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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sanskrit.

(s. d.); die Tschanrapantschasika oder die 50 Stro-phe» des Tschanra (heransgcgeben von P. von Boh-le», Berlin 1833), deutsch von Höfer (Indische Ge-dichte, I., IIS139), das gereimte Gedicht Gha-takarparani oder der zerbrochene Krng (heranSgcg.und übersetzt von Dursch, Berlin 1828). Ein lyri-sches Drama ist der durch Glnlh der Sprache aus-gezeichnete, tief mystische Gitagovinda dcsDschaya-deva (s. d.). Eine eigcnthnmliche Gattung sind dieSprüche, welche lauter einzelne Situationen ohneZnsaminenhang des Ganzen schildern, wie das Ama-rn^atakam oder die 100 Sprüche des Amaru (mitfranzösischer Uebersctzung von Apudy, Paris 1831)n. die 300 Sprüche des Bhartrihari, welche in an-ziehendster Weise die Hauptbestrcbnngen des Jüng-lings, des Mannes n. des Greises schildern und znden trefflichsten Erzeugnissen der ind. Poesie gehören(s.Bhartrihari). Bon lyrischenGedichten andcrerArtist noch zn erwähnen das beschreibende Gedicht Ritn-sanhara oder Kreis der Jahreszeiten des Kalidasa(s. d.) u. die dem Philosophen (lankara Alscharja zn-gcschriebcne Anandalahari, d. h. Woge der Wonne,ein Hymnus an die Parvati (Calc. 1824, französischvon Troyer, Par. 1841). Von besonderem Interessesind die Thiersabeln n. Märchen der Inder, dasie die ursprüngliche Quelle vieler der bekanntestensowol morgen- als abendländischen Erzeugnisse die-scr Art sind. Fast in allen findet sich eine Hanptcr-zählnng zu Grunde gelegt, in welche alle übrigeneingeschaltcn werden. Die Form ist meist die Prosa-ist, doch mit häufiger Einfügung von Versen. Dieälteste Sammlung von Thicrsabcln,das Pantschatan-lra oder die 5 Bücher (hcransgcg. von Kosegarten,1. Thl. Bonn 1848, 2. Thl. Greissw. 185S, deutschvon Bcnfcy, Lcipz. 1859), wird dem Vishnnharmanzngeschrieben; sie wurde aus Befehl des SasanidcnNnshirvan (53179 n. Ehr.) ins Pehlvi übersetzt,woran sich dann Übersetzungen in fast alle SprachenWestasiens n. Europas schlossen. Ein Auszug dar-aus ist der Hitopadesa, d. h. freundliche Belehrung,s. n. Bidpai. Bon den Sammlungen von Märchen».Erzählungen sind die ältesten: dieVctalapanischa-viichati, d. h. die 25 Erzählungen des Dämonen,von Civadasa (Proben in Lassens n. Höfers Antho-logien, deutsch von Lnber, 1. Abtheil. Görz 1875),niid die (lukasaptati, d. h. die 70 Erzählungen desPapageien (derAnfang abgedrnckt in Lassens Antho-logie). Eine metrische Bearbeitung des Besten indiesem Gebiete in einfachem, geschmackvollem Stilenthält der Kathasaritsagara, d. h. der Ocean derStröme der Erzählungen, des Somadcva aus demI I. Jahrh, n. Ehr. ('l.5. Buch hcransgcg. vonBrockhanS, Lpz. 1839, deutsch von Demselben, Lpz.1813). Kunstvoller in Form u. Darstellung ist dasganz in Prosa verfaßte Da^akümaratjcharitra, d. h.die Abenteuer der 10 Prinzen (hcransgcg. von Wil-son, Lond. 1846). Zn den poetischen Werken gehörtendlich noch LicRadschatarangini (d.i.der Strom derKönige) von Kalhana ans dem 12. Jahrh. (Calc.1835, franz. von Troyer, Par. 1840 s., 2 Bde.,enthalten nur die ersten 6 Bücher), welche die Ge-schichte Kashmirs erzählt. Zwar findet sich hier eineMasse historischen Stoffes aufgehänft, aber das Werkhat ans den Namen eines historischen keinen Anspruch,weil der Verfasser, welcher Mahakavi, d. h. großerDichter, genannt wird, aller Kritik ermangelt und

Sage n. Geschichte bunt durch einander mischt. EineGeschichte in unserem Sinne hat es bei den In-dern nie gegeben, da ihre Anschauungsweise viel zusehr durch religiöse Vorstellungen befangen und ihrSinn überhaupt mehr auf die Welt der Vorstellun-gen, als ans die Wirklichkeit gerichtet war.

Sehr bedeutend sind die Verdienste, welche sich dieInder um die Grammatik erworben haben, bef.durch ihre gründlichen u. scharfsinnigen Untersuch-ungen über die Gesetze der Lautverändernngen undder Bildung der Wörter n. grammatischen Formen.Der älteste uns erhaltene Grammatiker ist Panini,wahrscheinlich ans der Zeit um Christi Geburt. SeineGrammatik, welche gegen 4000 Regeln (Sutras)enthält(herausgeg. Calc. 1809, von Böhtlingk, Bonn1840), zeichnet sich bef. durch die zweckmäßige Ter-minologie aus u. bildet die Grundlage für die ge-sammte grammatische Forschung u. die Richtschnurfür Len Sprachgebrauch bis aus die heutige Zeit.Ihrer Dunkelheit wegen ist sie schon früh cömmen-tirt worden, so von Katjajana, dem Verfasser derVarttikas, d. h. Erläuterungen, n. von Patandschali,welcher einen Commentar dazu (Mahabashja) ab-faßte. Eine spätere Bearbeitung von Pauinis Gram-matik, welche namentlich eine bessere Anordnung derRegeln bezweckt, ist die Siddhantakaumndi des Bhat-tojidikshita (Calc. 1865), ein Auszug hieraus dieLaghnkänmndi (heransgeg. Calc. 1827, von Ballan-tyne, Mirzap. 1849 n. ö.). Bon den späteren Gram-malikcrn ist Vopadeva (im 12. Jahrh.) zn erwäh-nen, welcher in seinem Mngdhabodha, d. h. Belehr-ung des Einfältigen (heransgeg. Calc. 1807, vonBöhtlingk, Petersb. 1847 n. ö.), das System desPanini beibehielt, dessen Terminologie aber änderte.Auch die Lexikographie ist durch zahlreiche Werkevertreten, in denen jedoch die Wörter nicht alphabe-tisch,sondern nachdcrBedeutunggeordnetsind. Dasälteste erhaltene Wörterbuch ist der Amarakosha desAmarasinha (heransgeg. mit engl. Übersetzung vonColebrooke, 2. A. Seramp. 1825, mit französ. Über-setzung von Loisclenr-Deslongchamps, Par. 1839 n.ö.); von späteren sind zu erwähnen die WörterbücherTrikanda;esha, Haravali n. Medini des Pnrnshok-tama, heransgeg. von Colebrooke, Calc. 1807, undder Abhidhanatschintamani des Hematschandra (her-ansgegcbe» Calc. 1807,1818, von Böhtlingk». Nie»,Petersb. 1847). Eine den Indern cigenthiimlicheKlasse lexikalischer Werke sind die Sammlungen vonBerbalwurzeln (Dhatupathas), deren es ebenfallseine bedeutende Anzahl gibt, wie von Vopadeva,Dnrgadasa (beide heransgeg. Calc. 1831) u.A. Dasälteste Lehrbuch über Metrik ist das des Pingala.Dasselbe wird von den Indern zn den vedischenSchriften gerechnet, so wenig es auch darauf An-spruch hat, da es auch die kunstvollsten, nur in spä-terer Zeit gebräuchlichen Metra behandelt. AndereLehrbücher über Metrik sind der ljlrutabodha desKalidasa, heransgeg. von Ewald (Zeitschr. für dieKnude des Morgen!., 4, S. 57 f.), und von Brock-haus (Über den Druck rc.,S. 3756), die Tschhan-domandscharidesGangadasa (Seramp. 1833)rc. Auchdie Rhetorik und Poetik haben die Inder eifriggepflegt u. hier wie anderwärts durch feine, wennauch oft spitzfindige Distinctionen den ihnen eigenenScharfsinn bewährt. Über Rhetorik handelt der Sa-hitjadarpana des Bixvanathakaviraja (Calc. 1851),