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Salzpflanzen
1772 Diakonus und bald darauf Pastor in Erfnrl;1781 verließ er sein Amt n. wurde Neligionslehreran Basedows Philanthrop»! inDessau; 1784 grün-dete er dis Erziehungsanstalt in Schnepfeuthal,welche er unter Mitwirkung von Andre, Bechstein,Glatz, Lenz, Blasche, Gutsnmths n. A. bald so be-rühmt machte, daß nicht nur Deutschland, sonderndie Schweiz, England und Portugal ihm Zöglingesendeten. 1788 errichtete er auch eine eigene Buch-druckern n. Buchhandlung. Er st. 31. Oct. 1811.Die Anstalt verfiel seit 1807, indem die schwcizeri-scheu Pädagogen alle Aufmerksamkeit ans sich lenk-ten; indeß setzte sein Sohn Karl das Institut fort,welches jetzt unter der Leitung Ansfelds, eines En-kels des Begründers, noch besteht. Seine zahlrei-chen pädagogischen Schriften n. seineJngendschriftenerschienen gesammelt Stnttg. 1845—46, 12 Bde.;Einzelnes davon von Richter heransgegeben in derPädagogischcn Bibliothek, Lpz. 1871 ff. Vgl. I.W. Ausscld, Erinnerungen ans C. G. S-s Leben,ebd. 1813. ' Löffler.
Salzpflanzen, Pflanzen, welche Salze (beson-ders Chlornatrinm, auch Jod- n. Bromverbiudun-gen) enthalten, daher zu ihrem Gedeihen derselbenbedürfe» n. deshalb in salzhaltigem Boden oder insalzhaltigen Gewässern wachsen. Die Land-S. sindmeist nicht lebhaft grün, oft grau od. röthlich, fleischigu. saftig; zu denselben gehören z. B. der seiner schö-nen silbergranen Blätter und rosenrothen Blüthenwegen ost in Gärten gezogene Salz st rauch (8ali-moclvuciron arAsnbsnm), Lalsola Xali n. 8. 8ocka.Die Wasscr-S. sind meist Meeresalgen, bes. Fnca-ceen. Ans mehreren derselben wird Salz (Chlor-natrium), Kelp (Soda), Jod n.Brom bereitet. Engter.
Salzquellen, s. n. Salzgewinnung.
Salzregal, das dem Landeshcrrn in Beziehungans die ausschließliche Gewinnung oder wenigstensden ausschließlichen Verkauf des Salzes AnstehendeRegal, ans der Zeit des Fendalstaates noch bis ansuns gekommen und in den meisten neueren Landes-gesetzcn ausdrücklich anerkannt. Der monopolisirteSalzhandel dient dein Staate meist dazu, von demVerbrauche des Salzes eine indirekte Consnmtions-steuer (Salzliccnt, Salzstener) zu erheben. Die Er-hebung dieser Steuer erfolgt je nach den verschiede-nen Staatseinrichtungen bald in der Weise, daß derStaat selbst den Handel besorgt u. zu diesem Zweckedas Salz aus Salzmagazinen, in welche zunächstalles erzengte Salz abzuliesern ist, durch angestellteBeamte um eine feste Taxe verkaufen läßt, bald aberauch so, daß der Handel verpachtet wird.
Salzsäure ist durch Wasser absorbirter Chlor-wasserstoff (s.d.) — 861, zugleich eine der stärkstenu.die billigste Säure. Sie wird säst ausschließlich alsNebenproduct bei der Fabrikation von Soda (s. d.)n. Pottasche (s.d.) nach dem Leblanc-Proceß gewon-nen, indem man Kochsalz (Chlornatrium) resp. Chlor-kalium durch Schwefelsäure unter Erhitzung zersetztu. die frei werdende S. in großen Sandsteintrögenoder thönernen einer Woulfsschen Flasche ähnlichenBallons, deren 50 u. mehr hinter einander stehen,über Wasser hinwegleitet, welches sie allmählich ab-sorbirt. Das Wasser fließt jetzt meist nach dem Ge-genstroinprincip aus dein letzten Ballon in den nächst-folgenden u. s. f., bis es ans dem zunächst am Ofenstehenden als ro h e S. mit 30—35 "/o 801 austritt.
— Salzwcdel.
Diese rohe S. ist meist gelblich, raucht an der Luftu. wird zur Regeneration der Knochenkohle, zur Ex.traction des Kupfers (weniger gut des Nickels) ausden Erzen, zur Chlorkalkbereitung rc. vielfach be-nutzt. Sie ist aber uurciu, enthält fast stets Eisen u.Schwefelsäure, oft auch etwas freies Chlor rc. undwird für chemische Zwecke durch Destillation gerei-nigt. Die in den Ballons nicht absorbirten salzsau-ren Dämpfe treten von nuten in einen ans Saud-stcinplatten gebauten, mit Cokes gefüllten Thurm, inwelchem von oben Wasser in Form eines künstlichenRegenö beständig herabtröpselt, u. werden so völligabsorbirt. Die hier sich bildende Thnrmsänrc istweit schwächer. Sie wird theils statt Wasser indis obigen Anffange-Ballons gebracht, theils zurRegeneration des Schwefels aus den Sodarückstän-den und ähnlichen Zwecken benutzt. Sie wurde zu-weilen in solchen Massen erhalten, daß sie in be-nachbarte Kalkberge geleitet werden mußte, um sienur los zu werden. Jmigck.
Salzschlirf, Badeort im KreiseFnlda desprenß.Regbez.Kassel, an der Altfell, Station der Oberhess.Eisenbahn; mit 3 brom- und jodhaltigen Kochsalz-säncrlingen (darunter 2 auch lithionreich) n. einemSchwefelbrnnnen,welche beiKatarrhen aller Schleim-häute, Kehlkopfleiden rc., Scrophulose, Rhachitis,Gicht, Rheumatismus, Neuralgien, Lähmungen,Hautkrankheiten, Störungen in der Circulation desUnterleibes n. ihren Folgen empfohlen werden. Fre-quenz 1877: 256 Badegäste.
Salzschwadcn ist 8s8tnoa lliatans (L.) D»rÄ(61/ooria ä. II^a/rlbA.), ein dichtrasiges graugrünesGras mit flachen, oberseits rauhen Blättern n. locke-rer Rispe, deren Äste nach der Blnthezeit znrückge-schlagen sind u. mit grünlichen, oft violett überlau-fenen Ährchen; in Dorfstraßen, auf ammoniakhalti-gem Boden, stellenweise häufig. Engter.
Salzsee, Großer, s. Great Salt Lake.
Salzseestadt, so v. w. Great Salt Lake City.
Salzsoole (Soole) ist eine natürliche od. künst-liche Kochsalzlösung.
Salzspindel (soolwage), s. n. Aräometer.
Salzsteuer, s. u. Salzregal.
Salzthon, inSteinsalzlagern vorkommendes bi-tuminöses Gemenge von Thon ».Steinsalz; mürbe,zerbrechlich, grau, grünlich oder schwärzlichgrau.
Salzuflen (Salzufseln), Stadt im FürstenthumLippe, an der Mündung der Salza in die Werra;stattliches Rathhaus, Saline und Soolbad, großeStärkefabrik, Cigarrensabrikation; (i875)2474Ew.
Salzungen, Stadt im sachsen-meining.Kr. Mei-ningen, anderWerra n. an der Werrabahn; Schloß(Schnepfenbnrg), Krankenhaus, Eisengießerei mitMaschinenfabrik, Cigarrensabrikation, bedeutendeBrauerei, Salzwerk (1872 an eine Berliner Gesell-schaft verkauft); stark besuchte Soolbäder, die gegenskrophulöse Leiden, Geschlechtskrankheiten, Tuberku-lose, Affectionen der Athmungsorgane mit Erfolgbenutzt werden; dabei der Burg- od.Salzunger-See; 3724 Ew. Die Stadt wurde 10. Juni 1640von den Schweden geplündert und halb verbrannt,1786 brannte sie wieder zur Hälfte ab. Vgl. Wag-ner, Das Soolbad S., 2. A., Salz. 1877; Hertel,Soolbad S., 2. A. ebd. 1377. Schr°°t.
Salzwedel (ehemals Soltwedel), 1) Kreis imprenß. Regbez. Magdeburg, durchschnitten von der