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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sauerstost Säisterdyskraste.

Sauerstoff (Oxz'Aonium), eines der wichtigstenchemischen Elemente (Zeichen n. Gewicht des Atoms0 16). Es bildet ein stirb-, geruch- u. geschmack-loses Gas, dessen spec. Gew. in Bezug ans Lnftist. Durch Anwendung sehr starken Druckes(500 Almospharen) bei gleichzeitiger starker Abkühl-ung ( 140°) ist es 1877 Pictet in Genf u.Cailletetin Paris gelungen, den S. flüssig n. sogar fest zumachen. In Wasser löst er sich mir wenig auf(1 Vol.Wasser bei 0° 0,j, Bol. S., bei 20° nur noch 0,^1Bol.). Er unterhält u. befördert die Verbrennungin hohem Maße; in einer Atmosphäre von S. ent-zündet sich ein glimmender Spahn wieder; Schwe-fel, Kohle, Phosphor, selbst Eisen verbrennen unterlebhafter Licht- n. Wärme-Entwickelung. Daß dieVerbrennung ein chemischer Proceß ist, bei welchemder verbrennende Körper sich mit dem S. der Luftverbindet, wurde zuerst durch Lavoisier 1777 sestge-stellt (s. Chemie, Gesch.). Der S. verbindet sich mitallen Elementen, das Fluor ausgenommen, mit denmeisten direct, bei gewöhnlicher od. erhöhter Tem-peratur; den Vorgang selbst nennt man Oxyda-tion, die dabei entstehenden Prodncte Oxyde imweiteren Sinne; da viele derselben sauer schmecken,nannte Lavoisier den S. Oxz-Asninm, d. i. Säure-erzenger. Wie die Verbrennung, unterhält der S.auch die Athmnng; lange fortgesetzte Einathmnngvon reinem S. erzeugt aber infolge allzu lebhafterOxydation leicht entzündliche Proccsse in den Ath-mnngsorganen. Auch die Verwesung ist in derHaupt-sache ein langsamer Oxydationsproceß. Der S. fin-det sich in der Natur frei in der Luft (circa ^ ihresVol.), die lediglich ihrem S-gehalte ihre Fähigkeit, dieVerbrennung u. Athmnng zu unterhalten, verdankt;ferner chemisch gebunden im Wasser (H seines Ge-wichtes), in der überwiegenden Mehrzahl der Mi-neralien, sowie in vielen Pflanzen- u. Thicrstoffen,er gehört also nnzweifelhast zu den häufigsten undwichtigsten Elementen. Er wurde fast gleichzeitig vonPriestley (1771) u. Scheele (1772) entdeckt. Elfterererhielt ihn beim Erhitzen des rothen Quecksilber-oxydes, welches dabei gerade in seine Elemente zer-fällt. Weniger kostspielig ist seine Darstellung ansBraunstein (Mangansnperoxyd),welcher in derRoth-glnth H seines S-gehaltes abgibt. Auch beim Er-hitzen von Braunstein mit Schwefelsäure entwickeltsich S. Jetzt wendet man gewöhnlich zur Darstell-ung desselben das chlorsaure Kali (Kalinmchlorat)'an, welches beim Erhitzen seinen ganzen S. abgibtn. in Chlorkalinm übergeht (2L6I0g2L01-l- 30z);100 x des Salzes liefern ungefähr 28 1 S. Setztman dem chlorsauren Kali Braunstein od. Eisenoxydzu, so beginnt die S-entwickclnng schon bei 100° n.verläuft sehr ruhig u. gefahrlos. Von den zahlrei-chen chemischen Processen, bei welchen S. als Zcr-setzungSproduct auftritt, sollen nur noch diejenigenerwähnt werden, welche in neuerer Zeit zur Her-stellung von S. im Großen (eine wichtige Aufgabeder chemischen Industrie) benutzt worden sind. Preßtman Lust durch einen mit kaltem Wasser gefülltenCylindcr, so löst sich weit mehr S. als Stickstoff (37Bol. S. ans 15 Vol. Stickstoff) ans; erhitzt man dasWasser, so entweicht das absorbirte Gas und kannLurch wiederholte gleiche Behandlung noch reicheran S. gemacht werden. Erhitzt man ein Gemisch vonBraunstein mit Natron bis zur schwachen Rothglnth

und leitet Lnft darunter, so entsteht mangansauresNatron u. Wasser.

(2LIn0.2-tzEl40-ft02 üMMrOj-t-Mro).Läßt man nun Wasserdampf über die Masse strömen,so zerfällt sie unter Abgabe von S. in die ursprüng-lichen Bestandtheile, so daß der Proceß von Neuembeginnen kann. Glüht man poröse, mit Kupferchlo-rid getränkte Steine (Bimstcin, Chamotte), so gibtdas Knpferchlorid die Hälfte seines Chlors ab u. gehtin Knpferchlorür über(üOaOI?LI 2); lei-tet man nun über das so gebildete fein vertheilteKnpferchlorür bei schwacher Rothglnth Lust, so nimmtdasselbe S. ans und verwandelt sich in Knpferoxy-chlorür (ON2OOI2), gibt aber bei stärkerem Erhitzennach Abschluß der Lnft den Sauerstoff wieder ab(26U2O6I2Og)kann nun von Neuemim Luftstrome erhitzt werden. Auch das Zinkvitriolzerfällt beim starken Glühen in Zinkoxyd, schwefligeSäure n. S. Vollkommen genügende Resultate hatkeinedieserMethoden geliefert. Über die allotropischeModification des S-es, den activen S., s. Ozon.

Sauerstoffbasen, s. Base. iH-tz°r.

Sauerstoffsalze, s. Salze.

Sauerstoffsäuren, s. Säuren.

Sauerteig, ein bereits etwas gegohrener Brod-teig, welchen man beim Backen des Brodes zum Teigmischt, um die Währung, von der die Lockerheit, derGeschmack, die Zartheit und Leichtigkeit des Brodesabhängt, ans ihn zu übertragen. Der S. muß einigeTage gestanden haben, um den nöthigen Grad derSäure zu erlangen; anznfrischen pflegt man ihn durchMehl und Wasser; durch das Gefrieren verliert erseine Kraft gänzlich. Seine Wirkung rührt von einerAnzahl von Fermenten her, die theils mit denen derAlkoholbildung (Hefe) übereinstimmen, theils, bes.bei älterem S., eine Art saurer Währung einleiten.Der Gebrauch des S-s ist sehr alt, er kommt inÄgypten n. bei den Inden (Seor), bei Griechen undRömern (Zyme, Zymoma,bPrmentmm) vor. Wennim stk. T. sinnbilvlich von dem S. der Pharisäer alsetwas Tadelnswerthcm die Rede ist, so soll damit dasSichansblähen, das Geltendmachen eigener Würdig-keit im Gegensatz der Demnth bezeichnet u. auf denjüdischen Gebrauch Bezug genommen werden, nachwelchem vor dem Passahfeste aller S.ans dem Hauseentfernt wurde. JmigS.

Saucrwaffer(Sanerbrnnnen),s. Mineralwasser.

Saufang, nmzännter n. mitFallthür versehenerPlatz im Walde oder Park, in welchem angekirrteSauen gefangen werden.

Laulcomiuit (fr.), sicheres Geleit.

Saufeder, so v. w. Schweinsfeder.

Sänferdyskrasie (Säuferkrankheit, Llüofiokis-inns oiwoniens), die durch den gcwohnheitsgemäßenGenuß alkoholischer Getränke entstehende eigenthüm-liche Erkrankung. Die in den Leichenvon Gewohn-heitssänsern gefundenen Veränderungen sind sehrvielfältig n. bei den einzelnen Gewohnheitssäufernmehr od. weniger verschieden, haben überhaupt nichtsSpecifisches, sondern können mehrfache andere Ur-sachen haben. Am constantesten ist der chronische Ka-tarrh der Schleimhaut des Verdanungskanals. Der-selbe beginnt schon in der Rachenhöhle; hier findetman die Schleimhaut verdickt, körnig rauh (granu-lirt), mit einer Menge zähen Schleimes bedeckt. Vonden übrigen Strecken des Verdanungskanals pflegt

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