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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sanktion — Sand.

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Sanktion (v. Lat.), die feierliche Bestätigungeines Beschlusses, Gesetzes, Vertrags, wodurch die-selben für heilig u. unverletzlich erklärt werden. Da-herSanctioniren, ein Gesetz bestätigen, zum Ge-setz machen, Gesetzeskraft ertheilen.

Ssnotisskmmn (lat.), das Heiligste; in der Kathol-ischen Kirche die Hostie.

8nnotitns (lat.), Heiligkeit; Titel der Bischöfe; bes.des Papstes.

Sanctorins, eigentlich Santorio, der berühmteErfinder der statischenMedicin, geb.zuCapod'Jstria,studirte in Padua, übernahm daselbst 16l Iden erstenLehrstuhl der theoret. Medicin, ging später nach Ve-nedig u. st. 24. Fcbr. 1636. Seine cis msciioinaStation apirorismi, zuerst 1614 in Venedig, dannnoch 14mal aufgelegt, erregten ein Aufsehen, wieselten ein Buch; er leitete die Krankheiten hauptsäch-lich vonUnterdrüknng der Schweistausscheidung her.Eine gleiche Berühmtheit erlangte sein Werk: LIs-tdoäi vrtanclorum orrornrn omninm, gui ln nrtsmsäioa oontinAunt, Vened. 1602 n. ö., eines dervorzüglichsten medic. Bücher, das je geschrieben wor-den ist u. dessen Erscheinen im 17. Jahrh. schwieri-ger war, als es heutzutage sein würde. Er trat derentsetzlichen rohen Empirie damaliger Zeit entgegen».versuchte denGrundsätzen der Medicin ein wissen-schaftlicheres Gepräge zu geben. Mit mechanischerErfindungsgabe ausgerüstet, hat er auch verschiedenenützliche Instrumente angegeben, z. B. zum Aus-ziehen der Harnsteine rc. Im Servitenkloster zuVe-nedig, wo er begraben liegt, ist ihm ein Marmor-denkmal errichtet. Thamhayn.

^ Ssnotuarium (lat.), heiliger Ort, Ort um den! Hauptaltar; Platz, wo die Reliquien u. andere Hei-^ ligthümer der Kirche ausbewahrt werden.

8snotum oküoium (lat., das heilige Amt), so v. w.Inquisition.

^ 8nnotus (lat.), heilig; bes. in der KatholischenKirche ein Heiliger, s. Heilige. In der Kirchenmusikein besonderer Theil der Messe.

Sancus (Sangus, Semo S.), eine ursprünglichi sabinische Gottheit, welche dann in Rom anfgenom-1 men u., mit Deus Fidius als ein göttliches Wesen1 der Heiligkeit u. Treue und später als Halbgott mit^ Hercules identificirt wurde; er hatte heilige Stätten,s auf der Tiberinsel u. auf dem Quirinalis, und ihmi waren die Nonen des Junius geheiligt.

! Sand, durch Zerstörung verschiedener Gesteine>! entstandeneAnhäufungen kleiner Körner, welche bisi Pfefferkorngröße erreichen, dieselben bestehen meisti aus Quarz, daher man unterS. gewöhnlichQuarz-s sand versteht, obgleich auch andere Mineralien indiesem Zustande gefunden werden; sie find bald ab-gerundet, bald eckig u. scharfkantig, a) Quarz-S.,wasserhell oder weiß, häufig gelblich, röthlich odergraulichweiß gefärbt. Je nach derGröße der Körnerunterscheidet man groben S. (Perlsand), feinen S.(Quell-, Trieb- u.Form-S.) u. feinsten S. (Mehl-,Staub- und Flug-S). Meist enthält der Quarz-S.größere od. geringere Mengen anderer Substanzenbeigemengt, so daß mehrere Varietäten zu unterschei-den sind, wie: thoniger Quarz-S., wozu man-cher Fluß- und Brauukohlen-S. gehört; kalkiger! Quarz-S., wieinderKreideformativn; glimme«i riger Quarz-S., wie mancher Braunkohlen-S.;s i eise n s ch ü s si g er Qu arz-S., durch Eis enoxydhydrat

gelb oder braun, so der S. vieler Diluvialablager-uugeu; glaukonitischer Quarz-S., in derKreide- u. Tertiärformation; Muschel-S., Kno-cheu-S. Der Quarz-S. erscheint in großer Ver-breitung, er bedeckt theils große Strecken der Erd-oberfläche, theils findet er sich in mehr od. wenigermächtigen Lagen in verschiedenen Formationen. AlsDiluvial-S. bildet er znm Theil selbständige Hü-gel od. Lagen, zum Theil kommt er im Gemenge mitGrus, Geröllen u. Geschieben in sehr ausgebreitetenMassen vor, welche zuweilen durch das Vorkommenvon Gold, Platin, Zinnerzen rc., sowie von Dia-mant, Saphir, Topas, Beryll, Spinell, Zirkon u.a.Edelsteinen (Seifen) ausgezeichnet sind. Als Allu-vial-S. erscheint der Quarz-S. am Ufer derBäche,Flüsse u. Ströme u. am Meeresuser, u. in denWü-sten liefert er das Material zur Dünenbildung. Manbenutzt ihn zur Bereitung von Mörtel, bei derDar-stellnng von Glas, als Schleifmittel, als Form-,Scheuer- u. Stren-S. b) Glaukonit- S., bestehtaus kleinen dunkelgrünen Körnchen von Glaukonit,denen Quarzkörnchen u. mergelige Theilchen beige-mengt sind; findet sich bes. in der KrcideformationinNew Jersey, wo er eine weit verbreitete Ablager-ung von gegen 10 m Mächtigkeit bildet u. als Dünge-mittel angewendet wird; ferner bei Werl, Wamel u.a. O. Westfalens, in Frankreich rc. o) Dolomit«S., Körnchen od. kleine Krystalle von Dolomit, vongelblichweister bis gelblichgrauer Farbe; am Fußevon Dolomitbergen in der Schwäbischen Alp, beiBaden, Mödling n.Vöslau in Österreich; bei Com«piegne im Oisedepartement bildet er mächtige Lagen,ä) Vulkanischer S., kleine Bruchstücke von Lava,in mehr oder minder mächtigen Ablagerungen, zu-weilen gemengt mit Lapilli oder vulkanischer Äsche,s) Magneteisen-S. (Titan-S., sandiges Mag-neteisen), s. Magneteisenstein. Lehmann.

Sand, I) Karl Ludwig, geb. 5. Oct. 1795 zuWunsiedel im Bayreuthischen, jüngster Sohn einesehemaligen prenß. Justizrathes; studirte seit 1814in Tübingen Theologie, nahm 1815 als Freiwilli-ger unter den Bayern am Feldzug theil und setztenach Beendigung desselben seine Studien 1816 inErlangen, wo er eine Burschenschaft gründete und1817 in Jena, wo er eine hervorragende Rolle beider Burschenschaft spielte, fort. Überall erwarb ersich durch Fleiß, reine Sitten und Biederkeit vieleFreunde, obgleich er von Jugend ans etwas finsteru. nur dann gesprächig war, wenn ihn die Begeister-ung für Religion, Vaterland und Freiheit ergriff.Durch Theilnahme am Wartbnrgsfeste (18. Octbr.1817) bes. für eine politische Umwälzung n. EinheitDeutschlands exaltirt, hielt er den Staatsrath Augustvon Kotzebne (s. d.) als einen Gegner dieser Grund-sätze, wieder akademischen Freiheit, als Spion Ruß-lands für einen gefährlichen Feind seines Vaterlan-des u. der Nationalehre, welchen er aus dem Wegeräumen müsse. Er verließ daher 9. März 1819Jena u. kam 23. in Mannhcim,dem AufenthaltsorteKotzebues, an. An demselben Morgen bei Kotzebuenicht vorgelassen, begab er sich Nachmittags 5 Uhrabermals in dessen Wohnung, überreichte ihm einPapier u. stieß ihm während des Lesens einen Dolch indie Brust, worauf er sich ans dem Hanse begab u. sichselbst in die Brust verwundete. Er wurde sogleich er-griffen». erst ins Hospital, 5. April aber insZnchthaus