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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Samnium — Samos.

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in die Republiken der Frentaner, Pentrer, Candinerund Hirpiner getheilt war, welche durch eine Eidge-nossenschaft verbunden waren u. für den Krieg einengemeinschaftlichen Anführer wählten. Von ihrerSprache (oskisch) haben sich nur Trümmer erhalten.Durch Eroberung der umliegenden Gegenden ver-größerten sie ihr Gebiet nach S., durch den Antheilan den Kriegen der griechischen Colonien in Unter-italien machten sie ihren Namen furchtbar, durch dieKriege, in welche sie mit Rom verwickelt wurden u.welche sie 70 Jahre mit beispielloser Tapferkeit führ-ten, theilten sie das Schicksal der übrigen Völker Jra-liens. Der erste Krieg entstand dadurch, daß dievon den S. bedrängten Campaner 343 v. Ehr. sichin den Schutz der Römer begaben u. diese dadurchzur Hilfeleistung veranlaßten. Ein für die S. vor-theilhafterFrieden beendete diesen ersten Zusammen-stoß zwischen den beiden mächtigsten Völkern Ita-liens schon 341. Gegen die immer weiter um sichgreifenden Römer erhoben sich die S, im zweitenKriege (326—304 v. Ehr.). Obwol anjangs glück-lich (Einschließung der Römer in den Pässen vonCaudium 321), erlitten sie doch später, bes. seit 311alljährlich schwere Niederlagen u. mußten sich 304zum Frieden verstehen. Ihre Kraft war seitdem ge-brochen. Trotzdem versuchten sie in einem drittenKriege (208—98) in Verbindung mit den Etruskernu. Galliern ihre Freiheit zu retten. Doch vergebens.295 bei Sentinnm geschlagen, mußten sie nach ver-zweifelter Gegenwehr die Oberhoheit Roms aner-kennen. Spätere Versuche, die römische Herrschaftabznschütteln, schlugen gleichfalls fehl. Als die Ta-rentiner mit den Römern in Krieg geriethen, schlossensich die S. ihnen an (280 v. Chr.) u. so lange KönigPyrrhos von Epiros für die Tarentiner focht, konn-ten die Römer nichts Wesentliches gegen die S. aus-richten, aber nachdem Pyrrhos aus Italien gezogenwar, erfolgte 272 die Unterwerfung der S.; die in-nere Verbindung der S. unter einander wurde auf-gelöst u. sie wurden den römischen Bundesgenossenbcigezählt. Mit diesen kämpften sie im sog. Bnndes-genossenkriege gegen Rom, anfangs siegreich (SO v.Chr.), dann unglücklich, gleichwol unterwarfen siesich nicht, wie die anderen Bnndesgenossen. Als ihnenCinna 87 das volle Bürgerrecht versprochen hatte,schlossen sie sich an ihn u. Marius gegen Sulla an u.zogen unter Pontius Telesinus gegen Rom, wurdenaber hier am Collinischen Thore 1. Nov. 82 von denSnllanern gänzlich geschlagen und 6000 Gefangeneniedergehauen; im folgenden Jahre ließ Sulla einenVerheerungszug durch Samnium unternehmen,durch den das Land völlig verwüstet, die Bewohnertheils getödtet, theils als Sklaven verkauft wurden.An ihre Stelle traten Manische Soldaten n. Frei-gelassene. Jähnke.

Samnium, s. Samniten. sinseln.

Samoa-Gruppe (S.-Jnseln), so v. w. Schiffer-

Samogitie» (Szamaiten), Landschaft im altenLitauen, rechts der Memel, hauptsächlich das jetzigeruss. Gouv. Litauen bildend; vom Denschorden co-lonisirt, ging es 1408 an Polen verloren; Haupt-ort: Rosieny.

Samojeden, uralisch-altaischer Stamm der mon-golischen Race, welcher mit den Tnngusen in derGesichtsbildung übcreinstimmt, der Sprache nachaber in die Völker des finnischen Astes einzureihen

ist. Die in etwa noch 16,000 Köpfen vorhandenenS., von denen 5370 im nordöstl. Theile des KreisesMesen (russ. Gonv. Archangelsk) leben, bewohnengegenwärtig die Küste des Eismeeres vom WeißenMeere bis zur Chatangabncht u. reichen vom Eis-meer im N. bis zu den sajanischen Bergen im S.Ehemals ein sehr zahlreiches Volk, saßen sie im letzt-genannten Gebirge und breiteten sich von dort nachR. am Jenissei u. Ob entlang aus; später wurdensie von ostiakischen und tatarischen Stämmen zer-sprengt, an ihr jetziges Wohngebiet gefesselt u. gehennun ihrem gänzlichen Erlöschen entgegen. Sie zer-fallen in 4 Stämme mit verschiedenen Dialecten:1) der jnraksche Stamm vom Weißen Meere bis zumJenissei; 2) der tawgysche od. awanische östl. davonbis zur Chatangabncht; 3) der jenisseische zwischenbeiden am unteren Jenissei und 4) der ostiakische inder Waldregion am oberen Ob und dessen Neben-flüssen, zwischen dem Tym u. Tschnlym. Die zweiersten Stämme sind Renthiernomadcn, der vierte einJäger- u. Fischervolk, der dritte nimmt an allen die-sen Beschäftigungen theil; die nomadisirenden lebenin Zelten, Tschnms, die übrigen in kleinen Hüttenod. Jurten. Bei der durch die Polarnatnr geförder-ten Stumpfheit n. Trägheit der S. werden sie durchdie unternehmenden Syrjänen ihrer Heerden be-raubt, gehen ihrer Unabhängigkeit und nationalenEigenthümlichkeiten verlustig; dazu decimiren jetztfast alljährlich auftretende Seuchen ihren Renthier-bestand, welcher die Lebensgrundlage der S. bildet.Das Renthier gibt ihnen Nahrung, Wohnung, Klei-der, ist Zug- u. Lastthier und ihr Begleiter ans denTundren ihrer Heimath; die Renthierzucht ist daherauch die Hauptbeschäftigung der S. Sie sind zumkleinsten Theil im Gouv. Archangelsk griech. Christen,die jedoch mit der größeren Mehrzahl noch dem altenSchamanenglanben anhängen; sie sind von kleinerStatur, klein, untersetzt, dick- und flachköpsig, habengroßen Mund, lange Ohren, weitgeschlitzte, kleineAugen, braungelbe Farbe, schwarzes, borstiges Haar,reifen sehr frühzeitig (die Mädchen schon im 1 1 . Jahr),sind wollüstig, gutmllthig, ehrlich, träge, trunklie-bend und leiden viel an ansteckenden Krankheiten.JhreKleidung bestehtineinemknrzen,mitdenHaarennach außen gekehrten Renthierpelz, aus Renthier-hautstiefeln mit langen Schäften u. bei den Männerneiner hohen, spitzen Mütze ans gleichem Stoff; beiden Frauen ist die letztere mehr platt und aus Eich-horn od. Hermelinfell. Das Loos der Frauen ist einentsetzliches, sie werden nicht bloß wie Lastthiere be-handelt, sondern sogar als unrein betrachtet, so daßsie gewisse Theile des Zeltes gar nicht betreten dür-fen; selbst nicht einmal eine Verwandtschaft kanndurch sie begründet werden. Vgl. Edw. Rae, MrsImnä ok tkro Mitlr °Wünä; or 'I'ravsls amonA tkroI-aMlancisrs anci tkrs Lamoz-väss, Lond. 1875;über die Sprache: Castren, Grammatik der samoje-dischen Sprachen, St. Petersb. 1854 u. Wörterbuchderselben, ebd. 1855. Soyaux.

Samos, 1) (a. Geogr.), Insel im ManschenMeere an der Jonischen Küste Kleinasiens; gut be-wässert durch die Flüsse Jmbrasos, Chesios u. Jbit-tes; von O. nach W. durchzog die Insel das GebirgeAmpelos, welches an der Westspitze in dem Vorge-birge Ampelos (j. Cap S. od. Capo Dominica) en-dete; die Südspitze hieß Posidion, mit Poseidontem-

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