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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sanskrit.

stieß. Wann das S. als lebende Sprache erloschensei, ist nicht mit Sicherheit zn bestimmen, doch findensich bereits im 3. Jahrh. v. Chr. Inschriften injiingeren, aus ihm hervorgegangcnen Sprachen.Während sich aber aus dem S. im Munde des Volkesallmählich die entarteten Dialekte Prakrit n. Pali (s.Indische Sprache») bildeten, welche dann wieder dieGrundlage der jetzt lebenden indischenSprachen wur-den, erhielt cs sich selbst alsSprache desCnltns n.derWissenschaft, sowie der Administration n. als höhereUmgangssprache u. erlangte, weil in ihm die heiligenSchriften abgcfaßt waren, das Ansehen einer heiligenSprache. Der lange auf Indien lastende Druck derFremdherrschaft hat zwar, wie auf das gcsammtcindische Cnlturleben, so auch auf das Studium deralten Sprache u.Literatnrsehr störend eingewirkt, dochgilt das S. in Indien noch immer für die wichtigsteGrundlage höherer Bildung, n. cs gibt Viele, weichees verstehen n. schreiben können. Unter dem NamenS. begreift man übrigens gewöhnlich auch die Spracheder ältesten Werke der indischen Literatur, der Ve-den, obgleich sich dieselbe von dem späteren S. theilsdurch ihren größeren Wort- und Formenreichthnm,theils durch den beschränkteren Gebrauch der Com-posita sehr wesentlich unterscheidet. Wichtig ist dasS., außer durch seine Literatur, bes. auch für die ver-gleichende Sprachforschung, da es als älteste indo-germanische Sprache auch die ursprüngliche Gestaltder Wörter und grammatischen Formen im Allge-meinen am treueste» bewahrt hau Das eigentlichesanskritischeAlphabet, Devanagari (Götterschrift)genannt, enthält 48 Buchstaben, 14 Vocale u. 34Coiisonanten, deren auf die Natur der Laute ge-gründete Anordnung folgende ist: i4) Vocale: a)einfache: a, L, 1,!, u, ü, ri, ri, Irr, Irr; I>) Diph-thonge: S, ai, ü, an. L) Consonanten: s,) Gut-turale: ü, Icli, Zlr, ng; d) Palatale: o (tsolr),vtr (tsolili),j (äsolr), jlr (ckvelili),»; e) Cerebrale:

t, tlr, ä, ckli, u; ä) Dentale: t, tli, cl, äst, n; s)

Labiale: p>, pIi,Ii,KIi,m;k)Halbvocale:s(^),r,I, v (rv); Z) Zischlaute: y, slrssolr), 8, Ir, u. das demVeda eigenthllmliche cerebrale In. Hierzu kommennoch die Zeichen für in und Ir, ersteres ein Nasal-,

letzteres ein Hauchlaut. Die obigen Vocalformenwerden jedoch nur gebraucht, wenn der Vocal eineSilbe für sich bildet, sonst werden dafür ans denBocalen u. Diphthongen abgekürzte Zeichen gesetzt,welche über, unter, vor oder nach den Consonantenstehen. Jeder Consonant wird mit kurzem s, ausge-sprochen, wenn er nicht mit einem anderen Vocal-zeichen verbunden ist, od. das Zeichen Virama, d. i.Pause, darunter steht, welches die Abwesenheit einesBocals ausdrllckt. Vocallose Consonanten werdenjedoch mit dem folgenden Consonanten am gewöhn-lichsten aus mannigfache Weise graphisch verbunden,wodurch eine Menge Ligaturen entsteht. Die De-vanagarischrist wird von links nach rechts geschrieben,

u. zwar meist ohne Worttrennung: erst europäischeGelehrte haben diese, bisweilen auch Interpunktions-zeichen, in Druckwerken angeweudet. Die Zahlzeichengingen von den Indern zunächst auf die Araber undvon diesen auf die europäischen Völker über. Die-selben waren ursprünglich Abkürzungen der An-saugsbuchstaben der S.-Zahlwörter u. es tritt dieseAehnlichkeit deutlicher hervor, wenn man die Buch-

staben n. Zahlzeichen, wie sie ans alten Inschriftengebraucht werden, vergleicht. S.darüberWöpke,blsm.snr In propagat. äs8 elrikkros mäisna, im llouin.s,8. VI 8srle, toms I n. Nriiwop'g Inä. Lmbig. dxriwma8, Bd. 2, S. 70. Das S. wird übrigensauch mit bengalischer, tamilischer u. a. neueren in-dischen Schriften geschrieben. Die kurzen Vocale sund a kommen im S. nicht vor. Die Cerebralenoder Lingualen sind dem indischen Organ eigen»thümlich; sie werden ausgesprochen, indem mandie Spitze der Zunge weit znrückbicgt und an denGaumen ansctzt. Die Aspiraten üb, Ad rc. werdenwie ihre Nichtaspirata mit hiuzugefügtem, deutlichhörbarem Ir gesprochen. Die Nasale'stehen immernur vor Consonanten ihres Organs u. richten sichin der Aussprache nach diesen, so daß der gutturaleNasal wie u in Anker od. Enge, der dentale wie n inEnde rc. gesprochen wird. Acccntzeichen werden nurin den vedischen Schriften gebraucht. Eine wichtigeRolle spielen in der Wortbildung n. Flexion die Ver-stärkungen der Vocale durch Hinzufügnng eines aod. L, Gnna u. Vriddhi genannt; es werden dadurchans I u.I s n. ai, ans u u. ü ö n. au, ans ri u. riar u. är; a, ö u. ö werden durch Vriddhi zu L, u.au. Alle Nomina u. Verba lassen sich auf einsilbigeWurzeln znrückführen, doch erscheinen diese seltennackt, sondern gewöhnlich in einer durch Präfixe u.Affixe, sowie durch Veränderung des Bocals durchGnna od. Vriddhi modificirten Gestalt. Die Dekli-nation unterscheidet 3 Geschlechter, welche zum Theilaus der Endung erkennbar sind; 3 Zahlen (Singu-lar, Dual n. Plural) u. 8 Casus, nämlich außer den6 imLateinischcn gebräuchlichen nocheinenJustrninen-tal und Locativ. Im Plural haben der Nomina-tiv u. Vocativ, sowie der Dativ u. Ablativ, gemein-schaftliche Formen; der Dual hat nur 3 Endungen,eine für den Nominativ, Accusativ u. Vocativ, einefür den Instrumental, Dativ u. Ablativ u. eine fürLen Genitiv u. Locativ. Das Neutrum ist nur imNominativ u. Accusativ vom Mascnlinum verschie-den. Alls Nomina, sowol Substantiva als Adjectiva,Zahlwörter n. Pronomina, werden nicht im Nomi-nativ, sondern in einer von allen Casusendungenentblößten Grundform (Thema) aufgefaßt, welchebei den persönlichen Pronominen 1. u. 2. PersonderAblativ u. bei den übrigen der Nom. Singnlaris desNeutrums ist. Die Substantiva zerfallen der Dekli-nation nach in 2 Hauptklassen, je nachdem die Grund-form auf einen Vocal oder einen Consonanten aus-geht; die mit vocalisch endigender Grundform zer-fallen dann nach der Verschiedenheit des Vocals wie-der in Mehrere Unterabtheilnngen. Die Adjectivastimmen in der Declination ganz mit den Substan-tiven überein. Die Zahlwörter find sänimtlich decli-nirbar, von den Grundzahlen unterscheiden die erstenvier 3 Geschlechter. Die Grundzahlen von 110stimmen mit den griechischen u. lateinischen übereinu. lauten: o!m,clvi, bri, tMlialmr.Miibsoliaii,sinkst,vaptan, aslitmn, uavan, ckapan. Die Pronominaweichen in der Declination vielfach von den Sub-stantiven ab, bes. die der ersten u. zweiten Person;sie lassen sich ihrer Abstammung nach ans einsilbigeWurzeln znrückführen, welche jedoch nichts mit dengewöhnlichen Nominal- und Vcrbalwnrzeln gemeinhaben. Das Verbum unterscheidet 2 Genera, Ac-livnm (Parasmaipadam) und Medium (Atmanepa-