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Sarah — Sarawan.
Zeit ist S. durch die tapfere Vertheidignng unterPalafox während der beiden Belagerungen Lurch dieFranzosen berühmt geworden. Die erste erfolgtenom Juni bis August 1808 n. trotz des lebhaftestenAngriffes waren die Franzosen unter dem MarschallLesebvre zum Abzug geuöthigt. Die zweite dauertevom 27. Nov. bis 20. Febr., wo sich die Stadt, nach-dem sie unter fortführenden Stürmen vom 26. Jan.an stückweise erobert worden war, LemMarschallLan-nes ergab. Bei dieser Belagerung zeichnete sich Au-gustine, daZ vielfach in Liedern gefeierte Mädchenvon S., durch Muth aus. In den Carlistenkriegen
stand S. stets ausSeitenderKöniginJsabella.H'Berns.
Sarah (ursprünglich Sarai), nach der bibli-schen Erzählung die Schwester Abrahams (von Va-ters Seite) u. seine Gattin, die mit ihm nach Kanaanzog, wunderbar vor dem Entehrnngsversnche Pha-raos, des Ägyptcrkönigs n. später des PhilisterkönigsAbimelcch gerettet, gebar, 90 Jahre alt, zum erstenMale, ihrem hundertjährigen Gatten ei» Kind, denIsaak, wie ihr schon vorher durch einen Engel ver-kündet worden, veranlagte die Vertreibung Jsmaels,des Sohnes Abrahams von der Sklavin Hagar, n.st., 127 Jahre alt. Mst-
Saräi, 1) einst Hauptstadt des Reiches Kiptschak;die Ruinen liegen am linken Ufer der Achtnba (Armder Wolga), nahe bei Zarew im Gouv. Astrachan;sie erstrecken sich ziemlich weit n. sind sehr ansehnlich,dabei viele mongolische Bcgräbnißhügel mit werth-vollen Alterthümcrn; 2) so v. w. Sahara.
Saraisk, Kreisort im rnss. Gouv. Rjäsan, amOsetr, durch Zweigbahn mit der Linie Moskan-Rjä-san verbunden; Citadelle, viel Gartenbau in seinerUmgebung, treibt starken Viehhandel n. zählt 5037 E.
Sarakhs (Serakhs), altiranische Stadt am Heri-rnd, nordöstl.derpers.Prov. Khorasan,in fruchtbarerUmgebung gelegen, jetzt im Besitz der Turkmenen.
Saransk (Ssaransk), Kreisort im rnss. Gouv.Pensa, an der Saranga n. Jnsara; mit Seifensiede-reien, Gerbereien, segeltnchfabriken; 1870: 9369Ew. 1852, durch eine große Fenersbrnnst großen-theils zerstört, neu anfgebaut.
Sarnpnl (Ssarapul), Kreisstadtim rnss. Gouv.Wjatka, am rechten Ufer der mittleren Kama, an dergroßen Handelsstraße Nischnei - Nowgorod - Perm-Sibirien; mit lebhaftem Handel (Getreide) n. Indu-strie (Holz, Hütten); 7688 Ew.
Sarapulsk, Dorf im rnss. Gouv. Perm, am Ost-abhange des Ural, in der Gegend von Jekatcrinburg,bekannt als Hanplfundort der rothen Turmaline.
Sarasate, Pablo de, einer der hervorragend-sten Violinvirtuosen der Gegenwart, geb. 24. Dcc.1846 in Saragossa; erhielt frühzeitig Musikunter-richt u. trat mit 7 Jahren in seiner Vaterstadt, mit9 Jahren in Madrid au die Öffentlichkeit, erhieltvon der Königin Jsabella eine auf 25,000 Frcs. ge-schätzte alte italienische Geige zum Geschenk, besuchtevon 1856 das Pariser Conservatorium, wo er unterAlard stndirte ». bereits nach 8monatlichem Unter-richt mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, gingmehrere Jahre nach Spanien, 4 Jahre nach Süd-,2 Jahre nach NAmerika, Indien, in den Orient,wieder zurück nach Spanien, von da nach Paris n.1876 — 77 nach Deutschland, Österreich rc., zuletzt(1878) nach London u. wurde überall mit dem größ-ten Enthusiasmus ausgenommen. S. besitzt einen
kräftigen, dabei von süßem Wohllaut durchdrungenenTon, womit eine eminente, den ausgesuchtestenSchwierigkeiten gewachsene Technik u. ein ausdrucks-voller, den verschiedensten Stilarten gerecht werden-der Vortrag Hand in Hand geht. Er schr. auch eineAnzahl Compositionen, wovon bcs. Die Zigeuner-weisen, ox. 20, von ihm selbst in unübertrefflicherWeise gespielt werden. Siebenrock.
Sarasvatk, sanskrit. Name mehrerer indischenFlüsse, so in den Veden eines mächtigen, in das Meermündenden Stromes, anscheinend des Indus, fernereines kleinen heiligen, im Sande verstechenden Flusses(vielleicht des heutigen Ghaggar, s. d.), dann in denVeden eine Flnßgöttin, später als Gattin des GottesBrahma die Göttin der Harmonie, Rede, Poesie,überhaupt aller schönen Künste, welche jährlich durchein Fest gefeiert wird. Thiekmann.
Saratoga (S. Springs), Badeort im gleichnam.Connty des Nordamerika». Unionsstaates New Jork,nördl. von Albany, mit dem es durch Eisenbahn ver-bunden ist; eins der besuchtesten Bäder der Union,mit 23 kohlensauren Mineralquellen, die Chlorna-trium, Jodnatrinm n. Jodkalium, kohlensaures Ei-senoxyd, Magnesia, Kalk rc. enthalten; sie werdensowol zum Baden als Trinken benutzt u. bes. gegenRheumatismus, Skropheln, Hautkrankheiten rc. an-gewendet; Frequenz bis 30,000 Gäste jährlich; 7516Ew. — Hier capitulirte 16. Oct. 1777 das englischeCorps unter Bourgoyne an die Amerikaner. S-hroot.
Saratow (Ssaratow), 1) rnss. Gouv., zwischenPensa, Simbirsk, Samara, Astrachan, Woronesch u.dem Lande derDonischsnKosacken, hat 84,492 sIMn.Das Land ist hügelig, das Ufer der Wolga wird vondenWesthöhen(bis300mhoch)begleitet,größtentheilssehr fruchtbar, vielfach aber entwaldet, im W. sumpfig,gut bewässert; Flüsse: Wolga, welche die Terischkaaufnimmt, Choper mit Serdowa, Medwjediza (mitJdolga, Balanda, Tersa), Ufa u. A. Die Bewohner(1,751,268) sind Groß- u. Kleinrnssen, Armenier,Mordwinen, Tschuwaschen, Karakalpaken und zahl-reiche deutsche Colonisten, die ihre Sprachen u. Sittenbewahrt, auch vielfache Vorrechte haben. Die Be-wohner treiben in den fruchtbaren Gegenden Acker-bau (Getreide, Hülsenfrüchte, Hanf n. etwas Tabak,aber von Heuschrecken oft gestört), Gartenbau (Me-lonen, Gurken rc.), Obstzucht, etwas Weinbau, an-sehnliche Viehzucht (Pferde, Rinder, breitschwänzigeSchafe, Schweine), vor Allem aber Fischerei (vor-züglich in der fischreichen Wolga), Jagd, Salzbereit-nng (ans den Salzseen Elton, Gorka rc.); Handelbes. auf der Wolga. Zwei Eisenbahnen durchschnei-den Las Gouv.: Zarizyn-Orel u. S.-Koslov-Mos-kau. S. gehörte früher zu Astrachan, bildet seit 1780(1782) ein eigenes Gouv. 2) Hauptort hier, anderWolga, Eisenbahnstation, Sitz der Behörden; Gym-nasium, Botan. Garten, Evangel. Consistorium (seit1819), mehrere Kirchen (auch luther.), Hauptnieder-lage von Salz, Fabriken in Seilerwaareu, Leder, Hü-ten,Seideuzengen,». Bittersalz, große Fischerei, Han-del mit Getreide, Öl, Hanf, Vieh, Salz; 85,220 Ew.
Sarawak, so v. w. Serawak. (Ironie.
Sarawan (Sahrawan), 1) die nördlichste Land-schaft der östl. Hälfte von Belutschistan, durchgängiggebirgig, bewohnt von Brahuis; zu ihr ist eigentlichauch Kelat zu rechnen. 2) Hauptstadt darin, amBallu-Flnß, Citadelle; ungefähr 25VS Ew.