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Sauftgedackt — Sängerkrieg auf der Wartburg.
bedienten sich der S. anfangs ans Reisen, dann auchfin der Stadt; sie wurden von Sklaven an langen fStangen ans den Schultern getragen u. verlangten'je nach ihrer Größe oder dem Range ihrer Bescherzwei bis sechs, auch acht Träger. Im Mittelalter, >des. nach den Krenzzügen, waren die S>n, bes. dievon Pferden n. Manlthieren getragenen, bei Reisen >vornehmer Frauen gebräuchlich. Zur Zeit Lud-wigs XIV. kamen die eigentl. Portechaisen auf. InSpanien sind sie vonder Likaurenzeit noch in Gebrauch.
Sauftgedackt, ein Flötcnregister der Orgel, s. d.
Sangallo, italien. Künstlersamilie, die eigent-lich Giambcrti hieß, 1) Ginliano da, Architekt u.Bildhauer, geb. 1445 in Florenz, gest. 1517 in Nom.Er stellte für den Papst Julius II. die Festungs-werke von Ostia her und baute snr den König vonNeapel einen großen Palast, in Florenz das Augusti-nerklosier vor der Porta San Gallo (wovon erseinenNamen erhielt), in Loreto die große Kuppel überdie Marienkirche, in Rom die Decke von Sta. Mariamaggiore, wobei das erste amerikanische Gold ver-wendet wurde. Im Krieg zwischen den Florentinernu. Pisanern kam er in die Gefangenschaft der Letzte-ren und mußte schweres Löscgeld zahlen, lrug abersodann znm Siege der Erstercn bei u. wurde 1514Baumeister an der Peterskirche in Rom. 2) An-tonio der Ältere, geb. um 1450, gest. 1543 inder Nähe von Montepnlciano, Bruder des Bor.,Bildhauer n. Architekt, bes. durch seine Crncifixe be-rühmt, hals seinem Bruder bei der Ausführung sei-ner Werke. 8) Antonio der Jüngere, Neffedes Vor., Architekt, geb. 1485 zu Mngello bei Flo-renz, gest. 1546 in Tcrni; schloß sich an Bramantein Rom an, dessen Nachsolger er beim Bau der Pe-terskirche wurde. Sein Plan sür den Ausbau derPeterskuppel wurde später von Michel Angelo ver-worfen, dagegen der für die Sala regia im Baticanausgeführt. Für den Cardinal Alex. Farnese bauteer den Palast Farnese in Nom, arbeitete als In-genieur an den Festungswerken von Civita vecchia,Ancona, Florenz, Parma, Piacenza, AScoli, Nepi rc.und am Emissär des Lago di marmora bei Terni.Berühmt ist auch sein Brunnen in Orvieto, in wel-chen zwei spiralförmige Treppen hinabführen.Reguet.»
Sangamon, 1)300 Lmlanger, für kleine Damps-booteschissbarer Nebenfluß desJllinois imnordamer.llnionsstaatIllinois. 2) County daselbst, 40" n. Br.,90° w. L.; 46,352 Ew.; Hanptort: Springfield.
Sangarros, alter Namedcshent.Sakaria (s.d.).
Sänger,Sperlingsvögel,kasssrinasMtse/i.,Ordnung der Vögel, Schnabel ohne Wachshaut,Handschwingen 10, erste sehr klein od. fehlend, Arm-schwingen kurz, meist 9, selten mehr, Steuerfedernmeist 10 oder 12, Flügeldecken kurz, Lauf vorn mitgroßen Hornplatten, oder von zusammenhängender,glatter Hornhaut überzogen, d. h. gestiefelt. Beinesonst schlank, bis znrFerse befiedert, dreiZehen nachvorn, eine, die innere, nach hinten, die beiden äuße-re» Zehen sind am Grunde mit dem ganzen erstenMiede verwachsen. Speiseröhre ohne Kropf, Magenfleischig, Blinddarm und Gallenblase ansgebildct,Bauchspeicheldrüse in 2 bis 3 Lappen getheilt. Dieechten S. besitzen einen Singmuskelapparat, welcheran dem unteren Kehlkopf gelegen ist. Es umfaßtdie Ordnung derS. kleine bis mittelgroße Vögel;sie sind über die ganze Erde verbreitet; ihre Nester
sind meist kunstvoll gebaut; brütenjährlich 2—3>nal,am Brüten betheiligen sich auch die Männchen; Eierzahlreich, oft bunt gefärbt; Nesthocker. Fossile S.,welche den jetzt noch lebenden Gattungen angehörcn,kennt man nur ans der Dilnvialzeit. Eintheilung.
1.Unterordnung: Llamatorss A. IVayir,, «Schrei-Vögel, 10 Handschwingcn, deren erste lang, seltenkurz ist od. fehlt, 10—12 Armschwingen in der Re-gel, Lauf vorn getäfelt, unterer Kehlkopf entwederimr von der Luftröhre gebildet, ohne Bethcilignngder Luftröhrcnäste, Gruppe ll'raoirsoplronssMM.,oder einfach u. nur seitlich mit 1 bis 3 Paar Mus-keln. Hierher n. a. die Fam. TFrannickas (Vrai/,Tyrannen, amerikanisch; tlotinAiäas-b'Lk., Schmuck-Vögel, SAmerika; Llonurräas , Leierschwänzc,Nenholland; kittillas Prachtdrosscln, Afrika,SOÄsicn, Australien; Llz-ootllsriäas Ms», Amei-sendrosseln, SAmerika. 2. Unterordnung: OsoinesiN»rck., Eigentliche S., Singvögel, die ersteder 10Handschwingen kurz od.fehlend, meist 9 Arm-schwingen, Lauf gestiefelt, an der Bildung des unte-ren mit 2 Stimmritzen ansgestattetcn Kehlkopfesnehmen die Luftröhre n. ihre Äste theil, 2—5 PaarMuskeln, theils vorn, theils hinten gelegen, dienender Bewegung des Singmnskelapparates. Hierherdie Fam.: IRoosiäas , Webervögel, SAsien, iAustralien, Afrika; I?rinAiiliäa«z Finke»; !
'I'anaArickas kV-vri/, Tanagras, Amerika; ölotaeilü-ckao Larrck., Stelzen; Xlanäiäas Oab., Lerche»;Lz-Iviniao <7M., Bnschsänger u. viele andere. Famick.
Sangerhausen, 1) Kreis im preuß. Negbez. !Merseburg, nnischließt einen Theil der GoldeneuÄue,wird von der Staatsbahnlinie Halle-Kassel und derMagdeburg-Erfurter Eisenbahn durchschnitten, hatim SO. ein ausgedehntes Braunkohlenlager; 774,s^sicm (14,^ djM) mit (1875) 65,945 Ew. 2) Kreis-stadt darin, an der Gonna, Knotenpunkt der obengenannten Bahnen; Amtsgericht, Gymnasium, ro-manische S. Ulrichskirche, 1079 von Ludwig demSpringer infolge eines Gelübdes erbaut; 2 Schlös-ser, 2 Hospitäler; 2 Maschinenfabriken, Gipsfabrik,
1 Malzfabrik, 9 Mahlmühlen; bedeutender Getreide-n.Kartosfelexport; dabei Kupferbergwerk nebst Kup-ferhütte; Freimaurerloge zur Brndertreue; 8475Sm.
S., eine der ältesten Städte Thüringens, wird schm933 urkundlich erwähnt. Schroot.
Sängerkrieg auf der Wartburg, XrisovonliVartdur«;, ein aus zwei Tenzoncn (Streitgedich-ten) bestehendes mittelhochdeutsches Reimwerk. Dieerste in wesentlicher Übereinstimmung derHandschris-ten auf uns gekommene Tenzone stammt wol ansdem zweiten Viertel des 13.Jahrh.von einem Dich-ter, der im Thüringischen oder Mainzischen heinwchwar, n. behandelt den Liederkampf, den angeblich imJahre 1206 oder 7 die berühmtesten zeitgenössischenDichter am Hose des LandgrafenHermann von Thü-ringen über den Vorzug dieses Fürsten od. desHer-zogs Leopold von Österreich führten. Walter von der >Bvgelweide, Wolfram von Eschenbach, Biterols,Reinmar von Zweier u. der tngcndhaste Schreibersingen dasLobHermanns; Ofterdingen tritt für Leo-pold ans. Der unterliegende Theil soll gehenkt wer-. den. Ofterdingen wird besiegt u. flieht zur Landgrä-! sin Elisabeth. Sie verbirgt ihn unter ihrem Mantel,
! erwirkt seine Schonung, befiehlt ihm aber, nach Un<^garland zu reisen u. den Klinschor als Schiedsrichter