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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sanbenito — Lanotio.

zwungen u. nach Frankreich internirt wurde. Dort-hin folgte ihm S., tröstete u. erheiterte ihn n. kehrteerst nach des Fürsten Tode nach Italien zurück.Als italienischer Dichter trat S. in hervorragenderWeise mit seiner Idylle Arcadia auf, die ans 12Eklogen u. diese untereinander verbindender Prosabesteht. Die Reinheit u. Schönheit der Sprache, deredle, zartsinnige Ausdruck n. Geschmack machten dieseDichtung fortan zum selbst jetzt noch nicht übertrof-fenen Muster aller Schäferromane. Außerdem zeich-nete er sich in seinen übrigen ital. Gedichten (So-nette, Canzonen) derart aus, daß ihn die im 17.Jahrh.erstehende Xooaäsmia äslIaOrnsoa als vor-zügliches Muster reinen, guten, italienischen Stilsanerkannte. Eine erste Gesammtansgabe seinerWerkeerschien zu Padua 1723 unter dem Titel: Iw OpsrsvolAari cii I. 8., olos 1'Xroaäia, 1s Lims, Io I-st-tsrs sso., 2 Bde. Eine der besten neueren von denvielen Ausgaben der Xroaciia erschien 1806, in wel-cher Corniani S-s Leben beschrieb. Booch-Arkossy.

Sanbenito, das Bußkleid der von der Inquisi-tion nicht Vernrtheilten, s. Inquisition, X, S. 748.

Sancerre, Stadt und Hanptort in dem 8 Can-tone n. 76 Gemeinden mit 82,172 Ew. umfassenden,gleichnam. Arr. des franz. Dep. Cher, auf einemHügel am Kanal du Berry u. unweit der Loire, Sta-tion der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn; Gerichtshoferster Instanz, Commnnal-College, reformirte Con-sistorialkirche, Ackerbaukammer, mehrere Fabriken ingewirkten Maaren, Leder rc., Weinbau, Handel;2830 Ew. (Gem. 3691). S-, im Alterthume Sin-cerra, bildete im Mittelalter (seit 1152) eine eigeneGrafschaft.

Sancho (Sanchez, Sanctius). ä.) König vonAragon: 1) S. Ramirez, Sohn Ramiros I.;folgte 1063 seinem Vater in Aragon u. als S. V.1076 auch in Navarra u. blieb 1094 vor Huesca,s. u. Spanien (Gesch.); vermählt in 2. Ehe mitPhi-lippa, Gräfin von Toulouse. L) Könige von Ca-stilien: 2) S. I., so v. w. S. 8). 3) S. II. derStarke, folgte seinem Vater (Ferdinand I.) 1065in Castilien, beraubte seine Brüder Alfonso u. Gar-cia ihrer Reiche Leon u. Galicien u. blieb 1072 vorZamora, als er seiner SchwesterUrraca auch dieses,ihr Erbe, entreißen wollte, s. Spanien (Gesch.). Un-ter ihm lebte u. focht der Cid (s.d.). 4) S.IV. derGroße, Sohn Alfons'X., geb. 1258, empörte sich1282 gegen seinen Vater, folgte diesem 1284 in Ca-stilien u. in Leon, bekämpfte die aufständischen Chri-sten u. die Mauren, entriß diesen Tarif» u. st. 1295(s. ebd.). 6) Könige von Leon: 5) S. I. derDicke, Sohn Ramiros II., folgte 955 seinem älte-ren Bruder Ordogno III., mußte aber alsbald demSohn Alfons' IV., Ordogno dem Bösen weichen,bis er 960 durch maurische Hilfe wieder eingesetztwurde; er st. 967, s. Spanien (Gesch.). 6) S. II.,so v. w. Sancho 4). O) Könige von Navarra:

7) S. I. Garcia, zweiter Sohn vonGarciaJime«nes, eroberte Pamplona und Aragonien, führte seit905 den Titel König von Navarra, führte 20JahreKrieg gegen die Arabern.st. 926, s. Spanien(Gesch.).

8) S.IIl.,Mayor, der Große, SohnGarciaSII.,kam 970 auf den Thron, erhielt 1000 den vonAra-gvn, erheirathete 1028 mit Nnmia die Krone vonCastilien n. erweiterte den Staat von Aragon durchdie Eroberung von Sobrarve, Ribagorza rc., för-

derte die Bildung u.dieJnteressen der Kirche, theilteaber leider sein Reich bei seinem Tode 1035 in vierungleicheTheileunterseineSöhne. L)Könige vonPortugal: 9) S. I., 1185—1211 u. 10) S. II1223—1245, s. Portugal (Gesch.). Lag-».

Sancho Pansa, der Schildknappe des DonQuixote (s. d.).

Sanchuniathon, phönikischer Geschichtschreiberaus Berytos, welcher vor dem Trojanischen Kriegegelebt n. aus Tempelannalen, Büchern des Thautu. Traditionen der Priester eine Geschichte Phöni-kiens in 8 oder 9 Büchern geschrieben haben soll.Der Grammatiker Philo aus Byblos (um 100 n.Chr.) übersetzte das Buch insGriechische, u. darauszog Porphyrios die kosinogonischen Beweise gegendas Christenthum, Eusebios aber brauchte sie znmentgegengesetzten Zweck. Da vor Philo der NameS. gar nicht, nach Philo aber nur von Wenigen ge-nannt wird, so hat man an der Echtheit sehr gezwei-felt (Ursinus, Dodwell, vanDale,Meiners, Lobeck);Andere (Grotins,Movers, Ewald, Bunsen) erklärenden S. für echt und halten den Stoff in den Frag-menten für echt phönikisch u. darum für sehr beach-tenswerth, was aber nur mit großen Einschränkun-gen gilt. Das erhaltene Fragment betrifft die Kos-mogonie der Phönikier. Die Fragmente aus Euse-bios (im 1. Buche der krasparatio svan§s1.) wur-den herausgeg. von I. C. Orelli, Lpz. 1826; alleFragmente im 3. Bd. von Müllers §ra§msnka lü-storioornm Zraso., Par. 1849; Ewald, Über diephönikischen Ansichten von der Wcltschöpfung u. dengeschichtlichenWerthS-s, Gött. 1851; Renan, Mw.snr I'oriAins et 1s oaraotsrs vsritadls äs 1'Iüst.xiasniolsLns, gni ports Is nom äs 8., Par. 1858(im 23.Bd. der Mm. cks1'L.oaclsmis ciss inseript.);Wolf Baudissin in Studien zur semitischen Religi-onsgeschichte I, Lpz. 1876. — Über die liter. Fälsch-ung Friede.Wagenfelds in Bremen (geb. 1810, gest.1846), der dis vollständige philon.Übers. des S. aus-gefunden haben wollte, s. K. L. Grotefend, die San-chuniathonische Streitfrage nach ungedruckten Brie-fen gewürdigt, Hanno». 1836. Vgl. noch Schmidtvon Lübeck, Der neuentdeckte S., Alt. 1838.

Sauct Andrst, 1) (Szent-Endre), Marktfleckenim Ungar. Comitate Pest, am rechten Donauufer; Re-sidenz des griech.-orientalischen Bischofs von Ofen,8 Kirchen, Weinbau; 1869: 4683 Ew. Nach St.A. wird die lange u. schmale Donauinscl genannt,welche sich vonWaitzen bis nnweitBudapest erstreckt.2) Städtchen im kärnt.Bez. Wolfsberg (Österreich),in reizender Lage an der Lavant, mit schöner Kathe-drale u. von 1220—1859 Sitz des Bischofs von La-vant, der gegenwärtig in Marburg restdirt; etwa1200 Ew.'

8ancta Nmchioitas (lat.), heilige Einfalt! Ausdruckdes Mitleides über die Thorheit eines Anderen. Hussoll die Worte ausgerufen haben, als er, bereits ausdem Scheiterhaufen, ein Bäuerlein (nach A. eineBauersfrau) mit einer Tracht weiteren Holzes her-beieilen sah, um ein gutes Werk zu verrichten.

8anot,monislos (lat.), Nonnen, Klosterfrauen.

Ssnotio (lat.), Heiligung, Erklärung, daß Etwasunverletzlich sei; Gesetz, Verordnung; 8. xraAma-tüea,, bei. in der Kaiserzeit eine Art Rescripte, welchean eine Onivsrsitas, in Bezug auf Gemeindeange-legenheiten, gegeben wurden.