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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Samosata — Samson von Salcrn.

des 14. Jahrh., gehörte S. zu der Herrschaft dergenuefischeu Giustiniani auf Chios, bis diese endlich1475 die Samioten nach Chios verpflanzten u. dieJnselS. der Pforte abtraten. Die Türkenhaben dannandere Jnselgriechen auf S. angesiedelt. Währenddes Griechischen Freiheitskrieges seit 1821 spielte dieInsel S. eine einflußreiche Rolle, indem sie an dendamaligen Seeuntcrnehmnngen der Griechen einenlebhaften Antheil nahm, auch den Flotten n. Heerender Türkei mit Erfolg fortwährend entschiedenenWiderstand entgegensetzte u. dabei ihr eigenes Ge-meinwesen (durch Lykurgos Logothetes) in tüchtigerWeise ordnete. Infolge dessen erlangte auch die In-sel, deren volle Emancipation von der türkischen Herr-schaft bei der schlicßlichen Ordnung der griechischenDinge durch die europäische Diplomatie nicht ge-nehmigt wurde, doch eine ziemliche Autonomie alsder Pforte tributäres Fürstenthnm, indem 11. Dec.1832 unter Vermittelung Frankreichs, Englands n.Rußlands festgesetzt wurde, daß S. ein Fürstenthumunter der Hoheit der Pforte, aber unter dem Schutzedieser Mächte bilden sollte. Die Bewohner von S.bewegen sich seitdem in erträglichen Verhältnissen,wobei sie auch für ihren materiellen Wohlstand u. fürgeistige Fortschritte rühmliche Sorge tragen. Gegen-wärtig sungirt als tributärer Fürst vonS. der Fana-rioteConstantin Photiades, der die Herrschaft seit27. Mai 1874 führt. Vgl. Panoska, Roo Lamiornm,Bcrl. 1822; Curtius, Urkunden u. Denkmäler vonS., Lpz. 1878. (Grogr.i Dronke. (G-sch.) Hertzberg.

Samosata (a. Geogr.), feste Hauptstadt vonKommagene, der nördlichsten Landschaft von Syrienund im 1. Jahrh. n. Chr. Residenz der Könige vonKommagene, am westl. Ufer des Euphrats, überwelchen sich hier einer der gewöhnlichen Übergängebefand; j. Schamsat. S. war Geburtsort des Lu-kianos und des Paulus von S., des Stifters derSecte der Samosatenianer.

Samostje, officielle russische Bezeichnung für dierussisch-polnische Kreisstadt Zamosc im Gonv. Lub-lin , am Wieprz u. einem kleinen See in sumpfigerGegend, bis 1868 Festung; 6781 Ew.

Samothräke (d. i. das thrakische Samos imGegensatz zu Samos an der asiatischen Küste), 1)(a. Geogr.), Insel im Ägäischen Meere, südlich vonThrakien, gebirgig (der höchste Punkt der Berg Sa-oke, über 1600 m), unfruchtbar, ohne bequemenLandungsplatz u. stand stets unter den benachbartenFürsten, später gehörte sie zu dem griechischen Bundeund hatte eine kleine Stadt S. an der Nordseite. Seit1457 ist sie türkisch. 2) (n. Geogr., türkisch Semen-drik), Insel im N. des griechischen Archipel, westlichvom Meerbusen von Saros, zum Vilajet Dschesairigehörig; ca. 190 sHIcm groß, besteht fast ganz auseiner vulkanischen Bergmasse, welche in westöstlicherRichtung verläuft und sich im Phengari über 1600m erhebt, ist ganz hafenlos und daher auch fast ohneVerkehr. Für die ausschließend christliche Bevölker-ung, etwas über 1800 Ew., bringt die Insel dennöthigen Bedarf hervor; aber ausgesührt wird nichtsaußer Holz u. einigem Obste. Hauptort ist das imNW. gelegene Samathraki. Die Nordseite der In-sel ist wesentlich kühler n. wasserreicher, die Südseitewärmer u. fruchtbarer. In S. finden sich viele Alter-thllmer, welche größtentheils mit den religiösen My-sterienzusammenhäugen. Über dieses. Kabiren. Dronke.

Samotschin (Samoczin), Stadt im Kreise Kal-mar i. P. (Chodziesen) des preuß. Regbez. Brom-berg, amNetzebrnch; Dampf-, Öl- u. Mahlmühle,Wollen- und Banmwollenweberei, Gerberei, Fär-berei; 1875: 2095 deutsche Ew.

Sampanen, Platte chines. Fahrzeuge, die denFlußanwohnern gleichzeitig als Wohnung dienen.

Sampiero (San Pietro) s. Bastelica.

Sämsii, dän. Insel im Kattegat, zwischen Jüt-land und Seeland, zum Amte Holbäk gehörig; 110dskm (2 (UM) mit 6300 Ew. — Von den Bewoh-nern der äußerst fruchtbaren Insel, die aus 2, durcheine schmale Landenge verbundenen Theilen besteht,wird Ackerbau, Viehzucht, Fischerei, Handel ».Schiff-fahrt getrieben. S. hat mehrere gute Häsen (dar-unter Langöra und Brnndbyballe). Hanptort istNordby im nördl. Theile. Die zwischen Korsör u.Aarhnus fahrenden Postdampfschiffe legen wöchent-lich dreimal hier an. Seit 1677 bildet S. eineGrafschaft. H- Berns.

Samsöe, Ole Johann, geb. 21. März 1759in Nestved, dän. dramatischer Dichter; st. 23. Jan.1796inKopenhagen. Hauptwerk: Dyveke, Tragödie,1796, deutsch Altona 1798, Kopenh. 1810. SeineviAtsrislcs Lüriktsr hat sein Freund Rahbek her-ansgeg., 2. A. Kopenh. 1805, 2 Bde. <--

Samson» 1) Bernhardin, geb. in Mailand,wurde Franciscaner n. ging 1518 als Untercommis-sär Christophs de Forli nach der Schweiz, um Ab-laß zu predigen, fand aber an Zwingli einen beredtenBekämpfer seines Handels und Widerstand bei denBischöfen, denen er seine Vollmacht zum Ablaßhan-del gar nicht vorgelegt hatte; die Unverschämtheitseines Ablaßhandels zeigt das soes volant (da fliegensie, nämlich die aus dem Fegefeuer erlösten Seelen),das er öfters ausznrufen Pflegte; er wurde ans dievon der Eidgenossenschaft beim Papst erhobene Klage30. April 1519 nach Italien zurückgerufen. Er ver-schwindet seitdem aus der Geschichte. 2) JosephIsidore, berühmter franz. Schauspieler, geb. 2.Juli 1793 zu St. Denis, wollte erst studiren, wurde,da ihm die Mittel dazu fehlten, Schreiber, bis erendlich Aufnahme im Conservatoire zu Paris fand,1817. Nach einer kurzen Knnstreise wurde er inRonen engagirt, zog 1819 nach Paris, kam hier1827 an das Theatre Franxais, bei dem er, einkurzes Engagement am Palais Royal ausgenommen,auch nachdem er Lehrer (1836 Professor) am Con-servatoire geworden, bis 1864 blieb. Er hatte einRepertoire von nahezu 250 Rollen, schr. auch einigeDramen; Ls ksts cis Llolisrs, La kamilks koioson,La äot äs ina t'ills rc., die sich noch bis heute aufder Bühne erhalten haben u. st. 30. Mai 1871 inAnteuil. 1) Löffler. S) Lagai.

Samson von Salcrn, Ritter des Grafen Rod-geir von Salern, entführte dessen schöne Tochter Hil-diswid u. lebte mit derselben in einem Walde. BonRodgeir für friedlos erklärt, erschlug er diesen unddessen Bruder u. Nachfolger Brunstein, machte sichin einer Burg Brnnsteins zum Herzog, gewann nochandere Städte u. selbst Salern nahm ihn zum Her-ren an. Später kämpfte er mit dein Grafen Elsungvon Bern (Berona), erschlug diesen in der Schlachtn. gab dessen Tochter und Reich seinem natürlichenSohne Dithmar, dem nachmaligen Vater Dietrichsvon Bern. S. st. aus dem Zuge gegen Rom. Sein