacns-platte. — Die Capitäle am Erechtheion zu Athenbesitzen als besonderen Schmuck noch eine hohe Hals-gliederung mit reichen Anthemienornamenten, wo-durch das Capitäl viel schlanker erscheint. Bei dereigenthümlichen Ausbildung des jonischen Capitälsist die Stellung desselben durch die Lage des Archi-travs bedingt, Lessen Längsrichtung mit der Vorder-odcr Schnecken-Ansicht des Capitäls übereiustimmt.An der Tcmpelecke, wo also 2 Architrave aus einerSäule zusammen stoßen, entsteht daraus das keines-wegs schön wirkende jonische Eckcapitäl, durch Um-biegung u. Vereinigung zweier Schncckenflächen er-zeugt. — Auf dem Capitäl liegt zunächst der mit 3schwach vor einander vortrcteudcu Absätzen (Fascicn)n. sculpirteu Abschlnßglicdern (Kymaticu) verseheneArchitrav, weniger hoch als im dorischen, u. darüberder ganz glatte, od. mit Reliefdarstellnugcu gezierteFries (Thrinkos); den oberen Abschluß bildet auchhier das Hauptgesims, bestehend aus Geisou undSima,zu welchenGliedcrnindessen bei dcnasiat.Mo-numentcn noch die sehr wirksamen ZahnschniUc treten(kleine Steinklötzchen in dichten Zwischenräumeuange-ordnet). Diese Zahnschnitte (cksntiouii, z-xrarTrock»)sollen hauptsächlich zur Unterstützung der oft sehr weitvorspringenden Hängeplatten dienen u. machen imSchaltendes Geisons eine ganz vorzügliche Wirkung.Die Sima gestaltet sich in der jonischen S. im Profilleichter als inder dorischeu n.ist überdies fast immer mitreichen, plastische» Ornament (Authemienzügen) be-deckt, welche an den dorischen Werken fehlen, od. dochnur ausgemalt waren. Ueberhaupt macht sich in derjonischen Säuleuordnung das plastische Ornamentmehr bemcrklich, während es im dorischen Stil sehrsparsam anftritt; dagegen wurde im letzteren zurDekoration der Flächen, wie der Metopen, Trigly-phen u. Cascttenselder, wie zur symbolischen n. tek-tonischen Charakerisirung der einzelnen Struktur«theile mit Vorliebe die dekorative Malerei verwandt.DieAnwendung üerFarben beschränkte sich hicrnichtallein auf die aus schlechterem Material anfgeführtenu. hernach verputzten Gebändethcile, sondern scheintauch auf den weißen Marmor direct aufgetragenworden zu sein. Als Grundfarbe der Metopen undder Giebelfelder ist ein tiefes Roth, für die Trigly-phen dagegen ein lichtes Blau anzuuehmen; diePolychromie aller anderen Theile ist sehr schwankend.(Hauptwerke des jonischen Stils s. n. Baukunst Ul.),v) Korinthische Ordnung entstand erst in spä-terer Zeit in Korinth; sie bezeichnet indessen wenigerein neues bauliches System als die Combination u.Verschmelzung verschiedener vorhandener tektonischerSymbole; ihren Abschluß erhielt sie erst unter denRömern, welche sie wegen ihrer reichen Erscheinungmit großer Vorliebe verwandten, u. die Verhältnisseder bis dahin ziemlich frei n. willkürlich gestaltetenSäule n. des Gebälks erst fest normirten. — Waszunächst die Sänke anlangt, so weicht die Behandlung