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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Samos.

pel. S. war sehr fruchtbar, der Weinbau gering, dieBerge waren von immergrünen Bäumen bedeckt,das Wild war zahlreich, bekannt die Psaue, welchevon hier nach Griechenland kamen n. später siir dierömischen Tafeln um hohe Preise gekauft wurden;die Samische Erde, ein weißer Thon, welcher nichtallein zu geschätzten Gesäßen benutzt, sondern auchin der Medicin u. von Goldarbeitern zum Polirengebraucht wurde. Das Meer um S. war reich anFischen,bes.Thunfischen. Die Samier trieben Schiff'fahrt u. waren in der Kunst berühmt, sie gaben einerSchule (Samische Schule), welche mit der Ägineti-schen in enger Berbindung stand u. in welcher sichbesonders RHLkos mit seiner Familie, Theodoros,Teleklcs und dessen Sohn Theodoros auszeichneten,den Namen, u. von hier ans ging die Erfindung desGusses in Formen (bes. zu Kratern u. a. größerenGesäßen). 2) Stadt auf S., au der Südostseite, lagam Jmbrasos, znm Theil an einen Berg gelehnt,mit Hasen u. einer vom Megarcnser Eupalinos an-gelegten Wasserleitung; am Eingang in die Stadtwar der berühmte Tempel der Hera, welcher die ganzeInsel geheiligt war, weil sie daselbst geboren sein u.dort mit Zeus ihre Hochzeit gefeiert haben sollte; inihm stand die Bildsäule der Göttin von Smilis, auchder berühmte Apollon des Teleklcs und Theodoros.Bcrres u. die nachher von Pompcjns verfolgten See-räuber plünderten die Schätze des Tempels, n. durchinnere Zerrüttungen sank die Stadt. 3) (n. Geogr.,türkisch Syssam), eine der größten u. reichsten In-seln des Griechischen Archipel, der Türkei tributäresFürstcnthnm, lOf^M groß,1877 mit35,878 griech-ischen Cm.; außerdem sollen sich etwa 13,000 Samierin den klcinasiatischenKustenorten befinden, hart ander Küste Kleinasiens, von welcher sic nur durch dieStraße von S. getrennt ist. Die Insel wird voneiner Gebirgskette von O. nach W. durchzogen (Am-pelvs, höchste Spitze Kerkiberg,über 1500 m hoch),welche früher mit schönen u. Lichten Wäldern bedecktwar u. deren Thäler äußerst fruchtbar sind. S. hatmehrere gute Häfen, einen fruchtbaren Boden u. ge-sundes Klima; von den Erzeugnissen der Insel wer-den bes.Getreide, Südfrüchte, Öl, hauptsächlich Weinansgeführt; auch werden dort Silber-, Blei- undEisenerze, sowie Smirgel, Oker und Marmor ge-sunden. Die Einwohner zeichnen sich durch Energieund Kühnheit, durch kriegerischen Sinn und durchHandel und Schifffahrt aus. Vorzüglich halten sieauf guten Unterricht, daher hat jede der 29 Ge-meinden eine Elementarschule n. gibt es noch meh-rere höhere Schulen. Chora, die Hauptstadt derInsel, auf der Südseite gelegen, mit mehreren Kir-chen und gegen 1000 Einw., ist Sitz eines grie-chischen Bischoss u. eines Gerichtshofes; in der Nähedie Trümmer des alten S.; dagegen ist Vathi, ander Nordküste, mit einem bequemen Hafen, die be-deutendste Stadt der Insel u. zählt über 2000 Ew.

Anfangs wohnten Leleger u. Karicr auf S.; nachder dorischen Wanderung wurde dagegen S. durchJener besetzt, die aus Epidauros n. Attika answan-derten. Die Insel gedieh bald zu bedentender Blllthe;ihre kühnen Seefahrer segelten bis nach den süd-spanischen Küsten. Die Samier sollen 704 v. Ehr.zuerst Trieren gebaut haben. Aus den erbittertenKämpfen zwischen dem Demos und der harten Ge-schlechtermacht der Gcomoren ging endlich auch hier

eine Tyrannis hervor. Als Tyrannos schaltete hierseit 536 v. Ehr. der mächtige Polykrates; dieser ver-mehrte die Größe u. Macht der Samier, hielt eineKriegsflotte von 100 Schiffen, wodurch er sich dieHerrschaft auf dem Meere sicherte, vergrößerte durchEroberungen auf dem Festlande u. den benachbartenInseln sein Gebiet, errichtete stattliche Bauten, be-festigte die Stadt «>., brachte Künste n. Wissenschaf-ten zur Blüthe, während freilich Männer aus edlemGeschlecht, wie Pythagoras, unter seiner Gewaltherr-schaft nicht leben mochten. Ein Versuch des Adels u.der Verbannten, ihn mit Hilfe von Korinth undSparta zu stürzen, scheiterte 524 v. Ehr. Endlichwurde Polykrates durch Orötes, den persischen Statt-halter von Sardes, ermordet (522); ihm folgte seinMinister Mäandrios, welchen dann 516 v.Chr.Sy-lolon, des Polykrates Bruder, mit Hilfe einer persi-schen Flotte vertrieb, wogegen Syloson die PersischeHoheit anerkannte. Als die kleinasiatischen Griechensich 500 v. Ehr. gegen die Perser erhoben, tratenihnen die Samier bei, verhalfen aber schließlich 497v. Ehr. in der Seeschlacht bei Lade durch ihre treu-lose Abfahrt den Persern zum Siege. Der Seesiegdagegen derGriechen über die Perser bei Mykale 479befreite auch die Samier vou der Herrschaft der Per-ser. Sie traten nun in den Bund der Athener ein,geriethen aber 440 mit diesen in Kampf. Perikleseroberte 439 nach ncunmonatlicher Belagerung dieStadt; sie mußte ihre Schiffe ausliefern, Geiselngeben, die Kriegslasten bezahlen und eine demo-kratische Verfassung annehmen. Der Demos von S.hielt auch im Peloponnesischen Kriege treu zu Athen,mit dessen Hilfe auch 411 eine Restauration der Geo-moren verhindert wurde. Als aber Athens Kraftim I. 405 gebrochen war, kamen die Lakedäino-nier nach S. u. führten nach dem Sturze der Demo-kratie eine Oligarchie ein. Trotzdem neigte S. stetszu Athen u. wurde auch wieder ein mächtiges Glieddes zweiten Attischen Seebundes. Nur daß seit 365die Insel mehrfach mit attischen Kleruchen besetztwurde, was große Mißstimmung gegen Athen erregte.Während der Diadochenkriege ist dis Insel, derenBesitz schon seit 322 v. Ehr. zweifelhaft wurde, denAthenern verloren gegangen, u. erscheint 302 V. Ehr.wieder als autonom, dann wieder wahrend des drit-ten Jahrh. v. Ehr. unter der Hohhsit der Ptolemäervon Ägypten, denen sie erst gegen 201 v. Chr. durchdie Makedonier entrissen wurde. In seinem weiterenSchicksal durch Rhodier, Pergamener u. seit Gründ-ung der Provinz Asia durch die Römer bestimmt,wurde S. schließlich durch Kaiser Augustus 19. v.Chr.mit der Autonomie beschenkt. Diese Freiheit hob aberKaiser Vespasian ans finanziellen Motiven seit 71 n.Chr. auf u. verbandS. mitderProv. Asia. Als nach-mals Kaiser Diokletian bis 297 n. Chr. die römischeProvinzialverwaltung neu organisirte, wurde S. einTheil der von Rhodos aus regierten Jnselprovinz,deren Leitung (nun aber durch einen Strategen) seitJustinian l. nach S. verlegt worden ist. Ein Glied des

Oström. Reiches, war S.in byzantinischerZeit der Sitzeines Bisthums, u. seitdem 7. od. 8. Jahrh. Kern des

Themas S., zu welchem auch der Küstenstrich vonMilet bisAdramyttion gehörte. DieJnselS. theiltemder byzantinischen Zeit die Leiden, welche arabische u.seldschukische Corsaren den griechischen Inseln dau-ernd bereitet haben. Später, seit der zweiten Hälfte

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