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16. Oct. 1796. Sein Sohn Karl Emannel II.(IV.) bot alle Kräfte ans, nm dem zerrütteten Staatewieder anfznhelfen n. die Gewalthaber in Frankreichsich günstig zn erhalten; wirklich verhießen ihm die-selben, alsdieLignrischeRepublik ihm imFrühjahre1798 den Krieg erklärte ihren Schutz u. besetzten 3.Jnli mit seiner Einwilligung die Citadelle von Turin,6. Dec. jedoch erklärten sie, die der Regierung feind-liche Stimmung des Volkes benutzend, ihm denKriegunter demVorwande,daß erfeindliche Plänegegensiehege, u. zwangen ihn 9. Dec. zur Entsagung auf alleseine Besitzungen ans dem Festlande von Italien.Der König begab sich über Livorno nach Sardinien,wo er im März 1799 eintraf n. noch vor der Land-ung eine Protestation gegen seine erzwungene Ver-zichtlcistnng auf Savoyen n. Piemont erließ.
In Piemont wurde nun Alles nach französischemFuße umgeformt. Viele, denen die neue Regierungnicht anstand, wauderten aus; Andere, als alte An-hänger der vorigen Regierung bekannt, erlitten vonder neuen mancherlei Bedrückungen n. Verfolgun-gen; das Land wurde durch Parteiungen zerrüttet,u. da Handel n. Gewerbe völlig darnieder lagen,tratElend n.Hungcrsnoth ein, welche noch wuchs, als imMai u. Juni 1799 ein rnss.-Lsterr. Heer eindrang u.das Land nach Verdrängung der Franzosen unterÖsterreichs Schutz kam. DochderSieg vonMarcugo,14. Juni 1890, stellte die franz. Herrschaft wieder her.Bonapartc bot dem auf Sardinien noch weilendenKönig Karl Emannel die Wiedereinsetzung in Pie-mont gegen förmliche Abtretung von Nizza n. Sa-voyen an Frankreich an, aber dieser lehnte beharrlichab, überließ 4. Juni 1802 die Krone seinem BruderVictor Emannel und trat in den Jesuitenorden;st. 6. Oct. 1819 in Rom. Am 11. Sept. 1802 er-folgte die Vereinigung Piemonts mit Frankreich n.dessen Eintheilnng in sechs Departements.
Nach Napoleons Sturz 1814 wurden die ehemalssardinischenBesitznngen anfdem Festlande von Frank-reichs Herrschaft frei und 20. Mai 1814 zog VictorEmannel in Turin ein. Zwar blieb noch ein Thcilvon Savoyen bei Frankreich, doch wurde auch dieserin dem zweiten Pariser Vertrage 20. Nov. 1815 zu-rllckgcgeben; dazu kam gegen Abtretung von Ca-rouge und Chesnc au Genf die Souveränität überMonaco, nachdem bereits 26. Dec. 1814 vom WienerCongrcß der S-nM. Genua, die davon abhängigenI>mii imperial! u. die Insel Capraja als erblichesHerzogthnm zugetheilt war.
König Victor Emannel I. überließ die Negierungin der Hauptsache seinen Günstlingen, den GrafenRobogent, Abbe Botta u. der Königin, welche Alleswieder möglichst auf den alten Fuß Herstellen ließen,neue Klöster stifteten, die Einkünfte der Geistlichkeitvermehrten, die Jesuiten wieder ins Land riesen,gegen Protestanten, Waldenser und Juden strengeVerfügungen erließen, in der Rechtspflege mehreveraltete Formen herstellten und den Handel durchhohe Zölle belasteten. Zwar nahm der König aufRath des Ministers des Innern, Grafen Balbi,manche verletzende Maßregel zurück, konnte aber da-mit dem aus der Rcvolntionsperiode herstammeudenpolitischen Selbstgefühl des gebildeteren Theils desVolkes u. dem immer weiter um sich greifenden Li-beralismus, dem selbst der Adel zuneigte, so wenigwirksam begegnen, daß eine von einer Zweigverbin-
: Monarchie.
dnng der Carbonari angezettelte Verschwörung selbstbis in die höchsten Kreise hinauf, ja selbst im prä-sumtiven Thronfolger, Prinzen Karl Albert v. Sa-voyen-Carignan, wie auch in der Armee ihre An-hängersand, und so die Piemontesische Revolutionvorbereitete. Das Signal zn derselben gaben die Mi-litäraufstände in Alessandria, Fossano u. Tortona,
9. u. 10. März 1821. In Alessandria wurde die span. IConstitution ansgerufen u. eine Junta errichtet und k11. März schloß sich Turin der Erhebung an. Unter idiesen Verhältnissen legte der König in der Nacht ;vom 13. März 1821 die Krone zu Gunsten seines tBrudersKarlFelix nieder, bei dessen Abwesenheit I— er lebte in Modena —, vorläufig Prinz Karl ;Albert von Savoyen-Carignan auf Drängen des !Volkes die Regierung übernahm. Der Prinz erkannte tdie proclamirte Constitution u. die provisorischem ,Namen des Königreichs Italien handelnde Junta s,zur Versammlung des Nationalparlaments an, wor- 'auf ein Ministerium Ferdinand del Pozzo (Ministerdes Innern), eingesetzt u. die Errichtung einer Na> !tionalgarde befohlen wurde. Indessen der König !Karl Felix gab von Modena unter dem 16. April !eine jede Verfassung ablehnende u. für den Nothfall !mitderAnrnfnng österreichischen ».russischenSchutzes sdrohende Erklärung und stellte den Grafen Salieridella Torre an die Spitze der trcugebliebenen Trnp- ! !Pen. Auf dieses hin verließ Karl Albert Turin, be< ! igab sich in das Lager der königl. Truppen nach No- ivara und entsagte der Regentschaft. Indessen gingen a,auch die von Karl Felix in den Provinzen eingesch- I iten Militärgouvernenrs energisch vorwärts, währe») i saus der andern Seite trotz aller Bestrebungen der > 'Junta u. des noch von Karl Albert eiugesetztenKriegs-Ministers Santa Rosa die Revolution znm Wider- <stände zn organisiren, die Muthlosigkeit immer wei- ^ter inn sich griff, angesichts der drohenden Haltung slder Österreicher bei Pavia und in der Lombardei. >
Am 6. April wagten 4000 Insurgenten unter Oberst ÜRcgis einen Überfall auf Novara, wurden aber vondiesem Platze durch Della Torre mit Unterhandlungen ; -hingehalten, bis die Österreicher unter Bubna 7.—^,
April die Grenze überschritten u. sich mit de» königl.Truppen vereinigt hatten. Am 8. April wurden die PInsurgenten zurückgeworfeu, zwei Tage später be- .setzte Della Torre Turin, während Bubna 11. Avril jvor Alessandria rückte und diesen Platz unterwars. ANun wurde die absolute Gewalt wieder hergestetlt, kunter dem Schutze des österr. Heeres, das bis zum ^Herbste 1823 zur Anfrechterhaltnng der Ruhe imLande verblieb u. ein strenges Strafgericht über die sSchuldigen geübt, von denen allerdings wer mir -konnte, sich flüchtig machte. 1826 erging ein Edict, <wonach die Protestanten, die sich in Turin , u. in ».nm Pinerolo niedergelassen hatten, ihre Grundstücke Averkaufen und sich entfernen mußten; auch die Wal- «denser erfuhren neue Bedrückungen, welche erst auf "8 .die Vorstellungen Preußens n. Englanvs eingestellt I ;wurden. Karl Felix, der übrigens bei Allem Öfter- I ,reich gegenüber seine Selbständigkeit bewahrte, starb 2 s27. April 1831 und mit ihm erlosch die ältere k 1Linie des Hauses Savoyen.
Ihm folgte nach dem vom Wiener Congreß aner- fs; §kannten Erbrecht der Familie Savoyen -Carignan ^ ,trotz aller ans seinen Ausschluß von der Thronfolge g. ,gerichteten Jntriguen Metternichs Karl Albert, i ,