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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sarazenen -

Sarazenen, s. Saracenen.

Sarlnewski (lat. Sarbievins), Matthias Ka-simir, neuerer lat. Dichter, geb. 1595 zu Sarbiewoin Polen, trat in den Jesuitenorden, wurde Lehreran der Akademie zu Wilna u. ging 1623 nach Rom,wo er vom Papst Urban VIII. mit der Anfertigungvon Hymnen für das verbesserte Brevier beanstragtwurde; er nahm nach der Rückkehr in sein Vaterlandseine frühere Lehrerstelle wieder ein, wurde dannHofprediger beim König Wladislaw IV. u. st. 2.Apr.16-10 in Warschau. Er war trefflicher lateinischerLyriker u. Epigrammatist u. erhielt den Beinamender Polnische Horaz. Seine Gedichte u. Epi-gramme (I-zriea) herausgeg. Köln 1625 u. ö., vonLeisner, Bresl. 1753; im I.Bde. von FriedemannsLibliotlisca poetarimi lat. aotatis rüoontioris, Lpz.1840; Operapostuma, herausgeg. vonBohomoiei,Marsch. 1796; deutsch von Rathsmann, Bresl. 1802;Auswahl von Rechfeld, Grätz183l. Vgl. Langbein,DöLardisvIivita, stuälis stseriptis, Dresd. 1754.

Sarca, s. u. Mincio.

8srcina<Aooä. (Sarcine), Pilzgatt., wahrscheinlichzu den Schizomycetcn gehörig, kleine Zellen vonsleischröthlicher od. graulich weißer Farbe, zu 4, 8,16, 32 und mehr kleine würflige Massen bildend,welche in dem Erbrochenen bei chronischen Magen-leiden, auch in den Ausleerungen von Affen, imDarmvonWasservögeln gefunden werden. Die Ver-mehrung der 8. erfolgt dadurch, daß in den einzel-nen Zellen Theilungswände nach den 3 Richtungendes Raumes auftreten. Wahrscheinlich gelangt 8.mit Trinkwasser in den Organismus der Menschenund Thiere.

Sarcocarpnnn, das Fruchtfleisch, die dick-fleischige Mittclhülle der Stein- und Apfelsrllchte.

I 8srooptos, s. Krätzmilbe und Räude.

8aroor>iamp>ius, der Kondor.

Sarda (Sardachat), so v. w. Carncol.

Sardam, so v. w. Zaandam.

Sardanapal (Thonos Konkoleros), der angeb-liche letzte König des Assyrischen Reiches. Vondem Empörer Arbakes, dem Statthalter von Medien,u. Belcsys angegrissen n. nach Ninive zurückgedrängt,hielt er daselbst eine lange Belagerung ans, und da- alle Hoffnung ans Entsatz verschwunden war, ver-brannte er sich mit seinen Schätzen, Weibern und« Dienern selbst. Auf ihn wird das orientalische weich-I liche Serailleben in höchster Potenz übertragen, da-> her er als Bezeichnung eines Weichlings gilt. Beiden einheimischen Schriftstellern, auf Inschriften so-wol als bei Berossus, ist sein Name als der des letztenAssyrerkönigs bis jetzt noch nicht gesunden. Berossus^ nennt den letzten König Ninives Sarak, was jetztauch durch die Inschriften sich zu bestätigen scheint.

- Als S. bezeichnet er dagegen einen König von Ba-bylon, der zur Zeit der assyrischen Oberherrschaftregierte n. dessen Regierung mit der zweiten Hälfte(647 625?) des assyrischen Königs Asnrbanipal(667625?), der, wie jener, ein Bruder des vori-

! gen babylonischen Königs Sammnghes (667647)

- war, zusammenfällt. Wahrscheinlich ist dieser Asur-l banipal der S. des Berossus und der Griechen.

j Sardara , Stadt in der italien. Prov. Cagliari( (Sardinien); mit berühmten heißen Quellen, dies schon von Ptolemäos erwähnt werden; 2569 Ew.

Sardelle, s. Alse und Anchovis.

- Sardinien.

Sarder, der gelbe Carneol.

Sardes, Hanpistadt u. Residenz der Könige vonLydien n. nachher der persischen Sarrapen, am Pak-tolos u. am Fuße des Tniolos. Man verehrte hierbes. die Kybele. Früher wurde die Stadt zweimalvon den Kimmeriern zerstört, bei der Empörung derkleinasiatischen Griechen gegen die Perser 502 v. Ehr.von Elfteren eingenommen n. verbrannt, doch vonden Persern wieder hergcstellt. Später im Besitz desAntiochos von Syrien, wurde sic von diesem 198an Attalos von Pergamon abgetreten. 133 kamS. an die Römer. Unter Tiberins durch ein Erd-beben zerstört, wurde S. durch die Unterstützung desKaisers wieder hergestellt. Im 11. Jahrh. wurdeS. von den Türken erobert, unter deren Herrschaftcs seitdem geblieben ist. Gegenwärtig ist Sart,durch ein Erdbeben 1595 gänzlich zerstört, ein Trüm-merhansen mit wenigen 'Ruinen. Vgl. E. Cnrtins,Beiträge zur Topographie von Äleinasien in denSitzungsberichten der Berliner Akad. 1872. Jähnke.

Sardica, Stadt in Thrakien, ein wichtiger stra-tegischer Punkt der Römer, von Attila zerstört; Rui-nen südlich des jetzigen Sophia.Hier 347 n. Ehr. ein(resnltatloses) allgemeines Concil über die Ariani-schen Streitigkeiten.

Sardine, s. Alse.

Sardinien (ital. Sardegna), eine zum König-reich Italien gehörende Insel, die zweitgrößte desMittelländ. Meeres, von Corsica durch die 11 kmbreite Straße von Bonifacio getrennt, vom italieni-schen Festland 225 km, von Afrika 190 u. von Si-cilien 290 lim entfernt, mißt bei einer Länge von260 und einer Breite von 110 kein 24,342 Hsüiu(440,4i UM) mit 636,660 Ew. (26 ans lUskm,in ganz Italien 90,-,, die verhältnißmäßig dünnsteBevölkerung des Staates). Die Küsten sind weniggegliedert n. die rumpfartige Gestalt der Insel gabim Altcrthum Veranlassung, sic mit einer Fußsohlezu vergleichen. Eigentliche Halbinseln kommennicht vor, weshalb auch die überhaupt an Zahl ge-ringen Golfe (Asinara, Oristano, Cagliari, Orosei)wenig ins Land einschnciden. Die Bodengestaltnngist bis ans kleine Kllstcnebcnen und die etwa 90 Irinlange, 1015 Irin breite Niederung zwischen Ori-stauo n. Cagliari (Campidano), Gebirgsland. DerHanptzng der Gebirge ist, wie bei Corsica, von N.nach S. gerichtet, doch sind sie bei Weitem niedrigeru. weniger wild und drängen sich gerade umgekehrtwie dort mehr derOKüste zu. Höchste Erhebung inder Mitte der Hanptrichtnng der M. Gennargentn(Brnncn Spina) 1910 1 », mehr ini N. der M.'Rasn1247 u. der 1319 in hohe M. Limbara; im W. derM. Ferru, ein erloschener Vulkan, 1050 m, im SW.der M. Linas zu 1242 in. Die Bewässerung derInsel ist nicht gerade spärlich, doch trocknen im Som-mer die meisten Flüsse ans. Die bedeutendsten sind:Coghinas u. Porto Torres im RW., Temo n. Tirsoim W., Samassi im S., Flnmendosa n. Orosei imO. Das Klima der Insel, schon im Alterthnm we-gen der Malaria berüchtigt, hat sich infolge Rück-ganges der Bodencnltnr noch verschlimmert, bes. imS. u. W., wo die meisten Flüsse in Sümpfen oderLagunen endigen. Im Innern u. in den höher ge-legenen Theilen ist das Klima weniger unzuträglich.Ähnlich wie bei Corsica sind verschiedene klimatische^ Zonen zu unterscheiden: das Küsten- u. Tiefland mit