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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Sanskrit.

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dam), letzteres eigentlich mit reflexiver, sehr häufigaber auch mit transitiver od. neutraler Bedeutung.Das Passivum wird von den indischen Grammatikernals abgeleitetes Verbum betrachtet, es hat die Perso-nalendnngen des Medium u. unterscheidet sichvondie-sem durchAuhängungder Silbe,sa(xa) au LisWnrzel.Jedes der beidenGeuera hat5Modi: Jndicaliv,Po-teutialis,Imperativ, Precativ n. Couditioualis: DerJudicativ Hat6 Tempora: 1 Präsens, 3 Präterita: dasJmpersectum (einförmiges Augmentpräteritum), derAorist (vielförm. Angmentpräteritnm) u. das rcdnpli-cirte Präteritum, n. 2 Fntnra: das Participial- n.Anxiliarfntnrum. In Bezug auf 4 Tempus- u. Mo-dusformeu (Präsens, Potentialis, Jniperativu.Jm-perfectum) zerfallen die Berba in IO Klassen nachMaßgabe der Veränderungen, welche die Wurzel indenselben bei der Conjngation erleidet. Auch dasVerbum unterscheidet, wie das Nomen, 3 Numeri.Jnfiuiliv, Gerundium und Participia stehen in derMitte zwischen der Nominal- u. Verbalflexion; dieletzteren erscheinen in einer bedeutenden Anzahl For-men für die verschiedenen Genera u. Tempora. Znden abgeleiteten Verben gehören außer den Passivendie Cansativa, Desiderativa, Intensiv« n. Denomi-nativa. Die Adverbia werden meist von Nominal-stämmen durch Anfügung von Suffixen gebildet;auch werden viele Substantiv«, Adjeciiva n. Prono-mina in den Casus obliqui adverbialisch gebraucht.Conjnnctionen gibt es nur wenige. Von den Prä-positionen kommen die meisten nur in Zusammen-setzungen vor. Zur Bildung von Wörtern, sowolans den eigentlichen Wurzeln, als aus anderen schonabgeleiteten Wortstämmen, dient eine große Anzahlvon Suffixen. Eine große Freiheit besitzt das S. inder Bildung zusammengesetzter Substantiv«, Adjec-tiva n. Adverbia, wobei die Glieder des Compositumsowol coordinirt sein, als in der verschiedensten Weisegrammatisch von einander abhängen können. DerSatzban ist einfach, die Wortstellung sehr frei; Ne-bensätze, bes. relative und Zeitsätze, werden häufigLurch Participia, Gcrnudia und Composita ersetzt.Die in den poetischen Werken der Inder gebrauchtenMetra sind sehr zahlreich und mannigfach; die deralten vcdischen Lieder wurden später größtentheilsdurch andere ersetzt. Die Verse werden theils nurdurch die Zahl der Silben, theils auch durch dieQuantität derselben bestimmt; auch der Reim findetsich bisweilen gebraucht.Grammatiken lieferten au-ßer den nationalen Grammatikern (s. unten): Cole-brooke, Calc. 1805,1.Bd.; Carey, Seramp. 1806;Wilkins, Lond. 1808; Förster, Calc. 1810,1. Thl.;Dates, ebend. 1820; Frank, Würzb. 1823; Bopp,Ausführliches Lehrgebäude der S-a-Sprache, Berl.1824; (strammatioa vritioa IlnAuao Lansoritas,«bd. 1832; Grammatik der S-a-Sprache in kürzererFassung, 4.A., ebd. 1868; Wilson,2. A.Lond. 1847;Desgranges, Par. 1845; Böller, Wien 1847; Ben-fey, Vollständige Grammatik der S-sprache, Leipz.1852; Kurze S.-Grammatik, ebd. 1855; Flecchia,Turin 1856; Oppert, Berl. 1864; M.Müller, engl.1866, ins Deutsche übersetzt von Kielhorn u. Oppert,Leipz. 1868; Wörterbücher außer den nationalenLexikographen (s. unten): Wilson, 2.A. Calc. 1832,(3. A. von Goldstücker, Berl. 18561864, nur der1. Band erschienen); Haughtou, Lond. 1833; Bopp,61ossar. sanser., Berl. 1847; Böhtlingk u. Roth,

Petersb. 1853 ff., 7 Bde.; Dates, Calc. 1846; Willi-ams, Englisch n. S., Lond. 1851. Chrestomathien:Frank, Münch. 1820; Lassen, Bonn 1838, 3. A. vonGildcmeister, ebd. 1867; Böhtlingk, Petersb. 1845;W-stergaard, Kopenh. 1846; Höfer, Hamb. 1850;Benfey, 2. Ausl., Petersb. 1877.

II. Literatur. Die Bestimmung der Zeit, inwelcher die verschiedenen Erzeugnisse der S.-Literaturentstanden sind, ist im Allgemeinen sehr schwierig,da die Inder bei ihrem gänzlichen Mangel an histor-ischem Sinne ihren Werken häufig dadurch ein hö-heres Ansehen zn verleihen suchten, daß sie dieselbenberühmten Weisen u. Dichtern älterer Zeit zuschrie-ben. Gleichwol ist es unzweifelhaft, daß dieS-lite-ratnr zn denen gehört, welche die ältesten schriftlichenDenkmäler anfzuweisen haben. In der frühestenPeriode (etwa 20001500 v. Chr.), in der diearischen Inder im Pendschab Ackerbau u. Viehzuchttreibend, in den einfachsten patriarchalischen Verhält-nissen lebten, entstanden die meisten der später in denVedas gesammelten Lieder u. Sprüche. Beim wei-teren Vordringen der Inder in das Tiefland zwi-schen Indus und Ganges entwickelte sich unter densteten Kämpfen der einzelnen Stämme mit den Ur-hewohnern u. unter einander (15001300 v. Chr.)die epische Poesie, n. nachdem sich im Gangesland:größere Staaten gebildet hatten, in.denen die Prie-ster (Brahmaue») allmählich das Übergewicht er-langten, die Literatur der Gelehrsamkeit, indem di:Erklärung der religiösen Lieder und die Sammlung,der alten lleberliefernngen zur Beschäftigung mitLexikographie, Grammatik, Astronomie, Philosophien. a. Wissenschaften führte, woncben an den Höfender FürstendieSchönen Künste,dasDramarc. Pflegefanden. Die Ausbreitung des Buddhismus (500v. Chr.) war für die Entwickelung der S.-Literaturvon großem Einfluß; denn obgleich die Buddhistensich in ihren Schriften der Volksdialekte bediente»,so bewirkte doch ihre Polemik gegen das Kastenwe-sen rc., daß die Brahmaneu ihre Lehren durch neueSchriften in der heiligen Sprache fester zn begrün-den suchten. Auch waren es die Buddhisten, welchedie Werke der S-literatur durch Uebersetzungen fastüber ganz Asien verbreiteten. Die Berührung mitdein Griecheuthum seit 327 v. Chr. war namentlichfür die Fortschritte der Inder in der Astronomie vonWichtigkeit. Seitdem Eindringen der Mohammeda-ner in Indien gerieth die indische Literatur mehru. mehr in Verfall, u. cs trat auch hier, wie in allenGebietendes gcistigenLebeuS, allmählich eiuZnstandder Indifferenz ein.

In der Geschichte der S.-Literatur lassen sich zweiPerioden unterscheiden: die vedische u. die eigentlicheS-periode. L.) Vedische Literatur. Unter demNamen Veda, d. h. Kenntniß, Wissenschaft, werdeneine Anzahl Schriften begriffen, welche, obwol sehrverschiedenen Inhalts, doch sämmtlich in näherer od.entfernterer Beziehung zn Religion n. Cullus stehenu. als höchste Autorität für alles damit Zusammen-hängende gelten. Da di: meisten von ihnen schonvor Einführung der Schreibknnst entstanden, so wur-den sie in den Familien u. Schulen der Brahnianenanfangs mündlich fortgepflanzt, wodurch sich häufigmehr ^akhas (Recensionen) eines Werkes bildeten.Alle hierher gehörige Schriften zerfallen in dreiKlassen: Sanhitas, Brahmanas und Sutras; als