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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Samarin — Samarskit.

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wurden gekreuzigt, dieBeschncidung ihnen verboten.Auch unter Kaiser Zeno erhoben sie sich gegen dieBedrückungen unter ihrem AujllhrerJustus; sie un-terlagen aber einem byzantinischen Heere, erhobensich unter Justinian (529) wieder und wurden nachschweren Kämpfen besiegt, ihr Anführer Jnliannshingerichtet. Ihre Synagogen wurden niedergeris-seu, deren Wiederaufbau verboten. Das Gesetz ge-gen Samaritaner u. Ketzer erklärte sie für unfähigzu Ehrenämtern u. zu Zeugenaussagen gegen Chri-sten. KaiserJustin nahm ihnen dasRecht zu testirenund Erbschaften anzutrelen, weil Liese ihnen bishergelassene Vergünstigung den Zweck nicht erfüllt habe,sie znm Christenthnm zu führen. Unter den Arabernblieben sie unbehelligt, sowol in Sichern (Nablus), wiein Damaskus n. Ägypten. Ihre Verbreitung u.Zahlnahm nach der arab.Herrschaft rasch ab; sie waren fastverschollen, als 1584 Scaliger sich an sie um Aufschlußüber ihre Sitten und ihre Geschichte wandte. IhreAntwort ist in Eichhorns Repertorium XIII. ent-halten; er erhielt auch aus Kairo das Buch Josua,welches Juyuboll im arabischen Original u. latein.Übersetzung herausgab, Leyd. 1848, von R. Kirch-heim in Lärms Lollomron ins Hebräische übersetzt.In diesem Jahrhundert wandte sich Bischof Gregoirean sie um Auskunft, sowie Sylvestre Le Sacy. Vgl.Gregoire, Ilisboirs ckes ssotss rsliAisnsss, Bd. III.,Par. 1828; L>. de Sacy, LIsm. snr i'stat aotnvl ckosLawaritains, Par. 1812; Ders., Oorrssponckanssäss Zamaritairrs cks Haplonss xsnckant Iss aunsss1808 ob sniv. Par. 1831. Im 1.1853 machte Prof.Barges eine Reise nach Nablus; hierüber Barges,I-es Lamaritains äs Xaxlcmss, Paris 1855. Erfand die Gemeinde in Nablus unter ihrem Hohen-priester, besuchte ihre Synagoge: auf diesen Ort be-schränkt, leben sie in der Zahl von 120 Mitgliedernnoch. S. weiter Gesenius, I)s Lsntat. 8am. ori.Ai.nsst auotoribabs, Halle 1815; Ders., tlarmina 8aina-rituna, Lpz. 1824. ^.lmlkatlri Lnnsles Lamarib.,Hrsg, von Vilmar; Pctermann, Üieisen im Orient;Geiger, Nachgel. Schr. III., 255 ff.; Dessen Ab-handlungen; in Zeitschrift der Deutschen Morgen -länd. Gesellsch., Bd. 20, 21 ff.; S. Kohu, De Lsn-batsnolroLamaritano sjnsgns snm vsrs. antiguiss.nsxn, Bresl. 1865; Ders., Samaritanische Studien,ebd. 1868; Ders., Zur Sprache, Literatur n. Dog-matik der Samaritaner, Lpz. 1876 in den Abhand-lungen für die Kunde des Morgenlandes, Hrsg, vonder Deutschen morgenländ. Gesellschaft. Fürst.

Samarin (Ssamarien), Jurij, russ. Publicist,geb. 1819 aus einer reichen Adelsfamilie; studirteinMoskau, wurde 1845Secretär in einem Senats-Lepartement, kam von da ins Ministerium des In-nern u. war 1847 Geschäftsführer der zur Revisionder städtischen Verwaltung nach Riga gesendetenCommission. Wegen seines Werkes über Len Über-tritt der Letten zur orthodoxen Kirche und über dieStellung der Ostseeproviuzen zum Reich ward ernach lOtägiger Festungshaft in das SimbirskischeGouvernement versetzt, dann nach Kiew, wo er alsKanzleidirector Bibikows bei der Regulirung derVerhältnisse zwischen den Bauern u. Gutsbesitzernwesentliche Dienste leistete. 1852 nahm er seinenAbschied u. verwerthete dann seine Studien über dieAufhebung der Leibeigenschaft bei dem wirklichenEintritt derselben als Publicist u. Mitglied des Co-

mites im Gouv. Samara n. der Redactions-Com-mission in Petersburg. S. starb 31. März 1876in Schöneberg bei Berlin. Er schrieb: Die socialenVerhältnisse der Stadt Riga, 1847; Das rnss.-bal-tische Küstenland, Berl. 1868 fs., vom allrussischenStandpunkte gegen das deutsche Element gerichtetn. deshalb von J.Eckardtu.L. Schirren, Lpz. 1869,heftig angegriffen. Lagai.

Samaritanische Sprache, ein Dialektder semi-tischen Sprachen, der zwischen dem Hebräischen undAramäischen steht u. Elemente beider Sprachen insich trägt. Grammatik von Uhlemanu, Berl. 1837.Samaritanische -schrift, die alte Form derhebräischen Schrift, s. Bd. X, S. 103 .

Samariter, so v. w. Samaritaner, s. u. Sa-maria (Gesch.), dann sprichwörtlich so v. w. barm-herziger Mann.

Samarkand, 1) Kreis des Serafjchan-Gebietesin Russisch - Turkestan, zum, Theil gebirgig, zumTheil öde u. menschenleere Sand-Steppe, in der vondem Serasschau bewässerten Ebene sehr fruchtbaru. stark bevölkert, gut bewaldet u. bebaut mit Reis,Wein, Baumwolle, Melonen u. anderen Früchten;starke Seidenproduction; 420,200 Ew. 2) Haupt-stadt des Gebietes, unweit des Serasschau in einerwolangebauten Ebene, von großem Umsang, jedochviele Gärten u. menschenleere Plätze, sowie zahlreicheRuinen von Moscheen n. Gräbern als Spuren frü-heren Glanzes aujweisend. Die Hauptgebäude sinddie große Moschee Timurs, das Grabmal dessel-ben (eine niedliche Kapelle mit einer prachtvollenKuppel), die Meoresse Tillakari (aus dem 17. Jahrh.)u. a. Am südwestl. Ende liegt die Citadelle (Ark)mitPalastdesfrüheren Emirs, vonben RussenjetztzurFestung umgewandelt u. Sitz des russ. Gouverneursu. der russ. Beamten; gegen 30,000 Ew. S. (chines.Samokien) ist Las alte Marakanda in Sogdiana,welches Alexander d. G. 328 eroberte u. verheerte,schon damals eine bedeutende Stadt; später zumgriechisch-baktrischen, dann zum parthischen Reichegehörig, fiel sie im 1. Jahrh. n. Ehr. an turanischeStämme n. wurde der Sitz türkischer Fürsten. 713wurde sie von den Arabern erobert. In Len erstenJahrh. war sie eine blühende Handelsstadt u. chine-sische HandelScolonie; seit Anfang des 6. Jahrh. Sitzeines uestorianischen Metropoliten. Im 10 . Jahrh.war sie prachtvolle Hauptstadt der Samaniden-Dy-nastie, dann der Herrscher von Kharesm, denen sievon Dschingiskhan 1219 unter schwerer Zerstörung(von 100,000 Einw. blieben 25,000 übrig) entrissenwurde. Sie fiel nun an das Reich Dschagatai. 1370erhob sie Timur zur Hauptstadt seines Weltreichesu. stattete sie mit vielen Prachtgebäuden aus; sie bliebbis in das 16. Jahrh. im Besitz der NachkommenTimurs u. eine prächtige u. blühende Handelsstadt.Erst mit dem Fall an das Reich Bokhara (s. d.) be-gann sie zu sturen. Am 13. Mai 1868 ergab sie sichden Russen, in deren Händen sie gebliebenist. S. warin den Erzählungen des Mittelalters der Inbegriffalles Schönen und Herrlichen; noch jetzt haben seineSchulen den Ruf der höchsten Autorität in religiösenu. wissenschastlichenAngelegenheiten des Islam. Th.

Samarow, Pseudonym für Meding (s. d.).

Samarskit (Uranotantal, Ittroilmenit), rhom-bisches Mineral, findet sich in glatten Körnern bisjzur Größe einer Haselnuß eingewachsen in einem