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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Säulenhalle Säulenordnungen.

cheu versehen, wodurch derselbe straffer u. lebens-voller erschein! u. wodurch zugleich eine lebhafte Licht-u. Schattenwirkung hervorgebracht wird (s. Baukunst,Tafel IV.VI.). In der römischen Kunst fehltdiese Cannelirnng (Rhabdosis) bisweilen, namentlichbei den nicht freistehenden S-n (Colossenm, Mar-cellnstheater n. a.)> od. ist nnr theilweise ausgcführtu. das untere Drittel des Schaftes glatt gelassen.Dasselbe findet auch wolinder Renaissance statt; sehr-häufig ist dieser Theil des Schaftes auch wol mitreichem Ornament bedeckt (wie an den S-n der Rath-hausvorhalle in Köln). In der altchristlichen u. by-zantinischen Kunst findet sich die Rhabdosis selten,meist nur an S-n, welche aus antiken Bauwerkengenommen worden sind, was z. B. an den S n dermcistcn Basiliken Noms der Fall; an anderen Wer-ken, wie der Kirche San Vitale zu Ravenna, derMarcuskirche zu Venedig, der Sophienkirche in Con-stantinopcl, dem Munster zu Aachen n. a., findet sichdieselbe nicht ansgeftthrt, ebenso wenig an den ro-manischen n. gothischen Werken, u. zwar ans demGrunde, weil diese feinen, scharfen Linien zu derdcrbcn Gliederung der Bauwerke dieser Periodenicht Passen; in der mittelalterlichen Kunst trägt über-dies die S., da sie fast immer in Verbindung miteinem Pjeilcr vorkommt, einen ganz anderen Cha-rakter n. erscheint nicht so selbständig. Einer For-menspielerei sei hier noch erwähnt, welche an denWerken der Kosmaten in Mittelilalicn vorkommt n.welche darin besteht, daß der ganze L>-nschaft spiral-förmig gewunden wurde, wodurch aber der Eindruckder Ruhe u. coustructiven Sicherheit völlig verlorengeht. Derartige S-n finden sich an den Krcnzgäu-geu der BasilikenSanPaolo fnoriu.SanGiovauuiin Laterans, am Tabernakel der Peterskirche, sowiean anderen Werken der Klein-Architektur. DerSchaft der S. besteht in der Regel aus einer Anzahlrunder Trommeln, welche durch Dübbel od. Dollenmit einander verbunden werden. Die Rhabdosiswurde erst nach dem Versehen der Werkstücks ange-arbeitel u. nur das Capitälstück wurde mit den au-gearbeiteten Cannelüren, welche für die Ausführungder übrigen Trommelstücke als Richtschnur diente»,versetzt. Der Schaft der antiken S. verjüngt sichnach oben in verschiedener Weise, aber nicht nach einer-geraden Linie, sondern nach dem unteren Drittel derS. mit geringer Schwellung (Ausbauchung, En-tasis), um der optischen Täuschung entgegen zuwirken, welche nicht mit Entasis versehene S-n inder Mitte leicht concav erscheinen läßt. Den Abschlußder S. nach oben bildet das Capitäl, welches zugleichdie horizontale Auslagerfläche zur Aufnahme desSteinbalkens resp. Bogens vorbereiten soll; es ist initdem Schafte meist durch eine wnlstförmige Umschnür-ung (Astragal) verbunden. Die Gestalt der Capitäleist in Len verschiedenen Baustilen sehr verschieden(s. Baukunst u. Sänlenordnnngen). Ewerbcck.

Säulenhalle, eine durch Säulen gebildete, ent-weder flach überdeckte oder mit Gewölben verseheneHalle, selbständig oder an Gebäudetheile sich anleh-nend. Die griechischen Tempel besaßen S-n mitgeradem Gebälk vor der Schmalseite (7r§öo-rvliocAnlagen), an beiden Seiten («,uy>c7r(>o<rrvlio?), od.ringsum (Trs^'Trrr^or), od. auch wol als Doppel-halle (cft'Trrepoc Anlagen). S-n waren auch 2,'röa n.Tiorxrliy der Alten. Mit S-u waren ferner verziert

die Marktplätze der Griechen und Römer (a/opa,korum), ferner das Äußere u. Innere der römischenGerichtsbasilika, die Vorhallen der Tempel, die Ther-menanlagen u. die Gesellschaftsräume (osai, psri-stzflishder römischenWohnhänser. Auch in der ägyp-tischen, indischen n. persischen Kunst kommen ausge-dehnte S- n vor, desgleichen in der islamitischen Kunstund der Renaissance. Ewerbcck.

Säul cnorduungen, in der antiken Baukunst dasSchema für die Verhältnisse u. formelle BehandlungderSäule n. der wichtigsten Bauglieder einesGebän-des, bes. des Gebälks; der BegriffS. wird aber auch alspars pro toto aus den Stil eines Bauwerks über-tragen. Der Ansdruck S. ist übrigens nur in derelastischen und Renaissance-Architektur gebräuchlich.In der klassischen Architektur unterscheidet mau SHauptordnuugen, die dorische, jonische ».korinthische,welchen sich unter den Römern noch die toskanischen. die Compositen-Ordnung zugesellen, von denendie erstere die griechisch-dorischeSäulenorduung ver-tritt, die letztere nur eine reichere Capitälbilduugzeigt, nämlich die Verschmelzung des jonischen n. ko-rinthischen Capitäls. Bei der Bestimmung der Ver-hältnisse einer Säulenorduung wird der über derBasis gemessene untere Halbmesser der Säule oderder Modul, welcher wiederum in 30 Partes ge-theilt wird, zn Grunde gelegt. Für die einzel-nen S. ergeben sich folgende Verhältnisse: a) Do-rische Ordnung, ist die älteste. Die Säulen wach-sen ohne Basis direct aus dem Stylobat des Unter-baues hervor n. haben eine Zwischenweite (Intor-eolumnium), von Achse zn Achse gemessen von etwa5 Modul (die Ecksäuleu der Tempel rücken ans Grün-den, die weiter folgen, dichter zusammen). IhreHöhe beträgt etwa 11 Modul, wovon 1 Modul ausdas Capitäl kommt, ihre Verjüngung in der bestenZeit Vr V° des unteren Durchmessers , die Entasiskaum merkbar. (An den Monumenten der älterenPeriode, bes. aber an den sicilianischeu zn Selinunt,Agrigent, Metapont, ferner zu Pästnm in Uuterita-lien, sind diese Verhältnisse schwerfälliger, Säulen-höhe nur etwa 9 Modul, Verjüngung bis fast Vsunterer Durchmesser-, Entasis stark übertrieben).Der Schaft ist mit (gewöhnlich 20) scharf an einan-derstoßenden, flachenCannelirnngen verscheu(Rhab-dosis, s. Säule), welche im Hypotrachclion der Hals-fläche unter dem Capitäle, in flache Bogen auslan-fen. Den Beginn des Capitäls bezeichnet das Sca-millnm (eine oder mehrere eingeschnittene Furchenunter dem Capitälhalse); das Capitäl selbst bestehtaus der quadratischen Abacnsplatte und dem kreis-förmigen Echinns (s. Baukunst, Tafel IV.), letzte-rer bildet eine in sanfter Cnrve schräg nach nutenhin abfallende Fläche, welche über den EndungenderCauuelüre mit einer Anzahl horizontaler, kreis-förmiger Furchen (der Toren - Spira) versehen ist,wodurch gleichsam die Einschnürung des Echinnsindicirt werden soll. Die Profilbildung des Echinnsist bei den besseren Capitäls» straff gezeichnet, beiden Älteren und sicilianischeu Bauwerken dagegenbauchig und schwülstig. Ans den Capitälen be-ginnt Las Gebälk, bestehend aus Architrav (L«-arvlicor-), Fries u.Hanptgesims. Der Architrav, imMittel 1 Modul 15 Partes hoch, breit u. glatt bear-beitet, ist oben nur durch eine kleine rechteckige Platteabgeschlossen. Der FrieS, ebenfalls etwa 1 Modul

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