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Sah, 1) (Hüttenk.) das auf einmal in den Ofengelangende Quantum an Erz, Zuschlag n. Brenn-material. Der S. wird nach regelmäßigen Zwischen-räumen (alle Stunde, halbe Stunde rc.) wiederholt.2) Jedes in der Kriegsfeuerwerkerei vorkommendeGemenge brennender Stoffe. Nach dem Zwecke un-terscheidet man Zünder-, Leucht-, Treib-, Brandsätze,nach der Dauer der Brennzeit rasch und langsambrennende, letztere auch faule Sätze u. nach der Artder Zubereitung warme, kalte, trockene n. nasse Sätze.
Satzmctzl, so v. w. Stärke.
Satzung (Versatz, WcLLeschat, Pfand), das In-stitut des älteren Deutschen Reckites, vermöge dessendurch eine gerichtliche Auslassung dem Gläubiger biszur Wiedereinlösung durch den Schuldner eine Sache,insbesondere eine rmbewegliche Sache nicht nur zumBesitze, sondern auch zum Genüsse, sei es zur all-mählichen Tilgung der Schuld od. zum Zinsvortheil,übergeben würde. Eine der am letzten sichtbarenSpuren dieser älteren S. waren die Reichspfand-schasten. Später wnrde durch die gerichtliche Ans-lassnng des Grundstücks nur das Distractionsrechtdes verpfändeten Gegenstandes, ohne Besitz n. Ge-nuß, eingeränmt, so daß sich die S. in dieser Gestaltvon der röm. Hypothek nur durch die gerichtlicheForm der Begründung unterschied. Die Idee dieserneueren S. liegt im Wesentlichen den neueren Hypo-thekenbüchern zu Grunde. Vgl. Hypothek, S. 538,Sp. links oben. So v. w. Urkunde im engeren Sinn,d. h. ein Schriftstück, welches zum Beweise von Rech-ten dient. So v.w. Gesetz, Verordnung; die nicht inder Bibel begründete Glanbensbestimmnug. B-zold.»
San, Fluß, so v. w. Save.
Sau (Hüttenk.), in der Herdsohle der Ofen n. anden Wänden in deren Nähe sich bildende feste zäheConglomerate, meist größtentheils ans Eisen beste-hend; sie sind für den Betrieb sehr störend u. lassensich nach dem Kaltstellen des Ofens oft nur durchSprengen entfernen.
Sauakin, so v. w. Snakin.
Saubohne (Viola, illada L.), botan. Charakter,s. Viola. In Persien einheimisch, war sie schon denGriechen n. Römern bekannt u. wird seit lange inallen gemäßigten Ländern Europas cnltivirt, alsFeldbohne vorzugsweise in 2 Arten: der kleinkör-nigen Pferdebohne und der eigentlichen S.(Schweinsbohne, Pnfsbohne) mit größeren Früchten;letztere wird auch in den Gärten als große oderdicke Bohne gezogen (vgl. Bohnen). Die S. liebtkräftigen, schweren, selbst etwas feuchten Lehmbodenu. reichliche Düngung; man säet sie zeitig im Früh-jahr inReihen od. breitwürfig; beim Äusgehen wirdsie scharf geeggt und gewalzt, später nochmals ge-eggt u. womöglich angehänselt. Das Überhandneh-men der schädlichen schwarzen Blattläuse kann durchAbschneiden der Spitzen der Pflanzen nach dem Ab-blühen verhindert werden. Das grüne Kraut derS. ist ein gutes Futter für Kühe u. Schweine, wes-halb die S. auch wol lediglich zur zeitigen Griin-sütterung ausgesäet wird; auch Las trockene Strohkann zerschnitten n. gequellt als Futter dienen; dieBohnen sind gequellt od. geschroten ein ausgezeich-netes, sehr kräftiges Futter sür Pferde, Kühe undSchweine. Wolde.
Saubrod ist 1) OzmiamkQ enroxaoum; 2) Im-iirzwns bubsrosus.
Säuerling.
l Sauce (Salse, Brühe, Tunke), Brühe zu ande-, reu Gerichten, welche zuweilen mit besonderem Raf-, finement zur Erhöhung des Geschmackes bereitet ist.
Smwisss (fr.), Bratwurst.
Saucken-Jnlienfclde, August v., prenß. Ab-geordneter, jüngerer Bruder des 1855 verstorbenenn. durch seine Thätigkcit in den Provinzial- wie ansdem Vereinigten Landtage 1847, im Deutschen Par-lament n. seit 1849 in der prenß. Zweiten Kammerrühmlich bekannten Ernst v. S.-Tarputschen,geb. 10. Sept. 1798 in Tarpntschen; diente 1815bis 1822 in der Armee, besuchte aber zugleich, wäh-rend er als Offizier in Königsberg in Garnison stand,die Universität daselbst, übernahm 1822 das ererbteRittergut Jnlienfelde, bei dessen Bewirthschaftnnger sich des. um die Veredelung der Schaf- u. Pferde-zucht Verdienste erwarb. 1843 wurde er znm Mit-glieds des Provinziallandtages gewählt n. nahm alssolcher auch 1847 am Ersten Vereinigten theil, woer zur Opposition unter Vincke gehörte; ebenso nahmer am Ständischen Ausschüsse 1848 theil n. wnrde1849 in die Zweite Kammer gewählt, wo er na-mentlich in der Verfassungsfrage eine hervorragendeRolle spielte n. seitdem seinen Sitz behauptete; früherbei der Partei Vincke, schloß er sich 1866 der Natio-nalliberalen Partei an. Er starb Jan. 1873. SeinSohn Constans, geb. 10. Juli 1826, auch Mit-glied des Abgeordnetenhauses und 1874—1877 desReichstages, schloß sich wie sein Vetter Kurt v. S.-Tarputschen (geb. 1 7. Juni 1825) der Fortschritts-partei an; letzterer ist Landschaftsdircctor der Prov.Ostpreußen, schied aber Mitte 1878 ans dem Ab-geordnetenhanse. Lagai.
Sauer (frz. Sure), linker Nebenfluß der Mosel,entspringt in Belgien ans den Ardennen, fließt inslldöstl. Richtung durch Luxemburg, bildet von Wal-lendorf ab, wo sie schiffbar wird (ans 44 Icm), dieGrenze zwischen Luxemburg und der prenß. Rhein-Provinz, nimmt die Alsig, die Ur und Prüm ans undmündet bei Wasserbillig.
Sauer, Wilhelm, ein ausgezeichneter Orgel-bauer, geb. 23. März 1831 in Friedland (Mecklen-burg); besuchte das Gymnasium, ging dann zur Er-lernung der Orgelbauknnst in die Lehre zu seinemVater, machte zur weiteren Ausbildung verschiedeneReisen im In- u. Auslande n. errichtete 1857 eineeigene Orgelbauanstalt in Frankfurt a. O., die sichbald eines außerordentlichen Rufes erfreute. S.,ein Vertreter der Kegelladen, baute n. U. Orgelnfür die St. Thomas-, Zions- n. Jernsalemskirchein Berlin, die St. Johanneskirche in Magdeburg,den Dom zu Marienwerder, die Nicolai- u. St. Ger-trandkirche in Frankfurt a. O. Siclienrock.
Sauerampfer ist Lumox Vcstosa, s. d.Sauerbrunnen (Säuerlinge),;'. Mineralwasser.
Sauerdorn ist ösrdsris vulgaris.
Sauerhouig, s. Oxymel.
Sauerklee ist Oxaiis -Losbosoiln.
Sanerkleesiiure, so v. w. Oxalsäure.
Sauerland, der südliche Theil der Prov. West-falen, zwischen der Sieg n. Eder im S. n. der Ruhru. Möhne im N., vom Sanerländischen Gebirge (s.Westfalen) erfüllt. Vgl. Grimme, Das S. u. seineBewohner, Soest 1866.
Säuerling, ein reich mit Kohlensäure geschwän-gertes Mineralwasser.