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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Sanskrit.

Quelle der beiden ersten wird die (lrnti (Offenbar-nng), als,die der dritten theils diese, theils die derSinriti (Überlieferung) betrachtet. Die Verfasserder »leisten dieser Schriften sind unbekannt. DieSanhitas oder Sammlungen, auch speciell Vedasgenannt,sind: a)die Riksanhita, eineSammlnngder Lieder, mit welchen die Inder in ihren altenWohnsitzen im Pendschab die Götter um Gedeihenfür sich u. ihre Herden angefleht, sie für ihre Hilfegepriesen u. ihre Thaten gefeiert hatten. Die Lieder,1017 an Zahl, sind nach den SLngcrfamilicn geord-net, denen man sie znschrieb und stammen ans sehrverschiedener Zeit; heransgeg. von M. Müller (mitdem ans dem 14. Jahrh. stammenden Commentardes Sajana, Lond. 1849 f., ohne denselben, Leipz.1857); franz. übersetzt vonLanglois (Par. 1848 f.),engl, von Wilson (Lond. 1850 f.), deutsch mit An-merkungen von Graßmann (Lpz. 1876 s.). Vgl.Mve,RbnstossurloUixvocla, Low. 1842. d)DieL>ama-fanhita, welche die von einer Klasse Priester, denUdgatar, bei den Opfern zu singenden Verse der Rik-sanhita enthält; heransgeg. ».übersetztvon Steven-son (Lond. 1843) u. Bensey mit Glossar (Lpz. 1848).e)DiebeidenVajuh-(Jadschn-) sanhitas,Samni-lnngen der von dem Adhvarjn, dem cigentl. Opser-priester, zu recitirenden Verse n. Opfersprüche. Dieerste dieser Sammlungen, der Schwarze Vajnr- oderJabschur-Veda (heransgeg. vonRöcr,Calc.1854 f.),enthält außer denVersen ».Sprüchen zugleich dieDar-stellnngdes betr. Rituals, welche eigentlich Gegenstandder Brahmanas ist; die andere dagegen, WeißerL)ajur-(Jadschur-)veda genannt (heransgegeben vonWeber, Bert. 1849 f.), nur die ersteren. ä) DieAtharvasanhita (heransgeg. von Roth u.With-ney, Berl. 1855 f.), nach ihrem angeblichen Ver-fasser genannt, welche jüngeren Ursprunges ist alsdie anderen u. erst später als Veda anerkannt wurde.Die 760 Lieder derselben enthalten vorzugsweiseSprüche gegen Krankheiten und schädliche Thiere,Verwünschungen der Feinde, Anrufungen heilsamerKräuter rc. Die Brahmanas, d. h. brahmanischeSchriften, haben die Darstellung alles zur gehörigenAusführung der Opfer Erforderlichen znm Gegen-stände, weshalb sie die dabei vorkommenden Versen. Opfersprnchc erklären, ihre Verbindung mit derOpferhandlung spekulativ n. traditionell begründen,das Ritual in seinen Einzelheiten darlegen rc. Je-des Brahmana schließt sich an eine Sanhita an undzwar behandeln die Brahmanas, je nachdem sie zurRik-,Saman-od.Jadschuhsanhita gehören, entwederdie Obliegenheiten des Hotar, des Necitirers derOpfersprüche oder des Udgatar oder des Adhvarjn.Daß die Entstehung dieser Schriften viel später fällt,als die der Lieder der Sanhitas, erhellt schon dar-aus, daß das richtige Verständnis) der letzteren in ih-nen fast gänzlich erloschen ist. Herausgegeben sindbis jetzt nur das Lstbaroja briUrirnunr des Rikvedavon Hang (Bomb. 1863, 2 Bde.), das Taittirija-brahmana des Schwarzen Jadschnrveda von Najen-dralalmitra (Calc. 1855 f.) und das Adbhutabrah-mana des Samaveda von Weber (Berl. 1859). Eineden Brahmanas verwandte, aber jüngere Schrift-gatlnng sind die Aranjakas, d. h. Waldschriften.Sie sind als spätere Nachträge zu den Brahmanaszu betrachten u. bilden meist einen Theil derselben.'Von besonderer Wichtigkeit sind die in Len Brahma-;

nas n. Aranjakas enthaltenen philosophischen Ab-handlungen, welche den Namen Üpanishad, (d. h.Sitzung, Vortrag) sichren. Sie behandeln die wich,tigsten philosophischen Probleme, wie die Schöpfungder Welt, das Wesen Gottes, sein Verhältnis) zu denMenschen, und alle späteren philosophischen Systemeu. religiösen Secten gehen ans sie zurück. Noch jetztwerden sie unter allen vedischen Schriften am meistenstndirt. Es gibt über 100 solcher Upanishads; ein-zelne sind von Rammohun Roy, Poley, Roer u. A.herausgegeben n. übersetzt worden. Die Sutrassind die jüngsten unter den vedischen Schriften. DasAnwachsen des in den Brahmanas und sonst über-lieferten Lehrstoffs führte darauf, diesen zum Zweckedes Unterrichts in Sutras, d. h. kurze Regeln, zn-sanimenzudrängen. Die Inder bringen die hierhergehörigen vedischen Schriften unter sechs Abtheil-ungen, Vedangas, d. h. Glieder des Veda, näm-lich : (liksha (Lautlehre),Tschhanda (Metrum), Bjaka-rana (Grammatik), Nirnkta (Worterklärnng), Dschjo-tisha (Astronomie) n. Kalpa (Ceremoniell). Beson-dere Erwähnung verdienen: die Pratiyakhjas,welche den richtigen Vortrag der vedischen Lieder zumZwecke haben n., an eine bestimmte Recension einesVeda sich anschließend, die Eigenthümlichkeit dersel-ben in Betreff der Laute, des Accentes rc. darstellen;ein zum Rigveda gehörendes hat Register (Paris1857 f.) heransgeg.; das Nirnkta des Jaska (her-ansgeg. von Roth, Gott. 1852), in welchem syno-nyme und obsolete vedische Wörter im Anschluß anältere Listen solcher Wörter (Nighantns) erklärt wer-den; die Kalpasntras, auch ^rantasutras genannt,weil sie sich auf die in den Brahmanas enthaltene^rnti (Offenbarung) stützen; siebehandelndasOpfer-ritual; die Grihjasntras, welche die häuslichen Ce-remonien behandeln; sie stützen sich auf die Smriti(Überlieferung) und heißen deshalb auch Smarta-sntras. An die vedischen Sutras schließen sich end-lich noch die Annkramanis an, Verzeichnisse derDichter, Metra u. Gottheiten der Lieder einer San-hita nach der Reihenfolge derselben. Vgl. über dievedische Literatur im Allgemeinen: Colebrooke, Onblio Vscias (in seinen NinüsIIansorw ossaxs), Lond.1837, deutsch von Poley, Lpz. 1847) u. Roth, ZurLiteratur u. Geschichte des Veda, Stnttg. 1846.

L) S-literatnr. Fast alle hierher gehörigenWerke, selbst streng wissenschaftliche, sind in metrischerForm abgesetzt; in prosaischer, außer den gramma-tischen n. philosophischen Sutras, nur Dramen, Fa-beln und Märchen, und die buddhistischen Legenden,welche aber gleichfalls meist mit poetischen Lheilenuntermischt sind. Was zunächst die epische Poesiebetrifft, sogehörenhierhcr: a)das Mahabharata,ein episch-didaktisches Sammelwerk, gegen 100,660(lloka (Doppelverse) enthaltend. Den Kern desGanzen bildet der Krieg zweier Herrschersanstlieii,der Kuruiden und Panduiden, an welchem sich vieleHerrscher u. Volksstämme betheiligten u. welcher mitdem Untergänge aller edlen Geschlechter des altenIndien endigt. Aber nur etwa ein Viertel des Wer-kes hat hierauf Bezug, drei Viertel sind Episodenepischen u. didaktischenInhalts, welche mit derHaupt-erzählnng n. unter sich nur sehr lose verbunden sind,s. Mahabharata. b) das Rani ajana, od. die Tha-ten des Raum, ein die Schicksale Raums besiiigeu-;des Epos. Es erzählt die Verbannung des Raum,