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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Salzgitter — Salzmaan.

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Seewasscr hinznsetzt, bis sichKrystalle abzusetzen be-lginnen. Nachdem man darauf noch etwas Seewasser!hinzugejügt nnd abermals abgeschäumt hat, dampft!man znr Trockniß ab. Man erhält so ein unreines!Salz, welches man in einem Korbe sammelt und!Wasserdämpfen anssetzt, welche die leicht zecfließlichenSalze lösen, die schwerer löslichen im Korbe zurück-lassen. Dis schließliche Befreiung von zerfließlichenSalzen geschieht endlich durch Ansbreiten des Salzesauf einem trockenen, festgestampften nnd gereinigtenSandboden. Au einigen Orten Englands läßt mandas Seewasser bis ans etwa seines Volumens ander Luft verdampfen und vollführt dann die weitereConcentration in Pfannen. Zur Verdampfung ander Luft dienen sogen. Sonnen- od. Answerke,welche gewöhnlichen Salzgärten gleichen. Wo Stein-kohlen sehr billig sind, wird wol auch durch directesEindampfen des Meerwassers Kochsalz gewonnen;ä) durch einfaches Sammeln des sich anSalzseen absetzenden, sowie des in Salz steppenaus dem Boden efflorescirenden Salzes, z. B. desberühmtenSalt-Lake bei Ntah im Osten des Felsen-gebirges in NAmerika, des Eltonsees in der Näheder Wolga, der jährlich an 20 Mill. lls; Salz liefert,ans den Steppen Rußlands nnd Afrikas rc.

III. Die Gewinnung ans Steinsalz, wel-ches, sofern es rein ist, sehr oft direct als Kochsalzverwendet wird, findet in der Weise statt, a) daßman es bergmännisch zn Tage fördert, anslöst nndnach Art der Soolen verarbeitet (s. n.I.), ob. k>) zurVerstärkung armer Soolen verwendet, oder auche) daß man es auf der Lagerstätte selbst auflöst u.die gesättigte Lösung durch Pumpwerke zn Tage för-dert, wobciFördernngs- n.Anflösungskosten erspartbleiben. Die aus den Bohrlöchern gehobene Soole,welche meist durch Schlammtheilchen und Gips ge-trübt ist, wird zum Klären zunächst in ein großesReservoir geleitet n. gelangt von da aus zum Ber-sieden (s. u. I.). In Hallein nnd Berchtesgaden beiSalzburg, wo das Steinsalz durch Mcrgellager (Ha-selgebirge) eingeschlossen nnd sehr verunreinigt vor-konrult, wird die dritte Methode in den sog. Sink-werken od.Wöhren inderWeise ansgesührt, daßman in den Salzthon große Behälter (Kammern,Seen) anlegt, diese mit Wasser unfüllt u. das Wasserdie salzigen Theile anslangen läßt, wobei sich dieerdigen Theile gleichzeitig Niederschlagen. Schächte,aus Lenen man auf zwei Balken rutschend ohne Ge-fahr hinabgleitet, auch Stollen von seitwärts her,führen zu diesen Kammern nnd den Kunstbauten.Die gesättigte Soole wird dann durch ein Pumpwerkaus der Grube gehoben und in die Salzsiederei, oft8 bis 10 Stunden weit in hölzernen Röhren, übereigene, meist hölzerne Gebäude od. steinerne Brückenweggeleitct. Glatzel.

«alzgitter, Marktflecken im Kreise Liebenburgder preuß. Landdrostei Hildesheim, in einem Thaleam Ursprünge der Warne, Station der Braun-schweigischen Eisenbahn; Flachsspinnerei, Leinenwe-berei, Eisenwerk, Fabrik chemischerWaaren, Handelmit Getreide; 1820 Ew. Dabei (mit Braunschweiggemeinschaftlich) das Salzwerk Liebenhalle.

Salzhausen, Badeort im Kreise Büdingen derHess. Prov. Oberhessen, 2 Icm westlich von Nidda,Station der Obcrhcss. Eisenbahn, mit8Soolquelleiivon 11—12" K., welche getrunken u.zuBädern be-

nutzt u. namentlich bei Skrophnlose n. Krankheitender weiblichen Genitalien empfohlen werden.

Salzhemmendorf, Marktflecken im Kreise Ha-meln der Landdrostei Hannover, an der Saale; Salz-werk, Sool- nnd Fichtennadelbad , bedeutende Kalk-brennerei; 1200 Ew.

Salziger Sec, Landsee im ManSfelder Seekreisedes prcuß. Regbez. Merseburg, nimmt die Quernaans u. fließt durch die Salza in oie Saale ab; enthältwenig (0,o»t Theile) reines Kochsalz, welches wahr-scheinlich von den darin befindlichen Salzquellen undauch von anderenZugängen von außen, da die Um-gebungen des Sees salzig sind, erzeugt wird. Einschmaler Landstreifen trennt ihn von dem nordwest-lich davon gelegenen Süßen See. Beide Seen sindzusammen 28 Hflcm (0,z UM) groß.

Saizkainmcrgnt, Alpenlandschaft im Erzher-zogthnm Österreich ob der Enns, an der Grenze vonSalzburg u. Steiermark n. auch noch in diese beidenLänder yinübergreifend, wird von dem Thale der

rann mit den dasselbe umgebenden Alpen gebildetund ist größtentheils eine kaiserliche Domäne; 661HIcm (12 UM) mit 19,500 Ew. Den erhabensten"heil des S-s bildet die im äußersten SW. gelegeneDachsteingrnppe mit dem Dachstein (3002 m) nnddem Thorsten! (2914in), umlagert von den 3 Glet-schern Karls-Eisseld, Schladminger u. Gosan-Glet-scher; weiter nach O. hin wird diese GcbirgsmasseKammergebirge genannt. Nordöstl., durch die Aus-seer Niederung von der vorigen Gebirgsgrnppe ge-trennt, erhebt sich das Todte Gebirge mit dem Gro-ßen u. Kleinen Priel (2511 n. 2215 m) n. anderenBerggipfeln. Im NW. liegt zwischen dem Atter- n.Tranusee das breite Hölleugedirgc (1942 m), vondiesem südwestlich zwischen dem Atter-, Mond- nndWolsgangsee der 1780 m Hohe Schasberg, der RigiÖsterreichs, nnd ferner im O. des Traunsees derTraunstein (1869 in). Das S. wird von der Traun,welche hier Len berühmten Tranufall bildet, durch-flossen. Die bedeutendsten Scensind Traun-, Atter-,St. Wolsgang, Hallstädter-, Zeller- n. Mondiee, dieGosansecn u. a. zahlreiche kleinere. Die Salinen znEbcnsee, Ischl n. Hallstadrliefernjährl. gegen 600,000mstr. Ctr. Salz. Im Oct. 1877 wurde die S.-Eiseu-bahn dem Betrieb übergeben. Hanptort ist der berühmte Badeort Ischl. Vgl. Schanbach, Die deut-schen Alpen, BL. 3, 2. A., Jena 1865. H- Berns.

Salzkotten, Stadt im Kreise Büren des prcnßRegbez. Minden, an der Heder, Station der WestMischen Eisenbahn; Amtsgericht, Saline (liefert dasbeste Salz in Preußen), Fabrikation von Cigarrenund Chemikalien; Mahl- und 2 Dampfsägemühlen,Ziegelei; (1875) 2067 Ew. Dabei der Wallfahrts-ort Verne.

Salzkraut, die Pflanzengatt, galsoka.

Salzkupfcrerz, so v. w. Atacamit.

Satzteilen (Sülze, Beize), ca. 1 m im Gevierthallende, meist hölzerneKästen, in welche zumLeckenfürs Wild (Edel-, Dam-, Rehwild) mit Salz ver-mischter Lehm fest (znr Verhinderung des Ausein-anderscharrens) eingeschlagen wird.

Salzinann, Christian Gotthilf, bekannterPüLagog des Aufklärnngszeitalters, geb. 1. Juni1744 zu Sömmerda im Erfnrtischen, Sohn einesPredigers; stndirte seit 1761 in Jena Theologie,wurde 1768 Pfarrer in Rohrborn bei Erfurt und