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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Santarrm Santi.

Luise von Parma, desgl. kleine zierliche Basreliefs.Er st. 1819 als Akademieprofessor in Florenz. Regnet.

Santarem, 1) Hauptstadt des gleich». Distriktsin der portug. Prov. Estremadura, rechts am Tejo,auf einem Hügel in einer reizenden, wohl angebau-ten, aberdenÜberschwemninngen ausgesetzten Ebene,Station der Lissabon-Oporto-Eisenbahn; alte mau-rische Citadelle, Sitz.eines Bischofs, geistliches Se-minar; Handel mit Öl, Getreide rc.; (1864) 7820Ew. S., im Alterthume Scalabis, bei den Mau-ren Schantara, war früher Residenz der portug. Kö-nige. Hier 16. Mai 1834 Niederlage Don Miguelsgegen das pedristischeHecr unter Napier n. Nillaflor,worauf er sich zu Evora ergeben mußte. 2) Stadtin der brasil. Prov. Para, au der Mündung desTapajosindenAmazonenstrom; Provinzialmnseum,Handel, bej. mit Cacao; 10,000 Ew. H. Berns.

Santee River, 241 icni langer Fluß im nord-amerik. Unionsstaate Süd-Carolina, ans dem Zu-sammenfluß des Congaree u. Wateree gebildet, fälltin 2 Mündungen in den Atlantischen Ocean. Er istfür Dampsboote schiffbar, der Eougarce bis Colum-bia, der Wateree bis Camden.

Santenal), Kirchdorf im2lrr.Beaune des sranz.Dep. Cvte d'Or, Station der Paris-Lyon-Mittel-meerbahn; Weinbau, Weinhandel; (1872) 1600 E.

Santeruo, 106 Icm langer i>iebenfluß des Po diPrimaro; emspringt auf dem Apennin in Toscanau. mündet füdl. vom Balle di Comacchio.

Santcrre, Antoine Josephe, sranz.Revolu-tionär, geb. 16. März 1752 in Paris; brachte es alsBierbrauer in der Vorstadt St. Antoine zu bedeuten-den! Ncichthnm, stand 1789 auf Seiten der orleanisti-schen Partei, wurde bei Errichtung der NationalgardeChef eines Bataillons der Vorstadt St. Antoine u.betheiligte sich beim Sturme auf die Bastille u. beiLen Vorgängen ans dem Marsselde. 1792 gewanner noch größeren Einfluß und war einer der Hanpr-anführer 20.Juni n. lO.Aug., wurde Generalcom-mandaut der Nationalgardc und führte als solcherLudwig LVI. in den Lempclthurm. Am 18. Sept.erhielt er von der Gesetzgebenden Versammlung denBefehl zur Ausrottung der sterbenden Aristokratie.Kurz darauf wurde er Divisionsgeneral ».begleiteteII.Dec. LudwigXVI. vor den Convent u. 21.Jan.1793 zur Hinrichtung. Darauf mit 20,000 M. ge-gen dicVcndee gesandt, wurde er wegen seines Miß-geschicks, bes. 18. Sept. bei Coron, endlich zurllckge-rufen n. bei der Hinrichtung des Herzogs von Or-leans, als zu dessen Partei gehörig, verhaftet. Den27. Juli 1794 sreigelassen, suchte er vergeblich wie-der Einfluß zu erlangen n. st. 6.Febr. 1809 in Pa-ris. Vgl. Carro, 8., sa vis polib. st privös, Par.1847. vagai.

Santi (Sanzio), italienische Malcrfamilie ausUrbino; 1) Giovanni, Maler, geb. vor 1450,st. 1491. Seine Werke zeichnen sich durch Innigkeitdes Ausdrucks, Ernst, Einfachheit der Darstellung,treues Naturstudinm und durch eine anspruchslose,weder tiefe noch glänzende Färbung aus. Werke inder Mark Ancona, in Urbino, in Cagli (ein Fresco-bild), im Museum in Berlin ein vorzügliches Altar-bild. 2) Rafael, desBor.Sohn, der größteMalerder neueren Zeit, geb. 6. April 1483 in Urbino, st.«.April 1520 in Rom. Schon als Knabe zeigte S.solche Fähigkeiten, daß er nach seines Vaters Tods

1495 von seinen! Oheim nach Perugia zum Meister-Pietro (Perugino) gegeben ward. Hier schloß er sichan Pinturicchio an und malte mit demselben in derLibreria in Siena, oder fertigte wenigstens einigeZeichnungen zu den dortigen Wandgemälden ansdem Leben Pius'II. Seine damaligen Arbeiten zei-gen die ganze naive Anmuth, Reinheit und Innig-keit der Umbrischen Schule. 1503 reiste er nach Flo-renz, u. hier ging ihm in den Werken altflorentini-scher Kunst, namentlich des Masaccio, ein neues Lichtans. Er befreite sich von der etwas engen Weise fei-nesMeisters u. malte schon imfolgendenJahre seinberühmtes 8posaiiRo, d. h. die Vermählung derMaria mit Joseph, jetzt in der Brera zu Mailand.Doch gewann er erst das rechte Feld, als er bei län-gerem Aufenthalte in Florenz 1505 und 1596 Lio-nardos n. Michel Angelos berühmte Cartons, sowieFra Bartolommeos u. Masaccios Werke sah. Nachseinein Eintreffen in Florenz malte S. die herrlicheNaäonna äst §rancinca (im Palazzo Pitti) u. 1505in Perugia (S.Severo) sein erstes Fresco. In Flo-renz entstand auch sein erstes dramatisches Meister-werk, Die Grablegung (Pal. Borghese in Rom), u.eine größere Anzahl seiner reizendsten Madonnen,darunter Im tistts jarckiniörs von 1508 (jetzt imLouvre), alle glücklich, lächelnd, ohne Muttersorge.Infolge Einflusses Bramantes berief Julius II. S.

1508 nach Rom, dem damals Michel Angel» nochseinen künstlerischen Typus nicht anfgedrückt hatte,und gab ihm im Vatikan eine Wand. So entstand

1509 zunächst die Oispnba in der Sala della Segna-tura, worauf der Papst die fertigen Bilder der übri-gen Maler in den Stanzen herunterschlagen ließ, umvon S. andere an ihre Stelle setzen zu lassen, n. esfolgten Die Schule von Athen, Der Parnaß u. zu-letzt (1511) Die Einsetzung des kirchlichen u. welt-lichen Rechts. In derselben Zeit entstanden die Lla-äonna äi^oliAno (jetzt im Vatikan) u. die BildnisseJulius II. u. der sog. Fornarina (im Palazzo Bar-berini). In Rom trat S. mit den ausgezeichnetste»Männern seiner Zeit in unmittelbare Verbindung.Zwar wollte sich zwischen ihm u. Michel Angelo nieein freundschaftliches Verhältniß bilden, dagegen warer innig vertraut mit dein Grafen Castiglione, demCardinal P. Bembo, den Dichtern I. Sadoleto, I.Sanazzaro u. A. Sebaldeo, mit den SchriftstellernA. Novagero u. Aq. Beazzano; bes. war er gegendie zahlreich von allen Seiten ihm zuströmendenSchüler gefällig, freundlich, hilfreich, belehrend undfördernd. 1512 begann S. die Arbeiten für die zweiteStanza: Den Tempelranb Heliodors u. Die Messevon Bolscna. Während er an dieser malte, starb Ju-lius II., u. mit seinem Nachfolger begann die Periodedes höchsten Glanzes für S. In Liese Zeit fallenDie Befreiung Petri u. Die UmkehrAitilas vorRom(in der zweiten Stanza), die Arbeiten für die Grab-kapelle Chigis in Sta. Maria Lel Popolo die Sibyl-len für die Chigi-Kapelle in Sta. Maria della Paceu. die Galatea in der Farnestna. Das Jahr 1514brachte ihm die Leitung des Baues von St. Peteru. die Oberintcndantnr der antiken DenkinaleRoms.Im Vaticanhofe S. Damaso führte S. die Loggienans und ließ dort von seinen Schülern seine Bibelmalen; er selbst malte Die heil. Cacilia (jetzt in Bo-logna) n. begann hierauf die dritte Stanza, in wel-cher er sich nur an dem Brand im Borgo persönlich