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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Lantiago.

an der Ausführung bethciligte. Daran schlossen sichals seine höchste Leistung die Composilionen für dieberühmten Teppiche (1516), davon 7 im SouthKensiligton Museum in London. Ferner Die Hoch-zeit Alexanders u.Roxanes (jetzt im Pal. Borghese).Ins I. 1517 fällt wahrscheinlich die köstliche Na-äcmna äslla 8oäia (jetzt im Pal. Pitti in Florenz),Die Vision Ezechiels (ebenda) n. 1517 u. 1518 DieGeschichte von Amor n. Psyche (in der Farnesina),Die Sixtinische Madonna (Llaä. äi8an8isto, jetzt inDresden) seine höchste Leistung in der kirchl. Malerei;DieKrenzschleppnng (Iw 8pasimo, jetzt in Madrid) n.Der berühmte Violinspieler (Pal. Sciarra). In der-selben Zeit reiste er mit dem Papst LeoX. nach Flo-renz und malte ihn daselbst mit Julius von Mediciund de Rosst (jetzt im Pal. Pitti in Florenz). Seinletztes Werl ist DieTransfignration. Seine rastlosekünstlerische Thätigleit rieb ihn zeitig ans: er starbschon mit 37 Jahren n. liegt (neben seiner Gelieb-ten, La Fornarina) im Pantheon zu Nom begraben.Seine bedeutendsten Schüler waren Ginlio Romanon. Francesco Pcnni, welche er zn Erben u. zu Voll-endern seiner znrückgelassenenArbeiten einsetzte. DieHöhe seiner Meisterschaft wird am besten durch dasgünstige Maß u. den glücklichen Einklang bezeichnet,zn dem sich in S. alle alten Richtungen u. Gegen-sätze durchdringen, um die es sich bisher in der ita-lienischen Malerei gehandelt hatte. Die Plastik derAlten n. dieGemüthstiefe des Christcnthnms,schöpfe-rische Phantasie n. Natnrstudinm, vollendet sichereZeichnung, ebenso individuell charakterisirender alsgesetzmäßig normaler Formen, Kraft und Feinheitdes malerisch beseelenden ColoritS, die ursprünglicheharmonische Begabung, alle diese Seiten in mühe-loser Freiheit zu reiner Verschmelzung in einanderzu verweben, alles das macht S. zum größten Künst-ler der Neuzeit. Man unterscheidest nach der Zeit-folge in S. 3 Manieren u. bezeichnet die erste mehrbefangene, inZeichnnng magere, inFärbnng trockene,die von Perugino ererbte; dann eine zweite freie,durch denAnblick griechischer, römischer n. christlicherKunstwerke gebildete, in welcher blühendes Colorit,Anmuth u. Tiefe der Gestalten, geschmackvolle An-ordnung der Gewänder, bei denen er weniger derAntike, als einem eigenen Schönheitsgefühl folgte,vorherrschten; endlich eine dritte grandiose, in wel-cher mehr n. mehr die Form die Motive beherrschteu. Sinn für ideelle Schönheit das Maß der Charak-teristik wurde. Die Technik S-s ist namentlich in sei-nen späteren Bildern vollendet; mit breitem, marki-gem Pinsel setzte er seine Farben fest auf n. gab die! Vollendung, wie in der Sixtinischen Madonna, miteinem Mal. In der Zeichnung des Nackten ist ervon Michel Angela übertroffen. Die Künstler neue-rer Zeit stndiren vorzüglich noch die schöne, ans demtiefsten Gefühl für die höhere Symmetrie hervorgc-gangeneAnordnung seiner Bilder. S. hat auch meh-rere Entwürfe zn Scnlptnren und zn Gebäuden ge-macht n. einen Plan vom antiken Nom ausgenom-men. Auch war S. Dichter lieblicher Sonette undÜbersetzer u. Bearbeiter des VitrnvinS. Vgl. Basari,Vits äs piu sooslsnti arostitotti, pittori o souktori,Flor. 1568, mit Übersetzung n. Eommentar herans-gegeben von H. Grimm, Berl. 1872,1 Bd.; Qna-tremere deQnincy, Histoirs äs In vis et äss onvra-LSsäoHakasI,Par.1824,2. A. 1833, Nachtrag 1852;

Picrers llniver,'al-Convcriatio»---"exikcn. 6. Aust. xv>

italienisch vonF.Longhena,Mail.1829, mit23Knpf.u. Faksimile; deutsch Qnedlinb. 1836; J.D. Pasta-vant, Rafael von Urbino u. sein Vater Giovanni S.,Lpz. 183958, 3 Bde., verbess. franz. Ansg. Par.1860; E. Förster, Rafael, Lpz. 186768, 2 Bde.;Canpori, dkotmis s äoenmsnti per 1a vita äi 6io-vanni8. s äiLalkello 8., Mod. 1870; A. Springer,Rafael n. MichclAngelo, Lpz. 1878; Verzeichniß derWerke Rafaels im Katalog Rnlands, Land. 1877;Waagen, Nachr. über Rafaels Gemälde in SpanieninA.v.ZahnsJahrb.f. Kunstwissenschaft,Lpz. 1868ff.; Burkhards Cicerone, 3. A., Lpz. 1874. Regnet.

Santiago (San Jago), 1) (S. de Compostela)Stadt in der span. Prov.Coruna (Galicien), gilt fürdie Hauptstadt Galiciens, auf einer durch den Zu-sammenfluß des Sar u. der Sarela gebildeten Halb,insel am Fuße des Monte Pedroso, ummauert, un-regelmäßig gebaut mit alterthümlichen hohen Häu-sern, die gegen die Straße zn meist ans Arkadenruhen; Sitz eines Erzbischofs, 18 Kirchen, darunterdie aus dem 11. Jahrh. stammende, gothische Ka-thedrale mit den Gcbcinen des Apostels Jacobns desKleinen (daher stark besuchter Wallfahrtsort) u. dieKirche S. Francisco, bischöfl. Seminar, Universität(gestiftet 1532) mit Bibliothek, 2 Colegios, Waisen-haus, 4 Spitäler, mehrere Klöster, Kasernen; Han-del mit Leinwand, Seide, Garn, Lederwaaren, Hü-ten ».Papier; (1860) 26,938 Ew. S. entstand nmdie Kirche, welche über den Reliquien des ApostelsJacobns, die 829 hierher gebracht worden sein sollen,gebaut worden war. S. wurde bald ein europäischerWallfahrtsort und 961 mit Mauern umgeben, 997von den Mauren unter Almansor geplündert. Hier1056 Concil und 1117 Aufstand gegen den BischofDiego u. die denselben zurückführenden Königlichen.1120 wurde S.zn einem Erzbisthnm erhoben. DieKathedrale war früher sehr reich an Kunstschätzen u.Kostbarkeiten; der größte Theil derselben ist jedochwährend der Kriege mit Frankreich im Anfänge un-seres Jahrhunderts verloren gegangen. 2) (SäoThiago) die größte der CapverLischen(Grünen)Jn-seln; hat über 966stZicm (1?HUM), wird von einerhohenBergkette durchzogen, welche in demS.Antäo-berge eine Höhe von 1461 in erreicht; der Boden istbasaltisch mit kalkiger Decke, doch fruchtbar und gutbewässert; das Klima ist heiß n. sehr ungesund, en-demische Fieber (Oarnsiraäas), sowie Dysenterienherrschen an den Küsten n. werden bes. dem Euro-päer gefährlich; man baut Kaffe, Zuckerrohr, Mais,Wein, Orangen, Tabak, Indigo rc., zieht Pferde,Esel, treffliche Manlthiere u. viel Geflügel; 35,534Ew.; Hauptort ist Porto Praya mit gutem Hafen.3) S. de Cuba, Stadt auf der SOKüste vonCuba, an der Mündung des gleichnamigen kleinenFlusses; sicherer befestigter Hafen, Bischofssitz, Ka-thedrale, viele Kirchen ».Klöster, Reiterstatne KönigFerdinands, Handel (Ausfuhr von Landesprvdnctenim Werthe von über 6 Will. Doll.); 36,800 Ew.Die Stadt war früher Hauptstadt der Insel. 4) S.de losCavalleros, Hauptstadt der gleichnamigenPro», in der Republik S. Domingo; 10,000 Ew.5) S. de Guatemala, so v. w. Guatemala lanneva. 6) S. de Leon, so v. w. Caracas. 7)Staat der Argentin. Conföderation zwischen Salta,Gran Chago, Cordova, Catamarca u. Tncnman;79,059 dsüin (1435,g s^jM) mit 132,898 Ew. S.Band. 43