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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sandwichslai

bildete die Versammlung zu Berathungen über öf-fentliche Angelegenheiten. Die Hawaiianer hattenschon früh Verkehr mit anderen Inseln, namentlichmit Tahiti. Cook besuchte zuerst 1778 die S.-J. n.nannte sie nach dem ersten Lord der Admiralität Gra-fen Sandwich S. Die Insulaner hielten ihn fürihren Gott Lono, welcher nach einer Sage in dieFremde gezogen war und einst wiederkehren sollte;deshalb nahmen sie ihn glanzend auf. Als er 1779nach Hawaii zurückkehrte, fand er wieder gute Auf-nahme, aber als wegen Diebereien der Eingeborenenzwischen ihm und den Häuptlingen ein Streit aus-brach,wurde er II.Febr. 1779 ermordet. Seit 1786fingen die Engländer an, mit den Insulanern inHandelsverbindungen zu treten. Damals bestanden3 Reiche aus den S.-J. (in Kauai, Hawaii u. in Mani),welche sich fortwährend befehdeten; um 1790 war esdem Häuptling von Hawaii, Kamehameha, ge-lungen, sich Mani zu unterwerfen u. nun wollte erauch noch Kauai erobern, wozu er 179-1 die Englän-der um Unterstützung bat und unter der Bedingungerhielt, daß der König die Oberherrlichkeit der Eng-länder anerkennen sollte. Darauf nahinen die Eng-länder Hawaii in Besitz, u. Kamehameha eroberteKanai u. brachte so alle Inseln der Sandwichgrnppeunter seine Herrschaft. Er machte sich um die Civi-lisation seiner Unterthanen verdient, umgab sich mitEuropäern als Nathgeber, hielt strenge Polizei, be-günstigte die Bebauung der Inseln und den Handelmit dem Anslande, baute Schiffe, schuf sich ein or-dentliches Heer, zog fremde Künstler, Seeleute undÄrzte ins Land u. sorgte für Verbreitung nützlicherKenntnisse unter dem Volke, Er st. 8. Mai 1819 n.ihm folgte sein SohnLiholiho als Käme Haine hall.,der das Christenthmn einführte u. das Heidenthnmabschafste. 1821 reiste er nach England, starb aberbald nach seiner Ankunft in Portsmouth 14. Juli.Ihm folgte fein lOjähriger Bruder Kaui-keao-nli alsKamehameha III., welcher 1826 einen Handels-vertrag mit den Nordamerika». Freistaaten abschloß;er ließ die Gesetze sammeln u. die Insulaner söhn-ten sich mit dein Fremdenthum so ans, daß sie we-sentliche, diesem entnommene Veränderungen inihrem häuslichen u. geselligen Leben, sowie in dengewerblichen und Handelsverhältnissen Vornahmen.Die fortwährende Zudringlichkeit der französischenMissionäre verdroß ihn; als 1837 noch mehrere der-selben im Hafen von Honolulu landeten, ließ er sieauf das Schiff zurückführen; aber eine sranzös. Fre-gatte unter Dnpetit-Thouars erzwang ihre Wieder-aufnahme n. eine andere unter Laplace 1839 sogardie förmliche Anerkennung der kathol. Mission aufden S.-J. Im Oct. 1810 erklärte der König denStaat für ein unabhängiges constitntionelles König-reich, n. der neue Staat wurde 1813 von NAmerika,England, Spanien, Frankreich u. Preußen anerkannt.1811 machte England einen Friedens- und Freund-schaftsvertrag u. im März 1816 Frankreich einenHandelsvertrag mit dem König. Als die Regierungdie französischen Forderungen nicht annahny lande-ten französische Truppen, besetzten das Fort u. nah-men die hawaiischen Schiffe im Hafen weg, schifftensich aber, nachdem der amerikanische und englischeConsnl dagegen protestirt hatten, wieder ein. ImMärz 1851 drohten die Franzosen wieder die Fest-ung von Honolulu zu besetzen u. den Hafen zu blo-Piercrs Unirersal-CMversatioiis-Leiilon. V. Ausl. XV

d Sänfte.

kiren, wenn ihren Forderungen nicht gewillfahrtwürde. Doch erklärte die hawaiische Regierung, daßsie in diesem Falle den Schutz der amerikan. Flaggeanrnfen werde. Seitdem ist der Einfluß der Nord-amerikaner immer überwiegender geworden, u. un-ter ihm kam auch 1852 eine freisinnige Modifikationder Verfassung zu Stande. Obgleich in neuerer Zeitwiederholt die Idee anfgetancht war, die S.-J. mitrcpnblikanischerBerfassnng an die Vereinigten Staa-ten von NAmerika anznschlicßen, so gelangte die-selbe doch nicht zur Ausführung, m als 15. Decbr.1851 der König Kamehameha III. starb und seinNeffe und Adoptivsohn Alexander Liholiho als Ka-mehameha IV. die Regierung antrat, wurden diebis dahin gepflogenen Verhandlungen wegen Über-lassung des Archipels abgebrochen. Der junge Kö-nig, ein Zögling evangelischer Missionäre ans Ame-rika, führte die Regierung klug n. kräftig u. gewährteden Fremden vollkommenen Schutz. Nach feinemTode, im Nov. 1863, folgte ihm sein älterer Bru-der Lot Kamehameha V., dem 187lKameha-meha VI. snccedirte; Letzterer besuchte NAmerika,dessen Einfluß jetzt vollständig maßgebend in Sand-wich ist. Vgl. Anderson, Rtrs Hawaiian islanäs,2, A. Bost. 1861; Hopkins, Hawaii, 2. A. Land.1866; Remy, Listoirs äs 1'arsllipsl Harvaiiou,Par. 1862; Bechtinger, Ein Jahr auf den S.-J.,Wien 1869; deVarigny, (jnaborrs ans aux rissLanärviolw, Par. 1871; Js. Bird, 8ix inontäs inblas Lanclrvioir islanäs, Land. 1875. Drenke.

Sandivichsland, eine Reihe felsiger, von N.nach S. sich ziehender Inseln (5760" südl. Br. u.911" westl. L.), ganz von Schnee u. Eis bedeckt,ohne Vegetation; 1775 von Cook entdeckt, später(1819) von Rellinghausen genauer untersucht.

Sandlvurm, Dronieola Dam., Gatt, der Rin-gclwürmer; der lange, walzige Leib hat stark abge-setzte Ringe u. Fußstummel; Angen n. Fühler nichtvorhanden; die banmförmigen Kiemen sitzen an derMitte des Körpers, der Mund ist ein fleischiger Rüs-sel; im Sande des Meeres. Art: Ä. xissabornm(7rw., Fifchersandwurm, Pier; röthlich; steckt zuMillionen aufrecht in senkrechten Löchern im Sande,namentlich in Len Dünen der Nordsee; wird alsKöder beim Schellstschfang benutzt. Farwick.

Sandy Hook, Sandvank am Eingang der Baivon New 2)ork mit Lenchtthnrm und Telegraphen-station zur Anmeldung der cinlanfenden Schiffe.

Sandl) River (Big S.R.), Nebenfluß des Ohioin NAmerika, entsteht anS den Ost u. West Forks,welche sich bei Louisa im Lawrence County des Staa-tes Kentucky vereinigen, bildet dann die Grenze zwi-schen Virginia u. Kentucky und mündet Burlingtongegenüber; er ist 75 icm weit schiffbar; an seinenUfern reiche Steinkohlenlager.

Sanetsch, Paß im westlichen Theile der BernerAlpen, 2216 m ü. d. M., führt von Saanen (überGsteig) im Berner Oberland nach sion (Sitten) imWallis.

Sänfte (Lragsessel), ein Beförderungsmittel fürPersonen, welches von zweiMenschen, auch wol vonzwei Tragthieren, meist Manlthieren, getragen wird.Am frühesten kommen die S-n im Orient und inÄgypten vor, wo man deren zum Tragen auf denSchultern hatte (s.Palankin). Ausdem Orient kamdie S. später nach Griechenland. Auch die Römer, Band. 42