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Sanjasi —
Geschichtliches. Während bis anfLyknrg eigent-liche Militärärzte nicht vorhanden waren, denn zederKrieger snchte sich mehr od. weniger zn seinem u. derGefährten Nutzen ärztliche Kenntnisse zn verschaffen,finden wir unter diesem Gesetzgeber die Verord-nung, daß bestimmte Militärärzte hinter der Frontsich anfzuhalten haben, was nach dritthalbtansendenJahren Larrey von Neuem durchznsetzen hatte. Erstbei den Römern sehen wir die militärärztlichen Ein-richtungen geordneter; jede Legion mit einem Ober-ärzte n. 10 Unterärzten versehen; namentlich Libe-rins nahm sich der Kranken mit rührender Sorgfaltan. Im 2. Jahrh. entstand das Vaistuckinarimn sürSchwerverwnndete, während die leichter Verletztenbei den Kameraden in den Zelten blieben n. vondiesen verpflegt wurden. Die Schisssärzte erhieltenschon frühe doppelten Gehalt und hießen deshalbmockiei äuxlarii. Der Generalökonom des Lagers,der prnoksetus oastrormn, hatte die ganze Kranken-verwaltung unter sich. Im 6. Jahrh. wurden jederNeiterabtheilnng von 400 Mann 8 kräftige Männerbeigegeben, welche die Verwundeten wegtrngen n.den ersten Verband anlcgtcn. Für jeden Gerettetenerhielten sie eine Goldmünze. Mit den Römern gin-gen alle diese Einrichtungen zn Grunde bis ins 13.Jahrh. hinein. Die Heerführer sorgten wol für sich,jür den gemeinen Manu geschah nichts; er war dendem Heere folgenden Pfnschern überlassen, die ihreGeheim-Wnndbalsame für schweres Geld verkauften.Frauen saugten auch wol auf dem Schlachtfelde dieWunden aus. Vor allen beschäftigten sich die Geist-lichen mit der Medicin. Erst unter Ludwig IX. bil-dete Jean Pitard eine Anzahl Chirurgen ans (mz--rog), eine Einrichtung, die schon unter den Nachfol-gern unterblieb. Die Erfindung des Schießpulversseine Verwendung im Kriege, die größere Mannig-faltigkeit». Gefährlichkeit der Wunde», sowie die ver-änderte Schlacht- u. Kampfordnnng ließ das Be-Lllrsniß nach einer geregelten ärztlichen Hilfe kräf-tiger erwachen und wenn auch anfänglich noch nichtviel von Staatswegen geschah, wenn auch die hoch-berühmten Chirurgen wie Pare u. sein Schüler Pi-gray nur freiwillig weit über den Kreis ihrer Pflich-ten hinanstratcn, so war doch der Anfang gemachtu. die Einrichtung des ersten Militärspitals bei derBelagerung von Amiens unter Heinrich IV. eineuothwendige Consequenz. Ludwig XIII. schritt ansder betretenen Bahn weiter vor, gab jedem Regi-ments einenChirnrgenmajorn. gründete stehcndeMi-litärspitälcr selbst Ambnlancen. Unter LudwigXIV.wurden die Medicinaleinrichtungen immer ausge-dehnter, die Feldärzte ein integrirender Theil derArmee, fliegende und stehende Lazarcthe zahlreicher.Aus der Reihe der französischen Fcldchirnrgen gin-gen die glänzendste» Namen hervor. Während derRevolutionszeit machte die Militärheilknnde keine be-sonderen Fortschritte u. erst Larreys Genie gab ihrwieder eine höhere Form. Bis hierher hatte Frank-reich an der Spitze gestanden. Nach den französischenKriegen gingen auch die anderen Staaten mit tiefergreifenden Änderungen vor u. die letzten Kriege ha-ben wesentlich dazu beigetragen, die Militärheilknndezu einer hohen Vollendung gelangen zn lassen. Vgl.C. G. Kühn, De msäio. rnilit. ap. vsbsros ooncUt.,Lpz. 1824—27; Über Entwickelung und GestaltungdesHeeres-Sanitätswesens der europäischen Staaten,
- Sanskrit.
Hann. 1878. Eine Statistik hat Baron Michel ent-worfen, von der einzelne Notizen die Medicin. Cen-tralzeitung 1843, S. 241,687, 806, enthält; Klenkesn. Helmbrechts Allgemeine Zeitung für Militärärzte,Brauilschw., N. a. IN. l- (Gesch.) Thamh-M.
Sanjasi (Sannyasi, ind. Rel.), die vierte Stufedes Brahmanen, s. d.
Sankhja-Philosophic,s.u. Sanskrit-Literatur.
Sankt u. Sankta (abgek. St. u. Sta., ans demlatein. sanetus, heilig, engl. n. franz. 8-int, 8ainbe,Italien, u. span, oanto sabgek. 8»n, s. d.j, sants, por-tng.8Üo, aanta, Ungar. 82 snt). Die damit beginnen-den deutschen Namen siehe meist unter den Hanptna-men, z. B. Sankt Petersburg n. Petersburg, Sta.Barbara u. Barbara, ebenso die engl., franz., Nord-amerika». (vgl. jedoch unter Saint), Italien., span,n. portug. (vgl. jedoch unter San, Säo n. Santa),die ungarischen s. auch unter Szent.
Sanmichcli, Michele, ital. Baumeister, geb.in Verona 1484, st. das. 1559; bildete sich in Rom,trat dann als Ingenieur in den Dienst der RepublikVenedig n. verstärkte in dieser Stellung fast alle ve-netianischen Festungen. Von ihm sind auch der Pa-lazzo Grimani in Venedig, die Kirche Madonna diCampagna in Verona rc. R-gnci.
Sannazaro, s. Sanazzaro.
Sanok, Hanptort der gleichnam. galiz. Bczirks-hauptmannschaft, am San; Ruinen eines altenBergschlosses, Kreishanptschnle, Minoritenconvent;3463 Ew. Dabei das Dorf Olchowen mit einerBeschäl- und Montirnngsanstalt.
Sanquhar, Stadt in der schott. Grafschaft Dnm-fries, am Nith; 5 Kirchen, Schloßruine, Mnssclin-fabrikation; 1871: 1324 Ew.
SanslMding, Stadt im Reiche Bambara in Jn-ncrafrika, liegt am linken Ufer des oberen Niger,unterhalb Sego; hat lebhaften Handelsverkehr (na-mentlich Salz) mit den Factoreien der Gold- undSklavenküsten.mitTimbnktn: angeblich 10,000Ew.
Sansara, der unaufhörliche Wechsel des Daseins,der ewige Kreislauf des Lebens, ein Grnndübe! dermenschlichen Existenz nach dem buddhistischen Reli-gionsbegriff, s. Buddhismus, S. 229.
8ans comparaison (franz.), ohne Vergleichung.
8sasoulottes (sranz., gewöhnlich übersetzt: die Ho-senlosen, in Wirklichkeit Diejenigen, welche ohnekurze, elegante der vornehmen Gesellschaft ent-sprechende Hosen erschienen), im Anfang der Fran-zösischen Revolution eine spöttische Bezeichnung derRevolutionäre, während es später, namentlich unterder Schreckenszcit, als ein Ehrentitel für gute Pa-trioten galt, den sich die Anhänger des wildestenNepublikanismns (Sansculotlismns) selbst beiteg-ten. Daher Lanoeulvtticks, einer der llsnra eom-xlsmentairoo des französischen republikanischen Ka-lenders, welche festlich begangen wurden.
8ans ilouie (franz.), ohne Zweifel.
8sns ksyon (franz.), ohne Umstände. 8. rchne,ohne Zwang.
Sansibar, s. Zanzibar.
Sanskrit (d. i. die schöne, feine Sprache). I.Sprache. Das S. war einst die Sprache der Be-wohner von ganz Vorderindien bis zur südl. Grenzedes Mahrattenlandes, wo sie mit den nicht mit ihrstammverwandten Sprachen der Urbevölkerung In-diens, den sog. Dravidischen Sprachen, zusammen-