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Nachfolger war der mit Hildiswid erzeugte Ermen-rich, der König von Rom ward. Einen andern na-türlichen Sohn Aki Aurlungatrausti (BeschützerderHarlnngen) hatte er als Herzog über die Burg Fritilagesetzt. So erzählt die altnord. Thidrekssaga nachverlorenen deutschen Quellen. Vergl. des Unter;.Schrift, Deutsche Heldensage, Hannov. 1858, 2 . Bd.,S. 329—357. Raßmann.
Samstag, so v. w. Sonnabend.
S amsnn, Stadt im türk. Vilajet Trabezo n (Klein-asien), an weiter Bucht zwischen den Mündungendes Jeschil Jrmak und Kisil Jrmak; hat fruchtbareUmgebung, treibt bedeutenden Handel und zählt10,000 Ew.; die Stadt steht aus der Stelle der grie-chischen Colonie Amisos.
Samter (poln. Szamatuly), 1) Kreis im preuß.Regbez. Posen, von der Warthe durchflossen u. vonder Linie Posen-Stargard der Oberschles. Eisenbahndurchschnitten; 1090,ggHslrm (l9,gsijM) mit (1875)50,312 Ew. 2) Kreisstadt darin, an der Oberschles.Eisenbahn; Amtsgericht, Schloß, Collegiatstift, Ger-berei, Brauerei; einschließlich Garnison (Infanterie)4316 Ew.
Samuel, hebr. Led'mnöl (der von Gott Er-flehte), Sohn des Elkana und der Hanna, aus demStamme Levi, Prophet u. letzter Richter der Israe-liten, wurde von seiner Mutter noch vor seiner Geburtdurch Gelübde zum Nasiräat (s. Nasiräer) bestimmt.Von Kindheit aus unter Eli im Hciligthum zu Siloerzogen, erhielt er die erste Vision in jener Nacht, daihm das göttliche Gericht über das Haus Eli verkün-det wurde. Nach Elis Tode erkannte das Volk ihnals Richter und Propheten (Seher) an. Er wohntezu Nama, bereiste aber alljährlich das Land u. hieltauch in anderen Städten wie Bethel, Gilgal u. Miz-pah Gericht. Sein Einfluß ans die öffentlichen, re-ligiösen u. politischen Angelegenheiten war groß undwohlthätig, er ries Levitenchöre u. Propheteiischulenins Leben, die viel zur Hebung und Kräftigung desreligiösen Sinnes im Volke u. zur Veredelung desOpfercnltus durch Psalmen, Gesang u. Saitenspielbeitrngcn. Bei zunehmendem Alter setzte er seineSöhne JoA und Abija zu Richtern in Berseba undBethel ein. Allein sie erregten durch Bestechlichkeitdie Unzufriedenheit des Volkes u. als die Ammoniterunter dem kriegerischen Könige Nachasch das Landmit Einfällen bedrohte, sandte das Volk Abgeordnetezu S. und forderten ebenfalls einen König. Nurmit innerem Widerstreben u. erst nachdem seine nach-drücklichen Abmahnungen u. das Schreckbild, das ervom despotischen Königthume entwarf, nichts fruch-tete, ging er an die Königswahl, das er aber durchein im Heiligthume niedcrgelegtes Negiernngsgesetz(eine Art Constitution) mit gesetzlichen Schranken zuumgeben wußte. Das gute Verhältniß zwischen S.u. dem neugewählten Könige währte nicht lange, daletzterer sich der Leitung des Propheten zu entziehentrachtete. Nach dem Zuge gegen Amalek kam es inGilgal zwischen dem Könige u. dem Propheten zumoffenen Bruche; S. zog sich — nachdem er Davidzum künftigen Könige gesalbt — vom öffentlichenLeben ganz zurück und lebte nur seinen Propheten-schulen. Er st. kurze Zeit vor Saul, nach der Tal-mndischen Tradition im Alter von 52 Jahren, zuRaum, woselbst er auch begraben wurde. Heute zeigtman zu Mizpa eine hervorragende Felsenspitze als
- Sämund.
seine Grabstätte. — Nach ihm sind benannt: S amuel(2 Bücher), sie bilden einen Theil der Bibel u. zwarder früheren Propheten, ein Geschichtsbuch, welchesmit den 2 Büchern der Könige EinWerk bildet, u. dieGeschichte der Israeliten vom Ausgang der Richter-zeit bis zum Ende von Davids Regierung nach altenAufzeichnungen und Sagen erzählt. Hieronymusnennt die 2 Bücher S-s u. die 2 Bücher der Könige1.—4. Buch der Königsregierungen, so auch heißensie in den Überschriften der betr. Bücher in der Sep-tuaginta u. Vulgata. Die Bücher S-s, deren Textvielfach verändert ward, daher die verschiedenenTexte im Originaltext u. in der Septuaginta, habendie Tendenz, die Dynastie Davids als die einzigberechtigte, die Sauls als von Gott verworfene da»znstellen, daher die Großthaten Sauls theils ver-schwiegen, theils Anderen zngeschrieben u. sein edlerCharakter herabgesetzt wird. Doch konnten nicht alleSpuren der unterdrückten Wahrheit aus den benutz-ten alten Quellen verwischt werden. Vgl. Keil, Com-mentar über die Bücher S-s; Wellhausen, Der Tertder Bücher S-s untersucht; Geiger, Jüd. Zeitschrift,Bd.7, S.284ff.; Ders., Einleitung in die biblischenSchriften (in Nachgel. Schriften, Bd. 4); Hausrath,Gesch. der alttestamentl. Literatur; Nöldeke, Die alt-testamentl. Literatur. (Biegr.)Rahm-r. (Blich. S.) WO.
Samum, Behd Samum,vom Arab. Lamms,d. i. Gistbeibringen, auch Harrur, von den Ara-bern der Wüste Sambuli, von den Türken Sa-mieli fSam-Velij genannt), ein von Mitte Jmnbis in die zweite Hälfte des September im nordöst-lichenAfrika,Arabien,Syrien u. dem nordwestlichenIndien zeitweilig in Stößen wehender, durch seineHitze Thieren u. Menschen verderblicher Wind. Erentsteht in den Sandwüsten dieser Länder; die ein-zelnen Stöße währen stets länger als ein MenschdenAthem anhalten kann; während derselben schwebtdann eine große Menge Sand u. Staub in derLnft.Schon vor dem Eintreffen eines solchen Windstoßeserscheint der Horizont dunkel; ist er daun angelangt,so ist der heitere Himmel verschwunden; die Sonnehat ihren Glanz verloren, blässer als der Mond wirstsie keine Schatten mehr; das Grün der Bäume er-scheint als schmutziges Blau; die Vögel werden un-ruhig , die Thiere irren rastlos umher. Die Haupt-wirkung des S-s besteht in einem ungemein schnel-len Verdunsten des Wassers; der Schweiß verschwin-det an der Oberfläche des Körpers, der Gaumenwird trocken, das Athmen schwer; selbst das in le-dernen Schläuchen euthalteneWasser verdunstet zumTheil. Der S. weht nie länger als sieben Tage hin-tereinander. Ein ähnlicher Wind ist der in Ägyptenwehende Chamfin (s. d.). Specht.
Siimnnd (Sämundr hinn Frodi, d. i. S. derGelehrte), Sohn des Priesters Sigfus, geb. um1055 ans Island, ging als Jüngling nach Köln,Rom und Paris, um die Wissenschaften zu studiren,und kehrte mit Jon, Bischof von Holar, 1076 nachIsland zurück, wo er sich auf seinein Gute Odd nie-derlicß, Priester wurde u. eine Schule anlegte; erst,daselbst 1133. Werke von ihm hat man nicht n.weißnicht einmal mit Sicherheit, ober welche geschrieben,wol aber, daß er Untersuchungen zur norwegischenu. isländischen Chronologie trieb, deren Ergebnisseer wahrscheinlich sehr kurz in lateinischer Spracheverzeichnete. Ganz unrichtig habenNenere die Samm-