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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Scimana.

b°n.Br., 14—16Korallen-Jnseln, welche 1840 voiilScott entdeckt wurden. Th. !

Samarm, 1) seit der Eintheilnng Palästinas in3 Provinzen die zweite kleinste, inmitten von Gali"!läa, Jndäa n. dem Jordan. 2) (Schomron), festesStadt darin, Hauptstadt des nördlichen Königreichs.Israel, ans einem Berge. Sie wnroenm 020 v. Chr.vom König Oniri erbaut, war lange Zeit Hanptsitzldes von den Propheten verfolgten Götzendienstes n/wurde 720 von Sargon erobert und die Einwoh^ner nach Assyrien abgefnhrt, wogegen er die Stadtmit Babyloniern, Knthäern rc. bevölkerte; 100 V/Chr. wurde sie nach lümonatlicherBelagerung durchsAristobulos u. Antigonos von deren Vater Johan-nes Hyrkanos erobert u. zerstört. Erst der römischeStatthalter Gabinins baute sie wieder ans und gabihr den Namen Gabinia (Gabiniopolis). Herodssd.Gr. vergrößerte u. befestigte sie, schickte Colonistenhin und nannte sie dem Kaiser Angnstns zu EhrenSebaste oder Augnsta. Kaiser Septimins Seve-rns verpflanzte eine Colonie hierher, später wurdeS. Bischofsstadt; jetzt Sebastiye, Ort mit zahlreichenNninen, des. eines Tempels n. einer 900 m langenSäulenreihe ansderZeitHerodes d.Gr.;fernereinerchristl. Kirche (jetzt Moschee), die wahrscheinlich vonLen Stiftern des Johanniterordens n. dem St. Jo-hannes zn Ehren erbaut worden ist. In ihr soll sichdas Grab des Täufers Johannes befinden. Schroot.

Samaria. Nachdem Sargon, der Assyrerkönig,das Reich Israel od., wie eS auch nach der Haupt-stadt genannt, S. zerstört, viele Einwohner wegge-slihrt hatte und Colonisten ans Babel, Kutha, Äwa,Hamath, Sippara dorthin verpflanzt hatte, ent-stand eine Mischung dieser fremden Bestandtheilemit den noch zurückgebliebenen Israeliten ans demStamme Joseph (Ephraim n. Manasse), wie auchihre heidnischen Cnlte sich mit der israelitischen Got-tesverehrung mischten. Aber schon nach der Rück-kehr der Inden aus dem babylonischen Exil hattedas israelitische Volks- und Cnltelement die fremdenNationalitäten und Cnlte überwunden, so daß dieMischlinge am Ban des Tempels zn Jerusalem theil-nehmen wollten. Dort wegen des frisch erwachtenEifers gegen eheliche Verbindung mit Heiden znrück-gewiesen, wußten sie den Ban bis zn Darios Hysta-spis Zeit zu hindern, traten auch demNehemia beimBanderManernJernsalems entgegen,«., durch vielejüdische Priester u. Vornehme verstärkt, die ihreEhenmit heidnischen Frauen nicht auflösen wollten, er-richteten sie einen Tempel auf dem Berge Garizim,erklärten diesen als den einzig berechtigten, nanntensich die Söhne Israels, änderten in ihrem Pentateuchalle Stellen, die auf den Ort des Tempels oder aufden Berg Ebal Bezug haben; sie nannten sich auchSchomronim mit Bezug ans die Hauptstadt Schom-ron oder S. (Samaritaner), sowie mit Hindentungdarauf, daß sie treue Beobachter (sellomrs) des Ge-setzes seien. Die Juden gaben ihnen den NamenKnthäer, worin der Vorwurf lag, daß sie Nachkom-men jener götzendienerischen Colonisten aus Knthaseien. Die Stadt Sichern, wo Joseph begraben, istihre heilige Stadt. Von der Bibel nahmen sie nurden Pentateuch an, verwarfen die ganze prophetischeEntwickelung, wie den Aufschwung der pharisäischenKämpfe gegen das Priester - n. Opferwesen u. ent-zogen sich damit jede Entwickelung u. Fortbildung;

sie haften am Buchstaben des Pentateuch, lassen z.B. am Sabbath kein Licht od. Feuer brennen, wei-len lieber im Dunkeln «.Kalten, gehen am Sabbathnirgendhin, alsindasBethans. DieAuferstehnngs-lehre u. die Lehre vom Messias, die sie anfangs, alsnicht im Pentateuch enthalten, verwarfen, nahmensie in späteren Zeiten von denJnden an, ebenso wiedie rabbinischen Schlacht- n. Spcisegesetze. In denGrundlehren der Religion sind sic von den Indennicht verschieden. An ihrer spitze stand seit Erricht-ung ihres Tempels ein Hoherpriester, der auch heutenoch aus dem Berge Garizim dasPassahlamm opfert.Ein samaritanisches Buch Josna, in arab. Sprachein Ägypten im14.Jahrh. verfaßt, enthält das bibli-sche Buch Josna, aber in verworrener n. sagenhafterGestalt erzählt, dann nach Erwähnung des Eli dieWegführnng der Israeliten ans S. durch Nebnkad-nezar, die Colonisirnng des Landes durch persischeAnsiedler und nach deren theilweisem Anssterbe»Entlassung der übrigen u. Erlaubnißertheilnng a»die Israeliten (Samaritaner) zur Rückkehr ausBabel. Unmittelbar auf Nebnkadnezar folgen Er-zählungen über Alexander d. Gr. n. so wird die Er-zählung fortgesührt bis 110 v. Chr. Die Samari-taner unterwarfen sich gleich ven Inden Alexanderdem Gr.; derselbe wies 8000 Samaritanern Wohn-sitze in der Landschaft Theben an, um die Eingebore-nen daselbst zn überwachen. In S. selbst empörte»sich die Bewohner, tödteten den Statthalter Aristo-machus n. wurden dafür bestraft. Bei der Erober-ung Cölesyriens durch Ptolemäos Lagi wurde einegroße Zahl derselben gefangen nach Ägypten geführt,auch müssen viele freiwillig dorthin gezogen sein;denn unter Ptolemäos Philometon vertheidigt ihrHohcrpriestcr Ezekias das samaritanische Gesetz vordem König gegen das jüdische. Die hellenistischenSitten scheinen bei den Samaritanern nicht sehrEingang gefunden zn haben, wie bei den Priesternund Vornehmen in Jndäa, weshalb aber auch diereligiöse Reaction gegen dis Eingriffe des Antio-chos IV. in das Religionswesen nicht so stark gewesenzn sein scheint, wie in Judäa. Doch ist die Angabedes Josephns, sie hätten ihren Tempel ans Gari-zim dem Zeus ikenios geweiht, eher dem sectenhaßentsprungen. Als Jndäa siegreich gegen die Syrerans dem Kampfe hervorging, eroberte der Makka-bäer Johannes Hyrkanos, Hoherpriester n. König,Sichem u. S. n. zerstörte Len Tempel ans Garizim(120 v. Chr.). Doch blieb der Berg n. Sichem denSamaritanern heilig, und sie wallfahrtcten dorthin.Als Pilatus Procnrator war, trat auch unter LenSamaritanern ein Messias ans, der versprach, dasStistszelt n. die heiligen Geräthe, die ans Garizimvergraben seien, auszngraben. PilatnS ließ, alssich eine große Anzahl Samaritaner dort versam-melte, auf sie einhanen, um die Bewegung zu er-sticken. Er ward ans Klage der Samaritaner abge-setzt. Allmählich nahm der Haß zwischen ihnen undden Juden ab; man aß u. trank mit ihnen, indemman ihre Gewissenhaftigkeit in Übung der Gebote,die sie anerkannten, einränmte, bis in der Zeit nachHadrian, vielleicht ebenfalls, weil die Religionsver-folgnng nicht sie, wie die Inden, traf, man dieseiner sträflichen Nachgiebigkeit ihrerseits zuschreibe»mochte. Unter Constantius erlitten sie Verfolgungenihres Glaubens halber, 36 samaritanische Gelehrte