Sanskrit.
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eines Fürsten von der Dynastie der Könige vonAjodhja, seine Jrrsale ans der Halbinsel, seinenKriegszug nach Ceylon (Lanka) gegen den Niesenkö-nig, den Tyrannen Ravana, der ihm seine geliebteGattin Sita geraubt hatte, die wunderbare Erober-ung dieser Insel n. die Wiedereinsetzung des Raumin das Reich seiner Väter, schildert aber damit inallegorischer Form die Ausbreitung arischer Cnltnrnach dem Süden Indiens, wobei die Arier durch denHelden Rama, die Ureinwohner durch Dämonen n.Affenrepräscntirtwerdcn. Das Gedicht, welches gegen24,000 hlloka od. Doppelverse enthält, nennt selbstals seinen Verfasser Nalmiki, und es scheint in derThal ursprünglich von Einem Dichter hcrznrühren,wenn auch gewiß Vieles darin spätere Znthar ist.Seine jetzige Gestalt erhielt es aber sicher erst nachChristi Geburt (heransgeg. mit italien. Uebersetznngvon Gorresio, Par. 1843 f., franz. von Fauche, ebd.1854 f., mit latcin. Übersetzung und Anmerkungenvon A. W. Schlegel, Bonn 1820 n. 1838, unvollen-det, deutsch im Auszug vou Holzmanu, 2.A. Karlsr.1843; in einzelnen Episodenübersetztu. bearbeitet vonChczy, Bopp, F. Schlegel u. A.). e) die Purauas,Bearbeitungen der alten kosmogonischcn, mytholo-gischen n. epischen Sagen vom pricsterlicheu Stand-punkte. Während in Len nntergcgaugenen älterenWerken dieses Namens das epische Element vorge-waltet zu haben scheint, treten in den neueren, welchewol sämmtlich den letzten 1000 Jahren angehöre»,theologische u. philosophische Betrachtungen, rituelleu. asketische Vorschriften u. Legenden zur Empfehl-ung einzelner Gottheiten in den Vordergrund. Ihrpoetischer Werth ist im Allgemeinen sehr gering.Die Abfassung der Pnranas, deren mau 18 kennt,wird wie das Mahabharata dem Vjasa zugcschrie-ben; heransgcgeben sind bis jetzt: das Bhagavata-pnrana, welches die Geschichte des Gottes Vishnn er-zählt (mit Commentar, Calc. 1830, Bomb. 1839,mit französischer Uebersetznng von Burnouf, Paris1840 f.) u. das Markandejapurana (von Banerjea,Calc. 1851) n. einzelne Bruchstücke, wie das Devi-mahatmja, eine Episode des Markandejapurana,welche die Göttin Dnrga verherrlicht (mit lateinischerÜbersetzung herausgegeben von Poley, Berl. 1831).Eine Inhaltsübersicht sämmtlicher Pnranas gibtWilson in der Vorrede zu seiner Uebersetznng desVishnnpnrana, Lond. 1842; vgl. Neve, Iws Lonra-nas, Par. 1852. Noch mehr, als in den Pnranas,tritt das epische Element gegen das rituelle in denHintergrund in den Upapuranas, deren gleichfalls18 aufgezählt werden. Einer weit späteren Zeit, alsdie beiden großen Epen, gehören ck) die Kunstepo-pöen (Kavja) an, welche immer mehr Las epischeGebiet verlassen u. auf das erotische, lyrische u. di-daktische übergehen. Die Zierlichkeit der Form unddie Ueberwindnng schwieriger Sprachkunststllcks bil-den hier denHauptgcgenstand des dichterischen Stre-bens, während der Inhalt zur bloßen Nebensachewird. Ihren Stofs entlehnen sie fast alle Len großenEpen. Hierher gehören außer anderendie dem Kali-dasazugcschriebenenGedichte Raghuvanya n. Knma-rasambhava (mitlatcinischerUebersetznng heransgeg.von Stenzler, Lond. 1832 u. 1838) und das Nalo-daja desselben Dichters (sanskrit. u.latein. von Be-nary, Berl. 1830, sanskrit. n. engl, von Jates, Calc.1844); das Kiratardschnnija des Bharavi (gedruckt
Calc. 1814, die zwei ersten Gesänge deutsch vonSchütz, Vieles. 1845); der (lchnpalabadha des Magha(Calc. 1815, 1.—II. Gesang deutsch von Schütz,Vieles. 1843); das Bhaltikavja (Calc. 1828, 5 Ge-sänge deutsch von Schütz, Bielcf. 1837); das Naisha-dija des Harsha (Calcntta 1836); das Uttara-naishadacharitra desselben (heransgcgeben von Röer,Calc. 1853 f.). Das Drama scheint bei den In-dern ans dem Tanze hervorgegangen zu sein, daTänzer u. Schauspieler durch ein Wort (Nata) be-zeichnet werden; doch läßt sich die frühere Entwickel-nngsgeschichte desselben nicht verfolgen, weil alle äl-teren Stücke verloren gegangen sind n. cs uns gleichin vollendeter Form entgegen tritt. Eine besondereEigenthiimlichkeit des indischen Dramas ist die, daßFrauen und Personen niederen Standes nicht S.,sondern Volksdialekte reden. Trauerspiele gibt esbei den Indern gar nicht. Die Entstehnngszeit dermeisten Stücke ist unbekannt, doch scheint kcins dervorhandenen viel über 1000 Jahre alt zu sein. Derausgezeichnetste dramat. Dichter ist Kalidasa (s. Kaii-dasas) im ll.Jahrh.n.Chr.n.die von ihm verfaßtenStücke sind: Saknntala oder der Erkcnnnngsring,mit Recht von den Indern für die schönste Perle ih-rer dramalischen Poesie gehalten; Vikramoivcsti oderdie durch Heldenkraft gewonnene Urvalst, n. Mala-vika n. Agnimitra (Ausgaben n. Übersetzungen s. ».Kalidasas). DieerstenBeiden diescrDramen beruhendem Stoffe nach ans dem indischen Mythus n. derSage; das Dritte ist ein Jntrignenstück. Unter denübrigen Dramen sind die vorzüglichsten die des Bha-vabhuti, aus dem 8.Jahrh. n.Chr.. von denen Ma-lati n. Madhava (Calc. 1830) für das beste bürger-liche Schauspiel gilt, während der Stoff des Maha-viratscharitra, d. h. Geschichte des Rama (heransgeg.von Trithen, Lond. 1849), n. das Uttararamatscha-rita, d. h. spätere Geschichte des Rama (Calc. 1831),dem Ramajana entlehnt ist. Ein sehr anziehendesbürgerlichesDrama ist auch die Mritschtschhakati, d. h.der Thonwagen des hludraka (heransgcgeben Calc,1829, von Stenzler, Bonn 1847), ein Jntrignen-stück die Ratnavali,d. h. dasJnwelenhalsband (Calc.1832, deutsch von Fritze, Chemn. 1878), deren Ver-fasser am Hose des Königs Sriharsha im 7. Jahrh.n. Chr. lebte, ein buddhistisches Sensationsstück dasNagananda. Das historische Drama wird vertretendurch das Mudrarakhasa (d. h. Siegel des Ministersivon Vchakhadatta (Calc. 1831); die Posse durch dasDhnrtasamagama od. die Gannerversammlung des^riranga ans dem 15. Jahrh. (heransgcgeben vonLassen in seiner Anthologie). Eigenthümlich sind denIndern die philosophischen Dramen, in denen Be-griffe n. Systeme handelnd anstreten, wie der dem11 . Jahrh. angehörende Prabodhatschandrodaja (d.h. Aufgang des Mondes der Erkenntniß) des Krish-namchra (herausgegcben Calcntta 1838, von Brock-hans, 1845 , deutsch von Goldstücker, Königsb. undLeipzig 1842). Vergl. Wilson, Lsloob apsoimensok blro tiisabrs ot' tlro blinäns, 2. A. Lond. 1835.Die lyrische Poesie wird fast ausschließlich durcherotische Dichtungen vertreten, welche im Allgemei-nen eine sehr zügellose Phantasie, nicht selten aberauch einen hohen Grad wahrer Gesühlszartheit ver-rathen. Ein Lieblingsthema sind dieLiebesabentenerdes Krishna unter den Hirtinnen. Es gehören hier-her: der Meghadnta oder Wolkenbote des Kalidasa