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Laturuiki, -
aus der Tiefe, mit Beziehung auf die Sonnenwendeim Dec. gefeiert, dann als Feier zum Andenken desgoldencnZcitalters, als dessen Vertreter Saturn galt,in ein allgemeines Freudenfest gestaltet; es dauerteanfangs nur einen Tag , seit Angnstus 3, vom 17.bis 19. Dec., unter Tiberius 4 und unter Caligula5 Tage. An den S. waltete zügellose Freiheit durchalle Stände; sie begannen damit, daß man der Bild-säule des Saturn die wollenen Fnßbinden löste unddem Gott opferte; in den Satnrntempeln wurdenWachskerzen angezündet, alle Geschäfte unterlassen,keine Todesstrafe verhängt, kein Krieg angekündigt,alle Trauer aufgehoben, große Gastmäler gegeben,wobei dieSktaven mit ihren Herren zu Tische,saßen,ja sogar von denselben bedient wurden. Überallherrschte Freude n. der Zuruf der sich Begegnendenwar: Io Latmrnalia! io bcma Latmrnalia! Auch wares Sitte, sich gegenseitig Geschenke zu machen; frü-her war es gewöhnlich, daß des. die Clienten ihrenPatronen ansehnliche Geschenke brachten, welcherGebrauch aber durch dieI?LbIiIia lox ans die Über-sendung von Wachskerzen beschränkt wurde. Eichhoff.*
Laturnia, so v. w. Nachtpfancnauge.
Satnrnischer Vers (Versus satmrnius), dasMetrum der ältesten römischen Volkspoesien, Monn-menralinschristen rc.; es hat in der ersten Hälfte stei-genden, in der zweiten fallenden Rhythmus mit jedrei Hebungen; Hebung u. Senkung können zwei-silbig sein, die Senkung kann auch ganz wegfallen.Alliteration ist häufig. Schema:
malum ckabmib ülstolli Haovio posbas.
In der Literatur wandten Livius Andronicns undNävius den S. im Epos an; von Ennius wurde erverbannt. Vgl. n. a. Bartsch, Der S. V. und diealtdeutsche Langzeile, Lpz. 1867. Riese.
Satnrnnrns, Lucius Appnlejus, Demagogzur Zeit des Marius, ergriff, um sich für einen vomSenate ihm angethancn Schimpf zu rächen, dieVolks-Partei u. machte, 102 v. Chr. zum Volkstribungewählt, um sich die Gunst der Soldaten des Mariuszu erwerben, den Vorschlag, jedem Veteranen 100Morgen Land in Gallien anzuweisen; seinen College»Bäbins.der Einsprache that, ließ er durch Stein-würfe entfernen. Nach Niederlegung seines Amtesvon dem Censor Metellus Numidicus mit einer Rügebelegt u. vom Senate ausgeschlossen, bewarb er sichzum zweitenmale um das Tribnnat n. gelangte durchErmordung des bereits gewählten Mitbewerbers A.Nonius zu seinem Zwecke. Nun erneuerte er die Ge-setze des C. Gracchus, u. im Bunde mit Marius ge-lang ihm die Entfernung seines Feindes Metellns,der infolge seiner Weigerung, die Isx agraria zu be-schwören, ins Exil ging. Ende des Jahres ließ ersich mit einem angeblichen Sohn des Tib. Gracchuszum drittenmale zum Volkstribun wählen, n. als beider darauf folgenden Consnlwahl C. Memmins sichals Nebenbuhler Glaucias, eines Genossen des S.bewarb, wurde er von ihren Leuten bei der Wahl-handlung ermordet. Von dem darüber aufgebrach-ten Volke gedrängt, warfen sich beide mit ihren An-hängern ans das Capitol, wurden aber vom Senatezum Tode vernrtheilt, von Marius Preis gegeben u.dort belagert, so daß sie sich ergeben mußten. VonMarius dann in die Curie cingesperrt, wurdensie vom Volke gesteinigt. Eichhoff.
- Satyrn.
Satyr (Myth.), s. Satyrn.
Satyrdrama (tabula 8atMoa>, Satyrspiel),eine Gattung des attischen Dramas, neben der Tra-gödie ».Komödie, erscheint seit desÄschylosZeiten inVerbindung mit der tragischen Trilogie gleichsam alsdcrenNachspiel, ohne jedoch mitderselben ingeisligemZusammenhang zu stehen. Das Sujet ist, ans derMythologie n. derHeldensage, bes. aus dem dionysi-schen Mythcnkreise entnommen, an sich schon eineGeschichte heiterer Natur; die Helden erscheinen ingemilderter Würde in der Einsamkeit waldiger Land-schaft, von Satyrn umgeben, die den Chor bilden u.als Repräsentanten der Naivität und der Feigheitdem ernsteren und tapferen Helden gegenüber dasheitere Element noch mehr hervorhebend n. schließlichauch diesem mittheilend, ohne daß derselbe jedoch zumSpaßmacher oder zur lustigen Person herabsänke.DasS. wurde vonPratinasansPhlius ans den altenphlinsischen Satyrdithyramben in seine Kunstformgebracht u. von Chörilos u. Äschylos zuerst ergriffen;ihnen schlossen sich dann Sophokles, Euripidcs, Jo-phon, Jon ans Chios, lenokles, Astydamas d. I.,Timesitheos rc. au, von denen allen aber nur mehrein S., der Kyklops des Enripides (heransgeg. vonGenthe, mit Abhandl. über das S., Lpz. 1836) vor-handen ist. Obwol die Römer in ihrer Literaturdas S. nicht kannten, waren es von den Neuerendoch die Italiener, welche sich auf diesem Gebiete ver-suchten, so Cinthio in Egle 1545, Scamacca im I?o-liksmo, 1639. L.
Satyre , s. Satire.
Satyriasis, so v. w. Priapismus; s. u. Nym-phomanie.
Satyrisch, 1) nach Art und Weise der Satyrn(s. d.) od. aus ihrem Erscheinen u. Handeln entnom-men n. dargestellt; 2) im Tone der Satire redendu. darstellend.
Satyrn (Satyri), ländliche Gottheiten der Grie-chen, Elcmcntargeister der Wälder n. Berge, derenEltern verschieden angegeben werden. Nach Hesiodsind sie desselben Geschlechts wie Bergnymphen undKnreteu, Enkel des Phoroneus, nach Anderen Söhnedes Hermes. Sie waren Gefährten des Dionysos,Wald- und Berggeister, neckische und durchtriebeneWesen, muthwillig und lüstern nach Wein und Wei-bern, dabei aber sehr feig; sie wurden gedacht mitkräftigen Gliederformen, stumpfen Nasen, ziegen-artigcn Ohren, borstigem Haar u. einem Schwänz-chen im Rücken. In Len Wäldern n. auf den Ber-gen jagen sie das Wild, treiben die Heerden, tanzenn. springen, u. mnstciren dazu auf der Syrinx, derFlöte, dem Dndelsack, Cymbeln und Castagnetten,lauern den Nymphen,ans, schwärmen u. trinken mitDionysos. Als ihr Ältester galt Eilen (s. d.), auchwerden die älteren unter ihnen Silene genannt.Das bezeichende Symbol der S. war der feige, ver-liebte n. muthwillige Hase. Junge S. hießen Sa -tyrisken. Eine Bedeutung für die Poesie gewan-nen die S. durch die Spiele der Dionysten, in denendie MaSkc der S. wegen ihrer ungebundenen Natür-lichkeit n. ihres neckischen Mnthwillcns besonders be-liebt und volksthümlich war; daraus entstand dannin Attika das Saiyr-Drama (s. L.). KünstlerischeDarstellungen dieser Wesen finden sich bes. ans Basen.Die ältere Knust stellte sie meist bärtig n. alt, dabeihäßlich u. afsenähnlich dar, die jüngere Attische Schule